SPÖ-Gremien wählen Holzleitner und Kucher einstimmig zur geschäftsführenden Doppelspitze
Präsidium und Bundesparteivorstand der SPÖ haben am Donnerstag einstimmig die am Sonntag vereinbarte Übergangslösung beschlossen (ORF, SN, trend.at, oe24, Heute). Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher führen die Geschäfte mit sofortiger Wirkung bis zu einem regulären Parteitag, der laut einem Bericht im ersten Quartal 2027 geplant ist. Holzleitner bleibt Frauenministerin, Kucher Klubvorsitzender. Babler bleibt vorerst Vizekanzler, Marterbauer soll das Amt planmäßig Anfang 2027 übernehmen. Marterbauer war dem Vorstand zugeschaltet, weil er bei einem Treffen der EU-Finanzminister war. Zu Bablers eigener Zukunft gibt es keine Festlegung.
Mit dem formellen Beschluss ist der Übergang nicht mehr nur eine Absprache der Landesparteichefs. Er klärt, wer jetzt für die SPÖ spricht, ohne die Frage zu beantworten, wer sie langfristig führt und in welcher Rolle Babler bleibt.
Für die Regierung heißt das: Die SPÖ hat zwei Ansprechpersonen, der Kanzler bleibt bei seinem Kurs. Für Wählerinnen und Wähler ist die Frage, ob die Partei bis zum Parteitag wieder eine eigene Linie findet.
Die Gremien sehen in der Einstimmigkeit ein Signal der Geschlossenheit und einen geordneten Übergang.
Kritiker verweisen auf die Umfragewerte von 14 Prozent und darauf, dass die Frage nach Bablers Zukunft ungelöst bleibt.
Einstimmig heißt nicht dauerhaft. Spannend wird der Zeitraum bis zum Parteitag: Wer übernimmt Verantwortung bei Streitthemen wie der Sozialhilfe, und was passiert, wenn Marterbauers Genesung länger dauert?
DailyDrop Ausgabe Österreich Nr. 5 · Morgenausgabe · Fr., 9. Okt. 2026