Wirtschaft · Arbeitsrecht · ✓ 3 Medien · Zahlen stammen aus internen Daten, Securitas bestreitet Systematik

SRF-Recherche: Securitas soll in der Zentralschweiz mehr als 20'000-mal gegen das Arbeitsgesetz verstossen haben

Die Sicherheitsfirma Securitas soll in der Zentralschweiz tausendfach gegen das Arbeitsgesetz verstossen haben (SRF, 20 Minuten, Watson). Grundlage sind interne Daten der Regionaldirektion Luzern. Zwischen 2023 und 2025 sind demnach mehr als 20'000 Verstösse verzeichnet, betroffen sind rund 900 Mitarbeitende. Es geht vor allem um nicht eingehaltene Ruhezeiten und Nachtschichten von bis zu mehr als 14 Stunden, auch in Asylunterkünften. SRF schildert einen Mitarbeiter in einem Gefängnis, dessen Nachtschicht 14,5 Stunden dauerte. Ein Fachanwalt sieht nach SRF den Anschein einer systematischen Verletzung. Securitas räumt Fehler ein, kann die Zahl nicht nachvollziehen und bestreitet systematische Verstösse.

Das Arbeitsgesetz begrenzt Arbeits- und Ruhezeiten, damit Beschäftigte nicht dauerhaft überlastet werden. Bei Sicherheitsleuten, die nachts Gefängnisse oder Asylunterkünfte überwachen, kann Übermüdung auch ein Risiko für die Sicherheit sein.

Für Beschäftigte in der Branche zeigt der Fall, dass sie Arbeitszeiten dokumentieren und bei Verdacht auf Verstösse Gewerkschaft oder Arbeitsinspektorat beiziehen können. Für Auftraggeber stellt sich die Frage nach den Vertragsbedingungen.

Die Recherche stützt sich auf interne Daten und auf Aussagen von Betroffenen. Wer so argumentiert, sieht in der Häufung der Fälle ein systematisches Problem bei der Einsatzplanung und verweist auf die Einschätzung des Fachanwalts.

Securitas räumt Fehler ein, kann die Zahl von mehr als 20'000 Verstössen anhand eigener Daten aber nicht bestätigen und bestreitet, systematisch gegen das Gesetz zu verstossen. Die Zahlen stammen aus internen Daten, die das Unternehmen nicht unabhängig bestätigt hat.

Bestätigt ist, dass SRF interne Daten ausgewertet hat und Securitas Fehler einräumt. Offen sind die genaue Zahl der Verstösse und ob es Behördenverfahren gibt. Zu beobachten sind die Reaktion der Arbeitsinspektorate und der Auftraggeber.

DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 16 · Morgenausgabe · Di., 20. Okt. 2026

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