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Schweiz · PolitikPresse ✓ 7 Medien · Kandidatenliste offen

Parmelin-Nachfolge: Die SVP will mindestens zwei Kandidaturen. Friedli bleibt im Ständerat

Fraktionschef Thomas Aeschi kündigt ein Zweierticket an, entschieden wird erst am 20. November. Mit Esther Friedli ist die meistgenannte Favoritin ausgeschieden; Christoph Blocher nennt Pascal Schmid den stärksten Mann.

Die SVP will die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin mit mindestens zwei Personen bestreiten. Fraktionschef Thomas Aeschi sagte am Samstag in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF, die Partei setze auf ein Zweierticket, schliesse aber mehr als zwei Namen nicht aus. Das melden SRF, bluewin, Watson, RSI und Le Temps übereinstimmend. Über Grösse und Besetzung entscheidet laut SRF die SVP-Bundeshausfraktion an ihrer Sitzung vom 20. November; gewählt wird am 9. Dezember von der Vereinigten Bundesversammlung, also von National- und Ständerat gemeinsam. Als Kriterien nannte Aeschi nach Angaben von SRF angemessen vertretene Sprachregionen, Dossierfestigkeit, Führungsqualitäten und Durchsetzungsfähigkeit. Ob eine Frau auf dem Ticket stehen soll, liess er laut bluewin offen. Aeschi gehört zur Findungskommission der Partei und müsste bei einer eigenen Kandidatur in den Ausstand treten (20 Minuten); ob er antritt, will er «zu gegebener Zeit» sagen. Am Freitagabend hatte die St. Galler Ständerätin Esther Friedli erklärt, sie stehe nicht zur Verfügung. Laut den Berichten will sie ihr Amt im Ständerat nach dreieinhalb Jahren nicht aufgeben. SRF, Tages-Anzeiger, NZZ, Blick, 20 Minuten und Le Temps melden das übereinstimmend; die NZZ schreibt, sie hätte die Wahl wohl gewonnen. Der Tages-Anzeiger sieht in der Absage eine Öffnung für die Männer in der Partei.

Damit bleiben die Namen offen. Parmelin hatte seinen Rücktritt auf Ende 2026 angekündigt und selbst Friedli, die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz und die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli als mögliche Nachfolgerinnen genannt. Aus dem Trio der Frauen ist laut 24 heures ein Duo geworden; Blick schreibt, Rickli tauche vorerst ab. Der frühere SVP-Chef Christoph Blocher hebt laut 20 Minuten den Asylchef der Partei, Pascal Schmid, als stärksten Kandidaten auf den Schild. Das ist die Meinung eines Einzelnen, kein Beschluss. Offizielle Kandidaturen gibt es nach den Berichten noch nicht; die in früheren Berichten genannte Frist vom 23. Oktober haben wir diesmal nicht bestätigt gefunden. Der Sitz gehört nach der Zauberformel der SVP, doch die anderen Parteien müssen ihrem Vorschlag nicht folgen. Parmelin leitet das Wirtschaftsdepartement; wird ein Sitz frei, verteilt die siebenköpfige Landesregierung die Departemente neu, deshalb zählt auch diese Frage. Die NZZ berichtet, auch Linke zweifelten, ob ein SP-Wirtschaftsminister den Gewerkschaften nur nütze; gemeint ist Bundesrat Beat Jans. 20 Minuten meldet, Verteidigungsminister Martin Pfister denke offenbar an einen Wechsel des Departements. Beides sind Einzelmeldungen. Wir beobachten in den nächsten Wochen, ob jemand offiziell antritt und ob die Partei einen Namen aus der Westschweiz vorschlägt.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
2 oder mehrKandidaturen auf dem SVP-Ticket, laut Aeschi
20. Nov.Die SVP-Fraktion entscheidet über das Ticket (SRF)
9. Dez.Wahl des Parmelin-Nachfolgers durch das Parlament
Ukraine-Krieg · PolitikPresse ✓ 8 Medien · Opferzahl steigt

Trump verlangt für die Ukraine einen «neuen Präsidenten». Russische Angriffe auf Saporischschja töten mindestens 20

