13'787,40SMI · Schluss 9. Okt. · +1,10 %

DailyDrop.

0,83USD/CHF · Schluss Fr., 9. Okt. · −0,11 %
SMI13,787.40▲1.10%10/9USD/CHF0.83▼0.11%10/9S&P 5007,811.54▲0.59%10/9WTI$91.63▲0.15%10/9Gold$4,219.90▲1.51%10/9
Ukraine-Krieg · EnergiePresse ✓ 8 Medien · Liefermengen nicht unabhängig geprüft

Trump und Putin einigen sich auf russische Dieselexporte. Selenski: «Investition in den Krieg»

Nach einem Telefonat mit Putin kündigt Trump an, Russland liefere sofort 300'000 Tonnen Diesel, später deutlich mehr. Washington lockert dafür die Sanktionen. Kiew protestiert, und ob die Preise sinken, ist offen.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag nach einem Telefonat mit Wladimir Putin eine Kehrtwende in der Russland-Politik verkündet. Auf Truth Social schrieb er, Russland werde sofort 300'000 Tonnen Diesel liefern, im November weitere 500'000 und danach eine Million Tonnen; insgesamt könnten es bis zu drei Millionen werden. Das berichten Reuters, AP, SRF, NZZ und Blick. Die Zahlen stammen von Trump selbst; der Kreml bestätigte laut Le Monde die Vereinbarung, Einzelheiten haben wir nicht geprüft. Das US-Finanzministerium erlaubt den Verkauf russischen Diesels auf dem Weltmarkt vorübergehend über eine allgemeine Lizenz, die laut Kyiv Independent und The Hindu bis April 2027 gilt. Russland hatte seine Dieselausfuhren zuvor selbst gestoppt, weil ukrainische Drohnen Raffinerien trafen und im Inland Knappheit herrschte (CBC). Hinter der Kehrtwende steht der Preis: Der Dieselpreis in den USA liegt laut dem Automobilclub AAA bei 6,23 Dollar je Gallone, im September erreichte er mit 6,52 Dollar einen Rekord. Trump steht vor den Zwischenwahlen im November unter Druck, die Lebenshaltungskosten zu senken. Reuters schreibt allerdings, seine bisherigen Schritte zur Dieselversorgung hätten die Preise noch nicht gedrückt.

Der ukrainische Präsident Selenski reagierte scharf. Laut Reuters nannte er es eine «Investition in den Krieg», wenn die USA Russland den Dieselverkauf erlauben; SRF berichtet von heftiger Kritik aus Kiew. Der Einwand: Die Einnahmen finanzieren Moskaus Armee, während über Frieden gesprochen wird. Axios zitiert Selenski mit den Worten, der Handel sei «nicht fair und nicht ehrlich»; ANSA schreibt, er warne, Russland werde das Geld mit weiterem Terror gegen die Ukraine bezahlen. Ein Marktstratege sagt laut MarketWatch, die Massnahme komme womöglich «zu wenig und zu spät». Trump hatte die Ankündigung zuvor als «grosse Mitteilung» angekündigt (Reuters). Washington Post und Newsweek verbinden sie ausdrücklich mit dem Ziel, die Preise vor der Wahl zu senken. CNBC merkt an, dem Präsidenten blieben angesichts der zerstörten Raffineriekapazität wenige Hebel. Für die Schweiz zählen drei Dinge. Erstens der Preis: Diesel und Heizöl folgen dem Weltmarkt, doch ein schneller Rückgang ist wegen der knappen Verarbeitungskapazität nicht sicher. Zweitens die Sanktionen: Die Schweiz übernimmt in der Regel die Russland-Sanktionen der EU. Ob sie auf die Lockerung in Washington reagiert, wissen wir nicht; eine Stellungnahme des Bundes liegt uns nicht vor. Drittens der Franken: Der Dollar schloss bei rund 0,83 Franken. Ein starker Franken dämpft den Importpreis für Öl, da es in Dollar gehandelt wird; Steuern und Abgaben an der Tankstelle bleiben davon unberührt. Zugleich bleibt der Nahe Osten ein Preistreiber. Nach dem Angriff auf den Flughafen von Riad, den wir gestern meldeten, sprechen Reuters und AP von drei Toten; die europäische Flugsicherheitsagentur EASA weitet laut Reuters ihre Warnung für den saudischen Luftraum aus. WTI schloss am Freitag bei 91,63 Dollar je Fass, 0,15 Prozent höher. Heute, am Wochenende, beobachten wir, ob Moskau die Mengen konkretisiert, wie Kiew antwortet und ob die Terminmärkte am Montag tiefere Dieselpreise einrechnen.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
300'000 tDiesel sofort, laut Trump; weitere Tranchen später
6,23 $US-Dieselpreis je Gallone am Freitag (AAA), Rekord im September: 6,52 $
Apr. 2027Ende der US-Lizenz für russischen Diesel laut Kyiv Independent und The Hindu
Schweiz · PolitikPresse ✓ 6 Medien · Kandidatenliste offen

