Wirtschaft · Autoindustrie · ✓ 2 Medien (RTS, Le Temps) · Details des Abkommens nicht geprüft

Paris und Berlin bremsen den Umstieg aufs reine Elektroauto

Laut RTS haben Frankreich und Deutschland ein Abkommen über die Autoindustrie offiziell gemacht, das den Übergang zu rein elektrischen Fahrzeugen verlangsamt. Le Temps schreibt, beide Länder opferten einen Teil ihrer Klimaziele, um die Industrie zu schützen, und sprächen von einem «gemeinsamen Ansatz», der Beschäftigung erhalten solle. Beide Medien bezeichnen den Schritt als Kompromiss zwischen Klimapolitik und Arbeitsplätzen. Die Meldungen nennen keine Fristen und keine Quoten, und die Details des Abkommens sind nicht geprüft. In Frankreich stehen in rund sechs Monaten Präsidentschaftswahlen an; ob das Abkommen damit zusammenhängt, steht in den Berichten nicht.

Schweizer Zulieferer sind eng mit der deutschen und französischen Fahrzeugproduktion verflochten, ein langsamerer Umstieg verändert also ihre Auftragslage. Zudem übernimmt die Schweiz bei den Abgasvorschriften für Neuwagen häufig die europäischen Grenzwerte, sodass die Beschlüsse indirekt auch hier wirken können.

Wer demnächst ein Auto kaufen will, muss noch nicht umplanen: Ohne Fristen und Quoten lassen sich Folgen für Importeure und Käufer nicht abschätzen. Beschäftigte in der Zulieferbranche können bei ihrem Arbeitgeber nachfragen, wie stark er von deutschen und französischen Herstellern abhängt.

Zwei grosse Märkte lockern ihr Tempo, und das erhöht den Druck auf Regierungen, die an den bisherigen Zielen festhalten. Die schärfste Frage lautet, wie viel Klimaziel für wie viele gesicherte Arbeitsplätze geopfert wird; beantworten lässt sie sich erst, wenn die Fristen auf dem Tisch liegen.

DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 13 · Morgenausgabe · Sa., 17. Okt. 2026

Heutige Titelseite lesen →