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Ukraine-Krieg · PolitikPresse ✓ 9 Medien · Moskau bestätigt keine Waffenruhe

Trotz «Energie-Waffenruhe» trifft Russland laut Selenski sechs Energieanlagen. Die EU-Aussenminister beschliessen Rekord-Sanktionen

Moskau bestätigt bis Montagabend keine Waffenruhe, der Kreml lehnt Selenskis Idee einer 60-tägigen Pause für Wahlen ab. Die EU richtet neue Strafmassnahmen gegen knapp 1600 Ziele, ein SRF-Korrespondent spricht von einem «starken Zeichen».

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat am Montag gesagt, Russland habe sechs Energieanlagen seines Landes getroffen, obwohl US-Präsident Donald Trump am Sonntag auf Truth Social eine «Energie-Waffenruhe» verkündet hatte (Ukrinform, PBS, The Hill). Putin lese Truth Social nicht, sagte Selenski laut Fortune. Zugleich erklärte er, die Ukraine sei zu einer Waffenruhe für Energieanlagen bereit, bei Putin sei er sich aber nicht sicher; Kiew werde antworten, falls Russland die Pause im Winter nicht einhalte (FinancialJuice, Bloomberg, RTS). Moskau hat bis Montagabend nicht bestätigt, dass eine solche Waffenruhe in Kraft ist (RTS, Watson, BBC). Der Kreml lehnte ausserdem Selenskis Idee einer 60-tägigen Waffenruhe für Wahlen ab und verlangt ein umfassendes Friedensabkommen (Reuters, UNITED24 Media). Russlands Aussenminister Sergei Lawrow sagte laut 20 Minuten, Selenski habe auf dem Schlachtfeld keine Pause verdient. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas sagte laut FinancialJuice, eine Waffenruhe funktioniere nicht, wenn sich nur eine Seite daran halte. Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, der US-General Alexus Grynkewich, sagte am Montag auf einem Verteidigungsforum in Warschau, ein Angriff auf Nato-Staaten wäre «völlig vergeblich»; ein Konflikt stehe nicht unmittelbar bevor, Moskau solle die roten Linien des Bündnisses nicht überschreiten (RTS, Reuters, NZZ). Die NZZ schreibt, seine neue «Siegestheorie» sehe eine dreistufige Abwehr vor, die auch Schläge auf dem Boden des Gegners einschliesse. Über Verletzte und Tote gehen die Angaben auseinander: Watson meldet einen Toten bei einem Drohnenangriff auf Kiew, TVC News nennt 21 Tote bei russischen Angriffen; eine unabhängige Bestätigung dafür fehlt.

Die EU-Aussenminister beschlossen am Montag neue Sanktionen gegen knapp 1600 Personen, Unternehmen und Organisationen (SRF). Le Temps zählt fast 1650 Namen und spricht vom grössten Paket seit Kriegsbeginn; Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung und Watson titeln mit «Rekord-Sanktionen gegen russische Kriegshelfer». Le Temps weist darauf hin, dass sich hybride Angriffe, etwa Sabotage, schwer sanktionieren lassen. Ein EU-Korrespondent des SRF nennt die Sanktionen «kaum mehr als ein starkes Zeichen». Zusätzlich belastet Trumps Dieselabkommen mit Moskau, das er am Freitag verkündet hatte, das Verhältnis zu Kiew: Laut SRF nützt der Streit zwischen Trump und Selenski vor allem Putin. Le Temps sieht in dem Abkommen den Versuch, vor den Wahlen den Benzinpreis zu senken. Republikaner äussern laut Bloomberg Unbehagen; der Abgeordnete Mike Lawler sagte, die USA sollten kein Dieselgeschäft mit Russland machen. Sieben US-Senatoren beider Parteien forderten Trump laut Nowaja Gaseta Europa auf, das Abkommen fallen zu lassen. Polens Aussenminister Radosław Sikorski sagte laut Bloomberg, Trump müsse Russland unter Druck setzen, nicht die Ukraine. Der Ölpreis reagierte: Brent notierte laut The Hill am Montagnachmittag bei knapp 106 Dollar. Die Schweiz übernimmt EU-Sanktionen in der Regel; ob sie auch dieses Paket übernimmt, ist nicht gemeldet. Wir beobachten heute, ob Moskau die Waffenruhe bestätigt und ob weitere Energieanlagen getroffen werden.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
6Energieanlagen, die Russland am Montag laut Selenski traf
knapp 1600Ziele der neuen EU-Sanktionen (SRF)
60 TageWaffenruhe, die der Kreml ablehnt (Reuters)
Cybersicherheit · FrankreichPresse ✓ 8 Medien · Urheber unbekannt

