Wirtschaft · Banken · ✓ 7 Medien · „offenbar“ – keine offizielle Bestätigung in unseren Quellen

EZB gibt UniCredit offenbar grünes Licht bei der Commerzbank

Die Europäische Zentralbank hat der italienischen Großbank UniCredit laut mehreren Schlagzeilen des Freitags „offenbar“ erlaubt, ihre Anteile an der Commerzbank bis hin zu einer vollständigen Übernahme auszubauen; sieben Medien berichteten darüber. Ein Titel formuliert „erlaubt offenbar“, ein anderer „gibt grünes Licht für volle Übernahme“. Eine offizielle Mitteilung der beteiligten Banken oder der Aufsicht liegt in den Quellen nicht vor. Die Aufsichtserlaubnis berechtigt UniCredit, die Schwelle zu überschreiten; ob und zu welchem Preis das Institut Aktien kauft oder ein Angebot macht, steht nicht fest. Die Bundesregierung hat sich in der Vergangenheit skeptisch zu einem Verkauf geäußert und der Betriebsrat fürchtet um Arbeitsplätze; ob sich daran etwas geändert hat, geht aus den Meldungen nicht hervor.

Die Erlaubnis der Aufseher erlaubt es UniCredit nur, die Schwelle zu überschreiten; sie zwingt zu nichts und ersetzt kein Angebot. Betroffen sind die Aktionäre der Commerzbank, die auf einen Kaufpreis hoffen oder zittern, und die Beschäftigten, deren Betriebsrat um Arbeitsplätze fürchtet.

Als Kunde der Commerzbank ändert sich zunächst nichts an Konto, Karte oder Kredit. Wer Aktien hält, sollte sich nicht von der Überschrift „volle Übernahme“ leiten lassen, sondern auf eine Mitteilung von UniCredit, Commerzbank oder EZB warten.

Zwischen „offenbar erlaubt“ und „gekauft“ liegen ein Preis, ein Angebot und ein Berliner Veto, das bisher niemand ausgeschlossen hat. Die ehrliche Schlagzeile wäre: Die Tür ist einen Spalt offen.

DailyDrop Ausgabe Deutschland Nr. 13 · Morgenausgabe · Sa., 17. Okt. 2026

Heutige Titelseite lesen →