Die SVP des Kantons Schwyz will Regierungsrat André Rüegsegger, seit 2012 in der Kantonsregierung, als Nachfolger von Guy Parmelin vorschlagen. Schwyz hat noch nie ein Bundesratsmitglied gestellt. Parmelin hatte am Freitag seinen Rücktritt auf Ende 2026 angekündigt und Céline Amaudruz, Esther Friedli und Natalie Rickli als mögliche Kandidatinnen genannt. Keine hat bisher offiziell zugesagt. Die Findungskommission nimmt Kandidaturen bis zum 23. Oktober entgegen; die Bundesversammlung wählt am 9. Dezember. Der Tages-Anzeiger thematisiert, dass Toni Brunner in der Findungskommission sitzt, während seine Partnerin Friedli als Favoritin gilt.
Die Wahl bestimmt die Zusammensetzung der Landesregierung und möglicherweise die Verteilung der Departemente. Parmelin führt das Wirtschaftsdepartement, das in Handelsfragen mit den USA, der EU und Indien zentral ist.
Wer im Wirtschaftsdepartement sitzt, prägt Handelsabkommen, Arbeitslosenversicherung und Landwirtschaftspolitik.
Ein erfahrener Exekutivpolitiker aus einem Kanton ohne Bundesrat bringt Regierungserfahrung und regionale Ausgewogenheit.
Die SVP hatte noch nie eine Bundesrätin; drei Frauen stehen bereit. Ein Ticket ohne Frau würde Fragen aufwerfen.
Der erste Name ist selten der letzte. Entscheidend sind der 23. Oktober, wenn die Liste steht, und die Frage, ob die Fraktion ein Zweierticket aufstellt. Die anderen Parteien wählen am Ende mit.
Tages-Anzeiger · Der Bund · NZZ · nau.ch · 20 Minuten (2.–6. Okt.) · SVP Kanton Schwyz (Medienmitteilung, zitiert) · Rüegseggers eigene Zusage steht aus
Das Rennen um Parmelins Sitz beginnt. Die SVP Schwyz schickt Regierungsrat André Rüegsegger
Vier Tage nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten hat die SVP den ersten Namen. Parmelin selbst hatte drei Frauen ins Spiel gebracht. Gewählt wird am 9. Dezember.
Die SVP des Kantons Schwyz will Regierungsrat André Rüegsegger als Nachfolger von Bundesrat Guy Parmelin vorschlagen. Das teilte die Kantonalpartei am Dienstag mit; Tages-Anzeiger, Der Bund, NZZ und nau.ch berichten übereinstimmend. Rüegsegger sitzt seit 2012 in der Schwyzer Regierung. Als Favorit galt er bisher nicht. Die Partei begründet die Wahl damit, er habe das Format für die Landesregierung und sei im «idealen Alter». Ein Argument ist auch die Geografie: Der Kanton Schwyz hat noch nie ein Mitglied des Bundesrats gestellt. Ob Rüegsegger antritt, muss er nach Gesprächen mit der Partei noch selbst bestätigen; vor diesen Gesprächen wollte er sich laut Berichten nicht äussern. Parmelin hatte am Freitag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz seinen Rücktritt auf Ende 2026 bekanntgegeben. Der Waadtländer ist seit 2016 im Bundesrat und in diesem Jahr Bundespräsident. Diese Woche ist er auf Staatsbesuch in Indien.
Parmelin selbst hat das Feld geöffnet. Er nannte Nationalrätin und Parteivizepräsidentin Céline Amaudruz, Ständerätin Esther Friedli und die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli als mögliche Kandidatinnen. Gegenüber dem Tages-Anzeiger sagte er, sobald es um eine Frau gehe, gebe es Vorurteile. Die SVP hat noch nie eine Frau in den Bundesrat gebracht. Offiziell bestätigt hat bis Dienstagabend keine der drei eine Kandidatur. Die Konstellation hat ihre Tücken. Der Tages-Anzeiger weist darauf hin, dass Toni Brunner in der Findungskommission der Partei sitzt, während seine Partnerin Esther Friedli als Favoritin gilt. Die NZZ schreibt, falls die Regierungsrätin in den Bundesrat wolle, werde das für die SVP zum Risiko. Der Fahrplan ist gesetzt: Kandidaturen nimmt die Findungskommission bis zum 23. Oktober entgegen. Die Fraktion entscheidet danach über ihr Ticket. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt am 9. Dezember. Bis dahin werden die anderen Parteien die Kandidaten prüfen, wie bei jeder Vakanz. Gewählt ist am Ende, wer im Parlament eine Mehrheit findet, nicht wer die Partei bevorzugt. Mit der Nachfolge ist auch die Frage verbunden, welches Departement frei wird. Parmelin führt das Wirtschaftsdepartement. Nach einer Wahl verteilt der Bundesrat die Departemente neu, und Bisherige können wechseln. Dass die SVP den Sitz behält, gilt als gesetzt: Nach der Zauberformel stellen die drei grössten Parteien je zwei Mitglieder, die viertgrösste eines, und die SVP ist die stärkste Partei im Parlament. Offen ist nur, wer. Die Geschichte lehrt Vorsicht. Die Bundesversammlung ist nicht an das Ticket einer Fraktion gebunden und hat schon mehrmals Personen gewählt, die ihre Partei nicht aufgestellt hatte. Deshalb suchen Fraktionen Kandidaten, die auch bei der politischen Konkurrenz Stimmen holen. Für die SVP heisst das: Wer in der eigenen Basis beliebt ist, muss im Parlament nicht automatisch eine Mehrheit finden. Die nächsten zwei Wochen zeigen, ob sich weitere Namen melden und ob eine der drei genannten Frauen antritt.