Baume-Schneider wirbt für mehr Mehrwertsteuer. Ohne Ja fehlt der 13. AHV-Rente die Hälfte des Geldes
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat am 5. Oktober für die Zusatzfinanzierung der AHV geworben, über die am 29. November abgestimmt wird. Der Normalsatz der Mehrwertsteuer soll von 8,1 auf 8,5 Prozent steigen, der Sondersatz für die Beherbergung von 3,8 auf 4,0 Prozent; der reduzierte Satz bleibt. Das Parlament hat die Erhöhung auf 0,4 Prozentpunkte gekürzt. Die 13. AHV-Rente kostet rund 4,2 Milliarden Franken im Jahr, die Erhöhung brächte rund 1,4 Milliarden. Ohne Ja würden die Defizite der AHV bis 2035 laut Bund auf fast fünf Milliarden Franken jährlich steigen, mit der Erhöhung auf rund drei Milliarden. Die FDP lehnt die Vorlage ab. Der Starttermin der höheren Sätze wird unterschiedlich angegeben.
Die 13. Rente ist beschlossen, ihre Finanzierung nicht. Die Abstimmung entscheidet, ob die AHV ihre Mehrausgaben über den Konsum oder später über Lohnbeiträge, Sparmassnahmen oder Schulden deckt. Sie gilt auch als Vorentscheid für die grosse AHV-Reform.
Bei einem Ja kostet ein Einkauf von 100 Franken zum Normalsatz rund 37 Rappen mehr. Lebensmittel und Medikamente bleiben beim reduzierten Satz. Die 13. Rente wird so oder so im Dezember ausbezahlt.
Die Mehrwertsteuer verteilt die Last breit, auch auf Rentner und Touristen. Ohne Zusatzgeld rutscht die AHV schneller in die roten Zahlen.
Wer die Steuer erhöht, bevor die Reform steht, nimmt den Druck vom Sparen. Haushalte und kleine Firmen zahlen, obwohl nur die Hälfte der Kosten gedeckt ist.
Das Wort «Hälfte» ist der Schlüssel. Selbst mit einem Ja ist die 13. Rente nur etwa zur Hälfte finanziert. Der Abstimmungskampf wird also auch darüber entscheiden, wer die andere Hälfte trägt. Achten Sie darauf, ob die Befürworter dazu einen Plan nennen.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 1 · Morgenausgabe · Mo., 5. Okt. 2026