Einen Tag nach dem Dieselabkommen mit Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski scharf angegriffen. Es sei «Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu bekommen», sagte er laut Washington Post, Japan Times und Straits Times; RTS und 24 heures berichten gleich. Selenski hatte die Vereinbarung zuvor laut 20 Minutes als «unwürdig» und «schwach» kritisiert. Die ukrainische Regierung stellte sich nach Zeit und Handelsblatt hinter ihn; der britische Premier Burnham bekräftigte laut Straits Times seine «vollständige Solidarität». Kiew werde die Angriffe auf russische Ölanlagen nicht einstellen, meldet CBS. In den USA lehnen laut New York Times einige Republikaner den Import russischen Diesels ab. Deutschland hält laut Reuters an den Russland-Sanktionen fest. Die US-Regierung erlaubt den Verkauf russischen Diesels über eine befristete Lizenz (Kyiv Independent, The Hindu, gestern); ob sie diese anpasst, ist offen. Am Boden gingen die Angriffe weiter: Ein russischer Schlag auf Saporischschja tötete nach CNA mindestens 20 Menschen, die Straits Times nennt 21. Frühere Meldungen sprachen von 7 bis 12 Toten, darunter drei Kinder; die Zahl hat sich mehrfach geändert und ist nicht abschliessend. Für die Schweiz bleibt offen, ob sie auf die Lockerung in Washington reagiert: Sie übernimmt Sanktionen in der Regel von der EU. Wir beobachten heute, wie Brüssel und Berlin auf Trumps Forderung antworten und ob der Bundesrat Stellung nimmt.

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Wort des Tages
ZweierticketStaatskunde

Wahlvorschlag einer Fraktion mit zwei Namen für einen frei werdenden Bundesratssitz. Das Parlament ist nicht daran gebunden, wählt aber meist aus dem Ticket.


Märkte · ZinsenQuelle ✓ Börsenschlusskurse (9. Okt.) · Presse ✓ 3 Medien

Wall Street beendet die Woche im Plus, der SMI legt 1,1 Prozent zu. Heute ruhen die Börsen

Die US-Börsen haben die Woche am Freitag im Plus beendet. Der S&P 500 gewann 0,59 Prozent auf 7'811,54 Punkte, die Nasdaq 0,64 Prozent auf 27'366,17 Punkte und der Dow Jones 0,83 Prozent auf 51'654,95 Punkte. Die Zehnjahresrendite, also die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, stieg um 1,3 Basispunkte auf 5,244 Prozent. Gold legte 1,43 Prozent auf 4'216,3 Dollar je Unze zu, die Ölsorte WTI 0,39 Prozent auf 91,85 Dollar je Fass. Bloomberg schreibt, starke Firmengewinne stützten die Rally an der Wall Street; CNBC beschreibt die Woche als Auf und Ab mit neuen Höchstständen und deutlichen Rückschlägen im schwankenden KI-Handel.

Der Schweizer Leitindex SMI schloss am Freitag 1,10 Prozent höher bei 13'787,4 Punkten. Der Dollar kostete am Abend 0,8300 Franken, 0,11 Prozent weniger als am Vortag. Die SIX Swiss Exchange und die US-Börsen sind am Wochenende geschlossen; der nächste Handelstag ist Montag, der 12. Oktober. Was am Wochenende geschah, wird die Märkte dann beschäftigen: der Angriff auf den Flughafen von Riad, das Dieselabkommen zwischen Washington und Moskau und der Streit zwischen Trump und Selenski. Für Schweizer Sparer zählt das über die Pensionskassen: Kursgewinne wirken zeitversetzt auf die Vorsorgeguthaben, Hypothekarzinsen folgen den US-Renditen nur begrenzt. Wie sich der Ölpreis bewegt, lässt sich vorher nicht sagen; eine Prognose ist das nicht.

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Schweiz · VerkehrPresse ✓ 3 Medien · Kein Beschluss, nur Prüfung

Astra prüft über 120 Ampeln an Autobahnzufahrten und nimmt Rückstaus in Kauf

Das Bundesamt für Strassen (Astra) prüft, an mehr als 120 Autobahnzufahrten Ampeln aufzustellen, die einfahrende Autos einzeln auf die Hauptspur lassen. Das berichten der Tages-Anzeiger, 24 heures und die Tribune de Genève. Die Idee heisst Zufahrtsdosierung: Drängen zu viele Fahrzeuge gleichzeitig auf die Autobahn, bricht der Verkehr dort zusammen; wer die Zufahrt bremst, hält die Hauptspur länger flüssig. Der Preis ist, dass sich Rückstaus auf den Gemeindestrassen vor der Auffahrt bilden. Der Bund nimmt sie laut den Berichten bewusst in Kauf.

Betroffene Kantone wie Basel-Stadt stehen den Plänen laut Tages-Anzeiger kritisch gegenüber und wurden bisher nicht in die Planung einbezogen. 24 heures fragt, ob die Lösung gegen Staus am Ende alles verschlimmert. Einen verbindlichen Zeitplan haben wir nicht gefunden; es handelt sich um eine Prüfung, nicht um einen Beschluss. Für Pendler ändert sich damit heute nichts. Wer täglich auffährt, verfolgt die Debatte im eigenen Kanton, denn Kantone und Gemeinden tragen die Folgen auf ihren Strassen. Wir beobachten, ob Kantone Einspruch erheben und ob das Astra die Standorte veröffentlicht.