Parmelin-Nachfolge: SVP-Favoritin Friedli verzichtet auf eine Kandidatur

Die Suche der SVP nach einer Nachfolge für Bundesrat Guy Parmelin ist offener geworden. Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli teilte am Freitagabend am Rande der Olma mit, dass sie nicht kandidiert; SRF, RSI, Blick, 20 Minuten und Leman bleu melden das übereinstimmend. Sie galt bis dahin als Favoritin. Ihre Begründung laut Berichten: Sie wolle das Amt im Ständerat so früh nicht wieder abgeben. Der Entscheid kam überraschend (20 Minuten). Parmelin hatte seinen Rücktritt auf Ende 2026 angekündigt und selbst drei SVP-Frauen als mögliche Nachfolgerinnen genannt: Friedli, die Genfer Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz und die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli. Nach Friedlis Absage bleiben Amaudruz und Rickli im Gespräch. Laut 20 Minuten gibt es noch keine offiziellen Kandidaturen; als weiterer Name fällt Pascal Schmid. Blick nennt ihn den Favoriten von Christoph Blocher, das ist eine Einzelmeldung. Gewählt wird der Nachfolger von der Vereinigten Bundesversammlung, also von National- und Ständerat gemeinsam, laut 20 Minuten am 9. Dezember in Bern. Die SVP hält zwei der sieben Bundesratssitze und will den frei werdenden halten. Gesichert ist das nicht: Die anderen Parteien müssen den Vorschlag nicht übernehmen, auch wenn sie den Anspruch der SVP auf den Sitz üblicherweise anerkennen. Nach früheren Berichten läuft ihre Frist für Kandidaturen am 23. Oktober ab. Mit Friedlis Rückzug entfällt auch das Duell zwischen Ostschweiz und Westschweiz, das SRF beschrieben hatte. Eine Entscheidung ist damit nicht absehbar; die Partei kann bis Ende Oktober noch überraschen.

Aufklappen
Wort des Tages
ZauberformelStaatskunde

Verteilung der sieben Bundesratssitze auf die grossen Parteien. Seit 2015 gilt: je zwei Sitze für SVP, SP und FDP, einer für die Mitte. Wer einen Sitz räumt, wird in der Regel von derselben Partei ersetzt.