Cyberangriff taut Kühlregale in Hunderten französischen Supermärkten auf, Lebensmittel müssen weg

In der Nacht auf Montag hat ein Cyberangriff die Kühlanlagen von Supermärkten in Frankreich lahmgelegt. Betroffen sind laut den Händlern 150 bis 200 Läden der Kette Intermarché und knapp hundert Filialen von Coopérative U; BFMTV hatte zuerst berichtet (RTS, Guardian). Die Hacker stellten Kühl- und Gefrierschränke auf Abtauen um (SRF), die Geräte heizten sich laut 20 Minuten auf bis zu 50 Grad auf. Frische und tiefgekühlte Ware musste weggeworfen werden (Zeit, RTÉ). Die Händler sprechen von einem «beispiellosen» Angriff (Guardian, 24 heures). Reuters meldet rund 150 getroffene Intermarché-Läden. Daten wurden laut Le Temps nicht gestohlen; die Folge ist verdorbene Frischware, nicht ein Datenleck. Die Staatsanwaltschaft Paris bestätigte den Angriff laut Straits Times; dort heisst es auch, weitere grosse Ketten seien offenbar betroffen. Wer dahintersteckt, ist unklar (SRF). CNA berichtet von über 400 betroffenen Läden und veralteten Steuerungen; das stützt kein zweites Medium. Blick nennt auch Belgien und die Niederlande, was die Händler nicht bestätigt haben. Meldungen aus Schweizer Läden liegen uns nicht vor. Wir beobachten, ob sich jemand zum Angriff bekennt und wann die Märkte wieder voll kühlen.

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Wort des Tages
SteuerungssystemTechnik

Rechner, der Maschinen wie Kühlanlagen automatisch regelt. Gelangen Hacker hinein, können sie Temperaturen verändern, ohne Daten zu stehlen.


Märkte · EnergieQuelle ✓ Börsenschlusskurse (12. Okt.) · Presse ✓ 4 Medien

Wall Street schliesst zum Wochenstart gemischt: S&P 500 minimal im Minus, Nasdaq verliert 0,4 Prozent

Die US-Börsen haben den Montag uneinheitlich beendet. Der S&P 500 gab 0,06 Prozent auf 7'807,24 Punkte nach, die Nasdaq 0,44 Prozent auf 27'245,90 Punkte (Yahoo Finance, Reuters). Zum Dow Jones meldet Clarín einen Gewinn, den Schlusskurs konnten wir nicht bestätigen. Chipwerte gaben nach (Bloomberg, Jornal de Negócios). Anleger hielten sich vor den US-Inflationsdaten und den Quartalszahlen der Grossbanken zurück, etwa von JPMorgan (Clarín, RTP). Brent kostete am Montagnachmittag knapp 106 Dollar, rund 1,20 Dollar mehr als am Freitag (The Hill); ABC nennt in der Nacht fast 107 Dollar.

Den Schlussstand des Schweizer Leitindex SMI und den Dollar-Franken-Kurs vom Montag konnten wir bei keinem zweiten Medium bestätigen; die Kästen oben zeigen deshalb einen Strich. Ölpreis und Gold am Montag lassen wir offen, weil uns dafür zwei Quellen fehlen. Bloomberg schreibt, der Forschungsarm von BlackRock sei bei US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit zuversichtlicher geworden und stufe Aktien herab, nachdem die Renditen auf den höchsten Stand seit über 20 Jahren gestiegen seien. Wichtig für Schweizer Sparer: Die Pensionskassen legen einen Teil in US-Aktien an, Kursschwankungen wirken zeitversetzt. Die Schlusskurse vom Dienstag kommen nach dieser Ausgabe.

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Schweiz · PolitikPresse ✓ 5 Medien · Abstimmung am 29. November

Kriegsmaterialgesetz: Gegner nennen die Lockerung der Waffenexporte «unmoralisch» und «gegen die Ukraine»

Am Montag hat in Bern das Referendumskomitee seine Argumente gegen die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes vorgestellt (SRF, Watson). Über die Vorlage stimmt die Schweiz am 29. November ab (RTS, 24 heures). Das Komitee nennt sie laut RTS und 24 heures «unmoralisch» und «gegen die Ukraine». Der Bundesrat will die Regeln für Waffenausfuhren lockern, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten (24 heures). Die Linke warnt vor Risiken (20 Minuten).

