Merz und Macron einigen sich beim EU-Gipfel auf eine Lockerung des Verbrenner-Aus, Frankreich erhält strengere „Made in EU“-Vorgaben
Auf dem EU-Gipfel in Brüssel haben sich Deutschland und Frankreich auf eine Reform der europäischen Autopolitik geeinigt (Spiegel, Zeit, FAZ, Handelsblatt, Welt, T-Online). Neuwagen sollen ab 2035 wohl doch nicht ausnahmslos emissionsfrei sein müssen; das Verbrenner-Aus wird damit abgeschwächt (Zeit, Spiegel). Nach dem Handelsblatt setzt Merz Lockerungen für Verbrenner durch, Macron strengere „Made in EU“-Vorgaben. Die FAZ schreibt, damit dürfte der Weg auf EU-Ebene frei sein, der Deal habe für Berlin aber einen Preis; welchen, nennen die Meldungen nicht. Das Handelsblatt berichtet, SPD-Minister hätten Merz zuvor einen Kompromiss angeboten (Einzelquelle).
Das Verbrenner-Aus gehört zu den umstrittensten Klimaentscheidungen der EU. Die Autoindustrie ist in Deutschland ein großer Arbeitgeber; die Handelsblatt-Zeile „Mehr Verbrenner, weniger China“ zeigt, dass die „Made in EU“-Vorgaben auch den Wettbewerb mit chinesischen Herstellern betreffen.
Wer ein Auto kaufen will, kann künftig womöglich länger mit Verbrennern rechnen. Sicher ist das erst nach einem EU-Beschluss; wie sich Preise und Angebot entwickeln, nennen die Meldungen nicht.
Die Fahrzeugbranche drängt auf eine Lockerung des Verbrenner-Ausstiegs (Spiegel).
Eine Analyse zeigt nach dem Spiegel, dass die Branche die umstrittenen CO₂-Grenzwerte für Neuwagen dank des E-Auto-Booms erreichen könnte.
Wir achten darauf, was der Preis für Berlin ist und wann ein Gesetzesvorschlag auf EU-Ebene vorliegt; einen Termin nennen die Meldungen nicht. Die Einigung zweier Regierungen ist noch kein EU-Beschluss.
DailyDrop Ausgabe Deutschland Nr. 12 · Morgenausgabe · Fr., 16. Okt. 2026