Märkte · ZinsenQuelle ✓ Börsenschlusskurse (9. Okt.) · Presse ✓ 4 Medien

Wall Street schliesst höher, der SMI legt 1,1 Prozent zu. Heute ruhen die Börsen

Die US-Börsen haben die Woche am Freitag im Plus beendet. Der S&P 500 gewann 0,59 Prozent auf 7'811,54 Punkte, die Nasdaq 0,64 Prozent auf 27'366,17 Punkte und der Dow Jones 0,83 Prozent auf 51'654,95 Punkte. Das Handelsblatt schreibt von einer Erholung der Techwerte nach neuer Angst vor einer KI-Blase, Bloomberg dagegen von einem Zinsschock, der sich unter der KI-getriebenen Rally ausbreite. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei 5,244 Prozent. Gold stieg um 1,51 Prozent auf 4'219,90 Dollar je Unze, WTI um 0,15 Prozent auf 91,63 Dollar. AP-Meldungen in US-Regionalzeitungen sprechen von einer Rekordwoche.

Der Schweizer Leitindex SMI schloss 1,10 Prozent höher bei 13'787,40 Punkten, nach 13'637,00 am Donnerstag. Der Dollar kostete am Abend rund 0,83 Franken, 0,11 Prozent weniger. Bei den Einzelwerten senkte die Fluggesellschaft Delta ihre Gewinnprognose, weil sich der Treibstoff um sechs Milliarden Dollar verteuert, wie Reuters und Bloomberg melden. Die Aktie der Deutschen Telekom fiel nach einem Frequenzgeschäft von SpaceX um 7 Prozent (Reuters). Die Stimmung der US-Konsumenten verschlechterte sich im Oktober laut Reuters weiter. Die SIX Swiss Exchange ist heute geschlossen, nächster Handelstag ist Montag. Eine Prognose ist das nicht.

Aufklappen
Weltpolitik · RechtPresse ✓ 5 Medien · Reichweite der Sanktionen nicht geprüft

Friedensnobelpreis für Navi Pillay. Wenige Stunden später sanktionieren die USA den Strafgerichtshof

Das Nobelkomitee in Oslo hat den Friedensnobelpreis 2026 an die südafrikanische Juristin Navanethem «Navi» Pillay vergeben, melden Reuters, AP, NZZ und RTS. Pillay war Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag und später UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte in Genf; Le Temps schreibt, Genf feiere die Wahl. Das Komitee verwies laut Berichten darauf, dass die Institutionen des Völkerrechts unter Druck stünden.

Nur Stunden danach verhängten die USA umfassende Sanktionen gegen den IStGH selbst, berichten Reuters exklusiv, AP, SRF und RTS. AP beschreibt die Massnahme als Teil einer Kampagne, das Gericht zu zerschlagen. Die Anklagebehörde verurteilte den Schritt und erklärte, die Arbeit gehe weiter (Reuters). Hintergrund sind laut Medienberichten Haftbefehle gegen israelische Politiker. Pillay zeigte sich laut Spiegel schockiert. Für die Schweiz ist das mehr als Ferne: Genf ist Sitz der UNO-Menschenrechtsorgane, und die Schweiz gehört zu den Vertragsstaaten des Gerichts. Ob Schweizer Firmen oder Banken von den Sanktionen betroffen sind, ist offen.

Aufklappen

Handel · AutosPresse ✓ 3 Medien · Zahl von Peking nicht bestätigt

EU und China wollen Hybridauto-Exporte halbieren. Der Streit um Elektroautos geht weiter

Die EU und China haben sich laut Reuters, Le Temps und CNBC auf ein «gemeinsames Verständnis» zu Hybridfahrzeugen geeinigt. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sagte nach Angaben von Reuters, die chinesischen Ausfuhren von Hybrid- und Plug-in-Hybridautos in die EU sollten um mehr als die Hälfte sinken. Das chinesische Handelsministerium bestätigte eine Verständigung im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation, nannte aber keine Zahl. Mechanismus und Zeitplan sind nicht veröffentlicht, die EU-Staaten müssen noch beraten. Der Hintergrund: Nach den Zusatzzöllen der EU auf reine Elektroautos wichen chinesische Hersteller auf Hybride aus, die nur den Normalzoll von 10 Prozent zahlen. Die Importe stiegen laut FT von rund 3'800 auf etwa 50'000 pro Monat.

