Lula und Flávio Bolsonaro beschimpfen sich im ersten Fernsehduell eine Woche vor der Stichwahl vom 25. Oktober
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und Herausforderer Flávio Bolsonaro haben sich im ersten Fernsehduell vor der Stichwahl am 25. Oktober heftig beschimpft (Le Temps, 24 heures, RTS, RSI, franceinfo). Die Debatte fand am Sonntag, 18. Oktober, statt. Nach Le Temps nahmen Schimpfwörter breiten Raum ein, Vorschläge traten zurück. Franceinfo zufolge nannte Lula Bolsonaro einen «Clown» und «notorischen Lügner», nachdem dieser Fragen zu einer Korruptionsermittlung nicht beantwortet hatte. Bolsonaro hielt das Wort «korrupt» in die Kamera und sagte, Brasilien werde Lula in Rente schicken. Beim ersten Wahlgang am 4. Oktober war Bolsonaro nach RTS vorne; franceinfo nennt 47 Prozent gegenüber 45 Prozent für Lula.
Die Stichwahl entscheidet, ob Lula im Amt bleibt oder Bolsonaros Sohn die konservative Linie seines Vaters fortsetzt. Der Ton der Debatte zeigt, wie polarisiert das Land eine Woche vor der Wahl ist.
Brasilien ist für Schweizer Firmen, Agrarimporte und die Klimapolitik ein wichtiger Partner. Der Ausgang der Stichwahl wird auch von der Entwicklung im Amazonasgebiet abhängen, wie RTS berichtet.
Lulas Seite wirft dem Gegner Korruption und Unwahrheiten vor und verlangt Auskunft über eine Ermittlung zur Finanzierung eines Films über Bolsonaros Vater. Lula nutzt die Debatte, um sich als Garant der Institutionen zu zeigen.
Bolsonaro hält Lula die frühere, später aufgehobene Verurteilung entgegen und kritisiert die Ausgaben der Präsidentengattin Janja. Er wirft dem Amtsinhaber vor, das Land nicht mehr zu führen, und versprach ihm den Ruhestand.
Bestätigt sind der Termin der Stichwahl, die Schimpfwörter im Duell und der knappe Vorsprung Bolsonaros im ersten Wahlgang. Offen sind der Einfluss der Debatte auf die Wählerinnen und Wähler und die Ergebnisse der Ermittlungen. Zu beobachten sind Umfragen bis zum Sonntag.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 16 · Morgenausgabe · Di., 20. Okt. 2026