EZB erlaubt UniCredit offenbar, ihren Anteil an der Commerzbank aufzustocken, die Bank will zum Jahresende rund 50 Prozent der Stimmrechte halten
Die italienische Großbank UniCredit teilte mit, die Bankenaufseher der EZB hätten ihr erlaubt, ihre Anteile an der Commerzbank aufzustocken; die Nachricht wurde am Donnerstagabend bekannt (Spiegel, Zeit, Handelsblatt, FAZ, ZDFheute, BILD). Spiegel und Zeit schreiben „offenbar“, weil die Angabe von der UniCredit selbst stammt. Nach ANSA gilt die Erlaubnis für Anteile über 30 Prozent hinaus und ohne Obergrenze (Einzelquelle). Die FAZ berichtet, die UniCredit wolle zum Jahresende rund 50 Prozent der Stimmrechte halten. Das Handelsblatt erinnert daran, dass sie mit einem Übernahmeangebot im Sommer eine Mehrheit nur knapp verfehlte. Bloomberg meldet gesondert, die UniCredit arbeite an einer Absicherung deutscher Wohnbaudarlehen über eine Milliarde Euro (Einzelquelle).
Die Commerzbank ist eine der großen deutschen Banken. Geht sie mehrheitlich an einen ausländischen Konzern, verändert das den deutschen Bankenmarkt und die Debatte um die Eigenständigkeit des Finanzplatzes Frankfurt (FAZ).
Für Kundinnen und Kunden ändert sich heute nichts. Ob Filialen, Preise oder Stellen betroffen sein werden, beantworten die Meldungen nicht.
Commerzbank-Chefin Orlopp sagte der Zeit, es sei „nicht per se“ ihre Aufgabe, eine Übernahme zu verhindern (Einzelquelle).
Die FAZ fragt, was die Politik für Frankfurt noch herausholen könne und was von der deutschen Eigenständigkeit der Bank bleibe.
Wir achten darauf, ob die EZB die Genehmigung selbst bestätigt, welche Auflagen daran hängen und wie die Bundesregierung reagiert. Bisher stammt die Aussage von der UniCredit; die Marke von 50 Prozent der Stimmrechte steht nur in der FAZ, die Grenze von 30 Prozent nur bei ANSA.
DailyDrop Ausgabe Deutschland Nr. 12 · Morgenausgabe · Fr., 16. Okt. 2026