Parmelin-Nachfolge: SVP-Favoritin Friedli verzichtet auf eine Kandidatur
Die St. Galler SVP-Ständerätin Esther Friedli hat am Freitagabend am Rande der Olma erklärt, sie kandidiere nicht für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin. SRF, RSI, Blick, 20 Minuten und Leman bleu melden dies übereinstimmend. Laut Berichten will sie im Ständerat bleiben, ihr Entscheid kam überraschend. Parmelin hatte seinen Rücktritt auf Ende 2026 angekündigt und Friedli, Céline Amaudruz und Natalie Rickli als mögliche Nachfolgerinnen genannt. Laut 20 Minuten gibt es noch keine offiziellen Kandidaturen; die Wahl sei für den 9. Dezember vorgesehen. Blick nennt Pascal Schmid als Favoriten Christoph Blochers, das ist eine Einzelmeldung.
Der Bundesrat ist die Landesregierung, und jeder Sitzwechsel verschiebt Gewichte zwischen Regionen, Parteien und Geschlechtern. Die SVP verliert mit Friedli ihre meistgenannte Kandidatin und muss neu planen.
Für die Bevölkerung ändert sich vorerst nichts. Wer den Sitz übernimmt, entscheidet aber, wer künftig das Dossier von Parmelin führt, falls das Departement nicht wechselt.
Der Verzicht öffnet das Feld: Mehr Namen bedeuten mehr Auswahl und eine offenere Debatte in der Partei.
Ohne Favoritin steigt das Risiko eines Streits und einer schwächeren Kandidatur. Die Westschweiz könnte leer ausgehen oder die Ostschweiz erneut übergangen werden.
Der Verzicht ist eine Absage an die Rolle der Favoritin, nicht an das Amt. Wir erwarten, dass Amaudruz und Rickli nun ihre Entscheidung treffen und der Fraktionsvorstand bis zur Frist am 23. Oktober ein Ticket vorlegt. Zu beobachten ist, ob die SVP eine Frau aus der Westschweiz aufstellt, und ob das Parlament dem Vorschlag folgt.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 6 · Morgenausgabe · Sa., 10. Okt. 2026