Parmelin in Indien: Schweizer Firmen nennen 29 Milliarden Dollar. Bern will ein Investitionsschutzabkommen
Bundespräsident Guy Parmelin begann am 5. Oktober einen dreitägigen Staatsbesuch in Indien. Er traf Premierminister Modi und Präsidentin Murmu. Er nannte eine Gesamtsumme von 29 Milliarden Dollar Schweizer Investitionen aus einer Umfrage der Handelskammer Schweiz-Indien: getätigte, angekündigte und bis 2030 geplante. Das Freihandelsabkommen TEPA der Efta mit Indien gilt seit dem 1. Oktober 2025 und sieht 100 Milliarden Dollar Investitionen in 15 Jahren vor, laut Parmelin mit 400'000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen bis 2030. Die Schweiz wünscht ein Investitionsschutzabkommen mit verlässlichen Schiedsverfahren. Unterzeichnet wurden Abkommen zur Migration und zum Austausch junger Fachkräfte.
Indien ist einer der grössten Wachstumsmärkte. Ohne Rechtsschutz zögern Firmen mit grossen Projekten. Für Parmelin, der Ende Jahr zurücktritt, ist der Besuch auch eine Bilanz seiner Handelspolitik.
Für Arbeitnehmende in der Pharma-, Maschinen- und Uhrenindustrie zählt, ob der Marktzugang zu Aufträgen führt. Für Konsumenten ändert sich kurzfristig wenig.
TEPA wirkt: Die Summen zeigen, dass Schweizer Firmen den Markt ernst nehmen.
Die 29 Milliarden sind eine Selbstangabe, kein Vertrag. Der Streit um Patente und Generika ist nicht gelöst.
Messen sollte man den Besuch nicht an der Summe, sondern am Investitionsschutz. Erst ein unterschriebenes Abkommen macht aus Absichten Verträge.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 1 · Morgenausgabe · Mo., 5. Okt. 2026