Trump fordert nach dem Diesel-Streit einen neuen Präsidenten für die Ukraine, Kiew und London stellen sich hinter Selenskyj, Berlin hält an den Sanktionen fest
Trump sagte am Samstag, es sei Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekomme (BBC, DW, Zeit, Tagesschau, FAZ, Süddeutsche, Spiegel). Hintergrund ist der Streit um den Diesel-Deal mit Russland, den Selenskyj eine „Investition in den Krieg“ genannt hatte. Die ukrainische Regierung stützt Selenskyj (Zeit, Handelsblatt); aus London kam „völlige Solidarität“ (Straits Times, ANSA). Dmitrijew, Putins Wirtschaftsgesandter, nannte Trumps Äußerung „ikonisch“ (ANSA, EADaily). Republikaner im Kongress lehnen den Diesel-Deal und die Worte ab (The Hill). Deutschland hält an den Russland-Sanktionen fest (Reuters, DW). Russische Angriffe töteten am Samstag 20 bis 21 Menschen (France 24, Straits Times).
Ein US-Präsident, der öffentlich den Sturz eines Verbündeten fordert, verschiebt die Lage im Krieg und in der Nato-Politik. Er wirkt zugleich auf den Verhandlungstisch, an dem Europa und Kiew mit Washington sitzen.
Der Streit kann die Energiepreise und die Sicherheitslage in Europa berühren. Für Deutschland geht es um die Frage, ob die Sanktionslinie gegen Russland hält und wie sich Berlin zu Trump stellt.
Wer den Krieg beenden will, braucht in Kiew jemanden, der verhandelt, und in Washington einen Präsidenten, der Druck macht.
Über das Staatsoberhaupt eines angegriffenen Landes entscheidet dessen Volk, nicht ein fremder Präsident; der Vorstoß stärkt Moskau.
Zwei Fragen zählen. Erstens, ob aus den Worten ein Schritt wird, etwa ein Druckmittel gegen Kiew; bisher gibt es keinen. Zweitens, ob Europa seine Linie hält. Berlin sagt ja, ein Kommentar der Bundesregierung zu Trumps Forderung fehlt noch.
DailyDrop Ausgabe Deutschland Nr. 7 · Morgenausgabe · So., 11. Okt. 2026