Reformierte Kirche Zürich räumt Versäumnisse bei Übergriffen eines Pfarrers auf mindestens zehn Frauen ein
Die reformierte Landeskirche Zürich räumt Versäumnisse im Umgang mit Übergriffen eines Pfarrers ein (20 Minuten, Tages-Anzeiger, 24 heures, swissinfo). Ein externes Gutachten kommt zum Ergebnis, dass zwischen 1992 und 2006 mindestens zehn Frauen betroffen waren. Die Kirchenleitung wusste nach den Berichten ab 2006 von den Vorwürfen und leitete eine Untersuchung ein; als der Pfarrer im August 2007 kündigte, wurde sie eingestellt. Er arbeitete nach 24 heures bis zum Pensionsalter weiter, auch in Genf. Die Einstellung war laut Gutachten rechtlich zulässig, die Kirche nahm ihre Verantwortung gegenüber den Frauen aber nicht ausreichend wahr. Der Kirchenrat hat sich entschuldigt; über finanzielle Anerkennungsleistungen entscheidet das Kirchenparlament im November.
Der Fall zeigt, wie Verfahren gegen Personen enden können, sobald sie nicht mehr angestellt sind, und wie Betroffene dadurch ohne Aufarbeitung bleiben. Die Kirche steht unter Druck, Verfahren und Anerkennungsleistungen zu regeln.
Betroffene und Zeuginnen finden Beratung bei der Opferhilfe und bei kirchlichen Anlaufstellen. Das Gutachten stellt Vorwürfe fest, die nicht gerichtlich beurteilt sind.
Die Kirche räumt Fehler ein und hat sich entschuldigt. Sie will die Betroffenen im November mit Anerkennungsleistungen unterstützen und den Fall aufarbeiten, nachdem er 2025 neu aufgerollt wurde.
Betroffene fordern nach 24 heures Wiedergutmachung und verweisen darauf, dass der Pfarrer trotz Wissens der Kirchenleitung weiterarbeiten konnte. Der Pfarrer könnte gegen die Herausgabe des Gutachtens Rekurs einlegen; die Vorwürfe sind nicht gerichtlich festgestellt.
Bestätigt sind das Gutachten, die Entschuldigung und der Entscheid des Kirchenparlaments im November. Offen sind die Zahl der Meldungen, das Rekursrecht des Pfarrers und die Höhe der Leistungen. Zu beobachten ist die Sitzung des Kirchenparlaments.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 16 · Morgenausgabe · Di., 20. Okt. 2026