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Sport · EishockeyPresse ✓ 4 Medien · Rekord laut SRF und Blick

ZSC Lions gewinnen auch das zehnte Spiel und stellen einen Startrekord der National League auf

Die ZSC Lions haben am Samstag Fribourg-Gottéron 5:4 nach Verlängerung geschlagen und damit das zehnte Spiel der Saison gewonnen. SRF, Blick, Tages-Anzeiger und Watson melden, dass damit der Startrekord der National League fällt; Blick nennt die Zürcher alleinige Rekordhalter. Das Siegtor kam laut Blick durch ein Eigentor zustande. Der HC Davos verlor laut SRF erneut gegen Genève-Servette (2:3, RTS), und Ajoie drehte gegen Langnau einen 1:4-Rückstand in ein 5:4 nach Verlängerung (RTS, Le Matin).

Auch im Fussball war es ein Wochenende der Überraschungen. In der zehnten Runde der Super League gewann Lugano 4:0 gegen Luzern, es war der neunte Sieg im zehnten Spiel (SRF, Blick, 20 Minuten). Servette schlug Sion im Rhone-Derby 3:0, und der FC Zürich drehte im strömenden Regen eine Partie gegen Thun. Heute geht es im Formel-1-Rennen in Singapur weiter, wo Max Verstappen von der Pole-Position startet. Wir schreiben das nicht als Prognose: Rekorde sind Momentaufnahmen und enden meist mit der ersten Niederlage.

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Kurz gefasst
  • Abbas verschiebt die palästinensischen Wahlen auf September 2027Reuters · CBS · RTS
  • Paul Seixas gewinnt mit 20 Jahren die Lombardei-Rundfahrt, sein erstes MonumentCNA · L'Équipe · SRF
  • Verstappen startet in Singapur von der Pole-Position, nachdem er den Sprint gewonnen hatWatson · 24 heures
  • Mann stirbt nach Eindringen in ein Tigergehege in einem britischen ZooReuters · Watson · RTS
  • Sturm «Isaias» fordert im Süden der USA vier Tote und lässt Hunderttausende ohne StromSRF · 20 Minuten
  • Polarlichter über der Schweiz20 Minuten · Blick
  • SRF entlässt aus Spargründen die Dokfilmerin Karin Bauer nach 32 JahrenTages-Anzeiger
  • Peach Weber plant Abschiedsshow im Hallenstadion, das Programm «steht bei null»20 Minuten · Blick
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Die USA greifen im Jemen ein.» Nicht belegt. NPR, Al Jazeera und Livemint schreiben, Trump erwäge eine Beteiligung an saudischen Schlägen gegen die Huthi; entschieden ist nichts.
«Selenski wird abgesetzt.» Nicht belegt. Belegt ist nur Trumps Äusserung «new president». Konkrete Schritte haben wir nicht gefunden; die ukrainische Regierung stellte sich laut Zeit hinter Selenski.
«Pascal Schmid ist der Favorit der SVP.» Nicht bestätigt. Blocher lobt ihn laut 20 Minuten und Blick, doch die Fraktion entscheidet erst am 20. November.

Stimmen im Netz

  • Donald Trump (US-Präsident) Truth Social · 10/9Trump schreibt auf Truth Social, Russland werde sofort über 300'000 Tonnen Diesel liefern, in Kürze bis zu 3 Millionen.
  • Donald Trump (US-Präsident) Truth Social · 10/10Trump nennt auf Truth Social Norwegens Entscheid, ihm den Friedensnobelpreis nicht zu geben, einen «unauslöschlichen Makel» (The Independent).
  • Elon Musk (Unternehmer) X · 10/11Musk schreibt auf X, Selenski sei «zu weit gegangen» (Big News Network).
  • Elon Musk (Unternehmer) X · 10/10Musk peilt auf X eine flächendeckende Handyabdeckung in Amerika an, nachdem SpaceX eine Frequenzhürde genommen hat (CNET).
  • Massud Peseschkian (iranischer Präsident) X · 10/9Peseschkian schreibt auf X, regionale Diplomatie müsse ein Werkzeug für Krisenmanagement und Deeskalation sein, nicht nur aus Treffen bestehen.

Aussagen wie gepostet, nicht geprüft.

Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEParmelin-Nachfolge: Die SVP will mindestens zwei Kandidaturen. Friedli bleibt im StänderatSchweiz · PolitikTrump verlangt für die Ukraine einen «neuen Präsidenten». Russische Angriffe auf Saporischschja töten mindestens 20Ukraine-Krieg · PolitikWall Street beendet die Woche im Plus, der SMI legt 1,1 Prozent zu. Heute ruhen die BörsenMärkte · ZinsenAstra prüft über 120 Ampeln an Autobahnzufahrten und nimmt Rückstaus in KaufSchweiz · VerkehrZSC Lions gewinnen auch das zehnte Spiel und stellen einen Startrekord der National League aufSport · Eishockey