AfD bestätigt Hackerangriff auf E-Mail-Konten, Unbekannte stellen nach eigenen Angaben 421.000 Mails ins Netz
Die AfD hat einen Hackerangriff auf E-Mail-Konten bestätigt (Tagesschau, Spiegel, Zeit Online, Süddeutsche Zeitung). Nach der taz tauchte am Montag ein Datensatz von 281 Gigabyte auf einer anonym betriebenen Internetseite auf; genannt werden 421.000 E-Mails. Die Betreiber behaupten, die Daten stammten aus zehn Postfächern, darunter eines auf den Namen von Alexander Gauland. Die AfD spricht von einem Angriff auf einen Hosting-Dienstleister im September, bei dem ältere Postfächer kopiert wurden. Nach Recherchen der dpa wurde die Seite Mitte Oktober registriert. Das BSI steht mit der Partei in Kontakt; eine unabhängige Echtheitsprüfung lag zunächst nicht vor.
Gehackte Postfächer enthalten oft Korrespondenz mit Dritten, die nicht selbst Mitglied der Partei sind. Ob die Dateien echt oder manipuliert sind, entscheidet darüber, wie sie bewertet werden dürfen.
Wer mit der AfD korrespondiert hat, kann betroffen sein; für alle gilt, Hinweise zu Datenlecks erst nach Prüfung zu teilen und eigene Passwörter nicht mehrfach zu verwenden.
Die Partei hebt hervor, dass aktuelle Konten des Bundesverbands nicht betroffen seien, und prüft die Veröffentlichung. Das BSI steht nach den Berichten mit ihr in Kontakt.
taz und dpa weisen darauf hin, dass Herkunft und Echtheit der Dateien offen sind: Die Internetseite wurde erst Mitte Oktober registriert und nennt keine Herkunft der Daten. Daraus ergibt sich Vorsicht bei der Bewertung einzelner Inhalte, solange keine unabhängige Prüfung vorliegt.
Bestätigt sind der Angriff und die Veröffentlichung von Dateien. Nicht bestätigt sind Echtheit und Umfang; die Zahl 421.000 stammt von den Angreifern. Heute zu beobachten: Aussagen des BSI, der Strafverfolger und der AfD zur Prüfung.
DailyDrop Ausgabe Deutschland Nr. 17 · Morgenausgabe · Mi., 21. Okt. 2026