Das Kriegsmaterialgesetz regelt, in welche Länder Schweizer Firmen Rüstungsgüter liefern dürfen. Wie das Parlament über die Änderung abgestimmt hat und welche Parteien die Vorlage unterstützen, geht aus unseren Quellen vom Montag nicht hervor. Für Stimmberechtigte bedeutet es: Die Kampagne beginnt, die Abstimmung ist in knapp sieben Wochen. Wir beobachten, wie sich die Befürworter äussern und ob Rüstungsfirmen Zahlen zu den Arbeitsplätzen vorlegen.

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Wirtschaft · ArbeitsmarktPresse ✓ 4 Medien · Zahlen laut Medienberichten

Zimmer Biomet streicht in Winterthur bis zu 490 statt 580 Stellen

Der US-Medizintechnikkonzern Zimmer Biomet baut in Winterthur im Kanton Zürich weniger Stellen ab als angekündigt: Betroffen sind noch bis zu 490 statt der ursprünglich genannten 580 Arbeitsplätze (SRF, Tages-Anzeiger, Watson). «Jetzt ist es definitiv», schreibt der SRF. Laut Tages-Anzeiger soll vor 2028 keine Stelle wegfallen. Ein Teil der Produktion bleibt nach Angaben der NZZ in Winterthur, die Stadtregierung zeigt sich erleichtert.

Die Zahl bleibt trotzdem gross: Es ist ein Abbau «im grossen Stil», wie der SRF schreibt. Für die Betroffenen heisst die Frist bis 2028 Zeit für Umschulung oder Stellensuche. Offen ist laut den Meldungen, wie viele Stellen genau in Winterthur bleiben und welche Teile der Produktion wohin wandern. Wir beobachten, ob Gewerkschaften und Stadt einen Sozialplan fordern.

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Kurz gefasst
  • «Breaking Bad»-Darsteller RJ Mitte ist mit 34 Jahren gestorbenBlick · Spiegel · FAZ · Welt
  • Schauspielerin Selma Blair wird nach einem Vorfall im Flugzeug festgenommen, sie soll Flugpersonal verletzt habenWatson · Tages-Anzeiger · 20 Minuten
  • Deutschland: Arbeitsministerin Bärbel Bas tritt zurück, Alexander Schweitzer soll nachfolgenSRF · Zeit
  • Dänemark will Lehrern körperliches Eingreifen erlaubenSRF · Blick
  • Frankreich: 14-Jähriger schiesst mit Jagdgewehr auf Schulleiter und Lehrerin, das Motiv ist unklarSRF · blue News · RSI
  • Grippeimpfstoffe treffen mit Verspätung ein, eine Knappheit ist laut RTS nicht zu befürchtenRTS
  • Freiburger Jäger wollen den geschützten Steinbock schiessen dürfenRTS
  • EDA sucht einen neuen Staatssekretär, Bundesrat Cassis schreibt die Stelle ausTages-Anzeiger
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Russland und die Ukraine halten die Energie-Waffenruhe ein.» Nicht belegt. Selenski meldet sechs getroffene Energieanlagen, Moskau hat keine Waffenruhe bestätigt.
«Der Cyberangriff traf auch Belgien und die Niederlande.» Nur Blick schreibt das. Die französischen Händler sprechen von Läden in Frankreich; ein zweites Medium bestätigt es nicht.
«Das FCZ-Umfeld steckt hinter den Krawallen am Hardplatz.» Nicht belegt. Die NZZ schreibt, Spuren am Tatort deuteten in dieses Milieu. Eine Bestätigung der Polizei fehlt in unseren Quellen.

Stimmen im Netz

  • Donald Trump, US-Präsident Truth Social · 10/12Trump behauptet laut Firstpost, die EU habe Russland 250 Milliarden Dollar für Energie bezahlt, und wirft den «Fake-News-Medien» vor, das zu verschweigen.
  • Donald Trump, US-Präsident Truth Social · 10/12Trump verteidigt laut Quartz das Dieselabkommen mit Russland trotz parteiübergreifender Kritik.

Aussagen wie gepostet, nicht geprüft.

Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABETrotz «Energie-Waffenruhe» trifft Russland laut Selenski sechs Energieanlagen. Die EU-Aussenminister beschliessen Rekord-SanktionenUkraine-Krieg · PolitikCyberangriff taut Kühlregale in Hunderten französischen Supermärkten auf, Lebensmittel müssen wegCybersicherheit · FrankreichWall Street schliesst zum Wochenstart gemischt: S&P 500 minimal im Minus, Nasdaq verliert 0,4 ProzentMärkte · EnergieKriegsmaterialgesetz: Gegner nennen die Lockerung der Waffenexporte «unmoralisch» und «gegen die Ukraine»Schweiz · PolitikZimmer Biomet streicht in Winterthur bis zu 490 statt 580 StellenWirtschaft · Arbeitsmarkt