SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz kandidiert für Parmelins Nachfolge im Bundesrat, ihre grösste Hürde ist die eigene Partei
Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz hat am Donnerstagmorgen in Genf ihre Bundesratskandidatur bekannt gegeben (SRF, Le Temps, RTS, NZZ, RSI). Sie will Wirtschaftsminister Guy Parmelin nachfolgen und ist die erste offizielle Kandidatin (RTS). Der Kanton Genf stellt seit dem Rücktritt von Micheline Calmy-Rey 2011 keinen Bundesrat mehr (NZZ). Als grösste Hürde gilt die eigene Partei (20 Minuten); das offizielle Ticket der SVP soll laut Le Temps am 20. November bestimmt werden. Roger Köppel greift sie scharf an (RTS, Le Temps), und die Deutschschweizer SVP zeigt laut 24 heures Zurückhaltung, während die lateinischen Parteimitglieder hinter ihr stehen. Sie wies Zweifel an der Vereinbarkeit von Amt und Mutterschaft zurück (RTS, 20 Minuten) und äusserte sich zu einer Alkoholfahrt (Tages-Anzeiger, 24 heures).
Die Wahl entscheidet, ob wieder eine Genferin im Bundesrat sitzt und ob die SVP erstmals eine Frau stellt. Für die Partei ist es zugleich eine Probe, wie sie mit der Vertretung der Romandie umgeht.
Die Bundesversammlung wählt den Nachfolger, die Stimmberechtigten stimmen nicht ab. In Genf spielt laut Le Temps auch die Haltung zu den Bilateralen III eine Rolle.
Sie sei eine glaubwürdige Vertreterin der Romandie und der SVP-Werte, und ihre Wahlchancen im Parlament seien intakt (20 Minuten, SRF).
Kritiker wie Köppel halten sie für ungeeignet; in der Deutschschweiz gibt es Zögern, und die Fragen zu Mutterschaft und Alkoholfahrt belasten die Debatte (RTS, 24 heures, Tages-Anzeiger).
Die Kandidatur ist belegt, der Ausgang offen. Entscheidend ist zunächst nicht das Parlament, sondern die SVP-Fraktion, die ihr Ticket erst noch bestimmen muss. Wir achten darauf, ob weitere Bewerber antreten und wie sich die Deutschschweizer SVP positioniert.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 12 · Morgenausgabe · Fr., 16. Okt. 2026