Roche legt neue Investitionen in Deutschland auf Eis und wirft der Regierung Merz Vertrauensbruch vor
Der Basler Pharmakonzern Roche stoppt vorerst alle neuen Investitionsentscheidungen in Deutschland (WirtschaftsWoche, Blick, 20 Minuten). Deutschland-Chef Daniel Steiners nennt als Grund die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen; die Politik habe „sehr viel Vertrauen zerstört“ (20 Minuten). Nach der WirtschaftsWoche geht es vor allem um den Plan, den gesetzlichen Herstellerabschlag für viele patentgeschützte Arzneimittel ab Januar 2027 von 7 auf 15,5 Prozent zu erhöhen. Bereits genehmigte Projekte sind laut dem Bericht nicht betroffen, darunter der Ausbau des Standorts Penzberg mit mehr als 600 Millionen Euro. Roche beschäftigt in Deutschland rund 18.000 Menschen. Stellenstreichungen sind bislang nicht angekündigt.
Investitionsentscheidungen großer Pharmakonzerne bestimmen, wo Produktion und Forschung entstehen. Ein öffentlicher Stopp ist auch ein Signal an die Regierung, dass die Branche die Kostendämpfung als Standortnachteil wertet.
Für Versicherte ändert sich zunächst nichts; die Arzneimittelversorgung ist nicht betroffen. Beschäftigte an den deutschen Roche-Standorten und in der Zulieferkette sollten verfolgen, ob aus dem Stopp konkrete Folgen für Projekte entstehen.
Roche argumentiert, die Pläne setzten auf kurzfristige Einsparungen und belasteten die Industrie, statt die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen. Der Konzern betont, bereits Beschlossenes laufe weiter.
Die Regierung verfolgt mit der Erhöhung des Herstellerabschlags das Ziel, die Beiträge zur Krankenversicherung zu stabilisieren. Eine Stellungnahme der Bundesregierung zu Roches Schritt nennen die Berichte nicht.
Bestätigt ist der Stopp neuer Investitionsentscheidungen und die Begründung durch den Deutschland-Chef. Offen sind die Reaktion der Regierung und mögliche Folgen für weitere Konzerne. Zu beobachten ist, ob andere Pharmahersteller ähnliche Schritte ankündigen.
DailyDrop Ausgabe Deutschland Nr. 16 · Morgenausgabe · Di., 20. Okt. 2026