Cyberangriff taut Kühlregale in Hunderten französischen Supermärkten auf, Lebensmittel müssen weg
In der Nacht auf Montag wurden die Kühlanlagen französischer Supermärkte angegriffen. Betroffen sind nach Angaben der Händler 150 bis 200 Läden von Intermarché und knapp hundert Filialen von Coopérative U; BFMTV hatte zuerst berichtet (RTS, Guardian). Die Hacker schalteten Kühl- und Gefrierschränke in den Abtaumodus (SRF), laut 20 Minuten stiegen die Temperaturen auf bis zu 50 Grad. Frische und tiefgekühlte Ware musste vernichtet werden (Zeit, RTÉ). Die Händler sprechen von einem beispiellosen Angriff (Guardian, 24 heures). Laut Le Temps wurden keine Daten gestohlen. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte den Angriff laut Straits Times. Die Hintergründe sind unklar (SRF).
Der Angriff zeigt, dass nicht nur Datenbanken, sondern auch Maschinen im Alltag angreifbar sind. Wer die Steuerung einer Kühlanlage übernimmt, kann Ware zerstören, ohne ein einziges Datenstück zu stehlen. Für Händler entstehen Verluste, für Kundinnen und Kunden leere Regale.
Aus der Schweiz liegen uns keine Meldungen vor. Der Fall erinnert aber daran, dass auch hier Kühlung und Gebäudetechnik am Netz hängen. Wer einen Betrieb führt, sollte Fernzugriffe absichern und Notfallpläne für Kühlketten haben.
Ein «beispielloser» Angriff auf die Lebensmittelversorgung ist ein Weckruf für kritische Infrastruktur.
Noch ist unklar, ob es Sabotage, Erpressung oder ein Test war; vorschnelle Schuldzuweisungen helfen nicht.
Gesichert sind die Zahl der Läden und der Schaden an der Ware, nicht der Täter. CNA nennt über 400 betroffene Läden und veraltete Systeme, Blick auch Belgien und die Niederlande; beides stützt kein zweites Medium. Wir achten auf ein Bekennerschreiben und darauf, wie schnell die Kühlung wiederhergestellt wird.
DailyDrop Ausgabe Schweiz Nr. 9 · Morgenausgabe · Di., 13. Okt. 2026