SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi hat am Samstag in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF angekündigt, die Partei wolle für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin mindestens zwei Kandidaturen aufstellen. Über Grösse und Besetzung des Tickets entscheidet laut SRF die SVP-Bundeshausfraktion am 20. November; gewählt wird am 9. Dezember von der Vereinigten Bundesversammlung. Aeschi nannte Sprachregionen, Dossierfestigkeit, Führungsqualitäten und Durchsetzungsfähigkeit als Kriterien und liess offen, ob eine Frau auf dem Ticket steht. Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli hatte am Freitagabend erklärt, sie kandidiere nicht; SRF, Tages-Anzeiger, NZZ, Blick, 20 Minuten und Le Temps melden das übereinstimmend. Christoph Blocher hebt laut 20 Minuten und Blick den SVP-Asylchef Pascal Schmid auf den Schild. Offizielle Kandidaturen gibt es nach den Berichten noch nicht.
Der Bundesrat ist die Landesregierung, und jeder Sitzwechsel verschiebt Gewichte zwischen Regionen, Parteien und Geschlechtern. Die SVP verliert mit Friedli ihre meistgenannte Kandidatin und muss neu planen. Dass sie ein Zweierticket will, gibt dem Parlament zumindest formal eine Auswahl.
Für die Bevölkerung ändert sich vorerst nichts. Wer den Sitz übernimmt, bestimmt aber mit, wer künftig die Dossiers von Parmelin führt, falls das Departement nicht wechselt. Das betrifft die Wirtschaftspolitik und damit auch Handelsfragen, die Firmen und Arbeitsplätze berühren.
Ein Zweierticket belebt den Wettbewerb in der Partei, lässt Sprachregionen mitreden und gibt dem Parlament eine echte Wahl.
Ohne klare Favoritin steigt das Risiko eines Streits in der Partei und einer schwächeren Kandidatur. Die anderen Parteien können einen Vorschlag auch ablehnen.
Aeschis Ankündigung ist vor allem ein Fahrplan: Entschieden wird am 20. November, bis dahin bleibt alles Spekulation, auch die Namen Schmid und Amaudruz. Wir achten darauf, ob jemand vorher offiziell antritt und ob die Partei einen Namen aus der Westschweiz bringt. Einzelmeldungen wie Pfisters Departementswechsel oder Zweifel an Jans behandeln wir als offen, bis ein zweites Medium sie bestätigt.
SRF · Tages-Anzeiger · NZZ · Blick · 20 Minuten · Le Temps · RSI (10./11. Okt.)
Parmelin-Nachfolge: Die SVP will mindestens zwei Kandidaturen. Friedli bleibt im Ständerat
Fraktionschef Thomas Aeschi kündigt ein Zweierticket an, entschieden wird erst am 20. November. Mit Esther Friedli ist die meistgenannte Favoritin ausgeschieden; Christoph Blocher nennt Pascal Schmid den stärksten Mann.
Die SVP will die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin mit mindestens zwei Personen bestreiten. Fraktionschef Thomas Aeschi sagte am Samstag in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF, die Partei setze auf ein Zweierticket, schliesse aber mehr als zwei Namen nicht aus. Das melden SRF, bluewin, Watson, RSI und Le Temps übereinstimmend. Über Grösse und Besetzung entscheidet laut SRF die SVP-Bundeshausfraktion an ihrer Sitzung vom 20. November; gewählt wird am 9. Dezember von der Vereinigten Bundesversammlung, also von National- und Ständerat gemeinsam. Als Kriterien nannte Aeschi nach Angaben von SRF angemessen vertretene Sprachregionen, Dossierfestigkeit, Führungsqualitäten und Durchsetzungsfähigkeit. Ob eine Frau auf dem Ticket stehen soll, liess er laut bluewin offen. Aeschi gehört zur Findungskommission der Partei und müsste bei einer eigenen Kandidatur in den Ausstand treten (20 Minuten); ob er antritt, will er «zu gegebener Zeit» sagen. Am Freitagabend hatte die St. Galler Ständerätin Esther Friedli erklärt, sie stehe nicht zur Verfügung. Laut den Berichten will sie ihr Amt im Ständerat nach dreieinhalb Jahren nicht aufgeben. SRF, Tages-Anzeiger, NZZ, Blick, 20 Minuten und Le Temps melden das übereinstimmend; die NZZ schreibt, sie hätte die Wahl wohl gewonnen. Der Tages-Anzeiger sieht in der Absage eine Öffnung für die Männer in der Partei.
Damit bleiben die Namen offen. Parmelin hatte seinen Rücktritt auf Ende 2026 angekündigt und selbst Friedli, die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz und die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli als mögliche Nachfolgerinnen genannt. Aus dem Trio der Frauen ist laut 24 heures ein Duo geworden; Blick schreibt, Rickli tauche vorerst ab. Der frühere SVP-Chef Christoph Blocher hebt laut 20 Minuten den Asylchef der Partei, Pascal Schmid, als stärksten Kandidaten auf den Schild. Das ist die Meinung eines Einzelnen, kein Beschluss. Offizielle Kandidaturen gibt es nach den Berichten noch nicht; die in früheren Berichten genannte Frist vom 23. Oktober haben wir diesmal nicht bestätigt gefunden. Der Sitz gehört nach der Zauberformel der SVP, doch die anderen Parteien müssen ihrem Vorschlag nicht folgen. Parmelin leitet das Wirtschaftsdepartement; wird ein Sitz frei, verteilt die siebenköpfige Landesregierung die Departemente neu, deshalb zählt auch diese Frage. Die NZZ berichtet, auch Linke zweifelten, ob ein SP-Wirtschaftsminister den Gewerkschaften nur nütze; gemeint ist Bundesrat Beat Jans. 20 Minuten meldet, Verteidigungsminister Martin Pfister denke offenbar an einen Wechsel des Departements. Beides sind Einzelmeldungen. Wir beobachten in den nächsten Wochen, ob jemand offiziell antritt und ob die Partei einen Namen aus der Westschweiz vorschlägt.