Für reine Elektroautos laufen die Gespräche getrennt weiter, unter anderem über Mindestpreise. Für die Schweiz ist das zweitrangig, denn sie gehört nicht zur EU; doch Hersteller und Händler planen in ganz Europa mit denselben Preisen. Blick meldet, die Schweiz nähere sich beim Anteil der Elektroautos dem 50-Prozent-Ziel. Weniger billige Hybride aus China könnten das Angebot und den Preisdruck verändern. Wir beobachten, ob die EU-Staaten die Verständigung billigen und ob Peking die Zahl bestätigt.

Aufklappen
Kurz gefasst
  • Daten von 890'000 Nutzern der Online-Plattform ricardo.ch gestohlenRTS
  • Elektroautos: Die Schweiz nähert sich dem 50-Prozent-ZielBlick
  • Genf: Zwei Raser nach dem Tod einer Radfahrerin wegen Mordes zu sieben Jahren verurteiltLe Temps
  • Die Bank Edmond de Rothschild muss in Frankreich wegen Geldwäscherei vor GerichtLe Temps
  • Delta senkt die Gewinnprognose: Treibstoff kostet sechs Milliarden Dollar mehrReuters · Bloomberg
  • Deutsche Telekom verliert 7 Prozent nach dem Frequenzgeschäft von SpaceXReuters
  • Papst Leo ernennt Kardinal Tagle zum ersten asiatischen Dekan des KardinalskollegiumsAP · Reuters
  • ZSC Lions gewinnen in Lugano 3:2 und setzen eine historische Bestmarke zum SaisonstartSRF · Tages-Anzeiger
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Russland liefert sofort Millionen Tonnen, und der Diesel wird billiger.» Nur teilweise belegt. Sofort zugesagt sind laut Trump 300'000 Tonnen; die weiteren Mengen sind Absichtserklärungen. Reuters sieht bisher keine sinkenden Preise.
«Pascal Schmid ist Blochers Favorit für den Bundesrat.» Nicht bestätigt. Es ist eine Einzelmeldung von Blick; die SVP hat noch keine Kandidaten bekanntgegeben.
«Das Erdbeben in Panama hat Tote gefordert und löste einen Tsunami aus.» Nicht belegt. Bisher sind keine Todesopfer gemeldet; die Tsunami-Warnung wurde laut US-Behörden und ANSA aufgehoben. Die Zahlen können sich ändern.

Stimmen im Netz

  • Donald Trump, US President Truth Social · 10/10Trump schrieb auf Truth Social gegen die Friedensnobelpreisträgerin und verwies auf die acht Kriege, die er beendet haben will.
  • Donald Trump, US President Truth Social · 10/9Trump schrieb auf Truth Social, Russland werde Diesel in die USA liefern; Selenskyj nannte das eine Investition in den Krieg.
  • Mia Goth, actress Instagram · 10/10Mia Goth äußerte sich zu einem viralen Instagram-Beitrag über ihren Ex im Zuge der Scheidung von Shia LaBeouf.
  • Roger Köppel, Weltwoche publisher Weltwoche · 10/10Köppel stritt mit dem Investor Lenny Fischer über die EU, Marco Rubio und die Zukunft Europas.

Aussagen wie gepostet, nicht geprüft.

Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABETrump und Putin einigen sich auf russische Dieselexporte. Selenski: «Investition in den Krieg»Ukraine-Krieg · EnergieParmelin-Nachfolge: SVP-Favoritin Friedli verzichtet auf eine KandidaturSchweiz · PolitikWall Street schliesst höher, der SMI legt 1,1 Prozent zu. Heute ruhen die BörsenMärkte · ZinsenFriedensnobelpreis für Navi Pillay. Wenige Stunden später sanktionieren die USA den StrafgerichtshofWeltpolitik · RechtEU und China wollen Hybridauto-Exporte halbieren. Der Streit um Elektroautos geht weiterHandel · Autos