Chemie-Nobelpreis 2026 für Henri Kagan und Kenso Soai für ihre Forschung an spiegelbildlichen Molekülen
Der Chemie-Nobelpreis 2026 geht an Henri B. Kagan (Frankreich) und Kenso Soai (Japan) für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese (SN, Spektrum, science.ORF.at, ZDFheute, LABO). Kagan entwickelte 1986 eine Methode, mit der eine der beiden spiegelbildlichen Formen eines Moleküls im Überschuss entsteht. Soai zeigte 2003 eine Reaktion, bei der praktisch nur eine Form entsteht und sich selbst verstärkt. Der Preis beträgt zwölf Millionen Kronen, rund 1,06 Millionen Euro.
Viele Wirkstoffe existieren in zwei spiegelbildlichen Formen, von denen oft nur eine wirkt und die andere schaden kann. Ein Verfahren, nur die gewünschte Form herzustellen, erhöht die Sicherheit von Medikamenten.
Für Patientinnen und Patienten ist das Grundlagenwissen, das hinter vielen Arzneimitteln steckt. Direkte Auswirkungen auf Österreich hat DailyDrop nicht gesehen.
Die Auszeichnung belohnt Grundlagenforschung, die erst Jahre später praktisch wirkte.
Einige Beobachter merken an, dass Soais Reaktion bisher nur als Modell dient und noch keine breite Anwendung hat.
Der Preis würdigt ein Prinzip, nicht ein Produkt: Wie Natur Händigkeit erzeugt, ist eine der offenen Fragen der Chemie. Interessant bleibt, ob sich die Selbstverstärkung für Wirkstoffe nutzen lässt.
DailyDrop Ausgabe Österreich Nr. 4 · Morgenausgabe · Do., 8. Okt. 2026