Wirtschaft · Europa · Presse ✓ 4 Medien · Stand großteils 1. Oktober

Frankreichs Staatsanleihen erreichen die höchste Rendite seit 2002 und belasten die Stimmung in Europa

Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen lag am 1. Oktober bei 4,94 Prozent und näherte sich 5 Prozent, so hoch wie zuletzt 2002 (Yahoo Finance, Handelsblatt, aktien.news, Investing.com). Der Abstand zu deutschen Bundesanleihen betrug laut Bloomberg 1,59 Prozentpunkte, so viel wie seit 2012 nicht. Zwischenzeitlich fiel die Rendite wieder auf etwa 4,75 Prozent. Premier Lecornu legte einen Haushalt 2027 mit 54 Milliarden Euro Einsparungen vor; die Schuldenquote beträgt 119 Prozent.

Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Steigende Zinsen dort verteuern Schulden und können auf andere Euro-Länder und den Euro-Kurs ausstrahlen.

Die Zinsen für österreichische Staatsanleihen hängen mit dem Euro-Raum zusammen. Für Sparer und Kreditnehmer ist vor allem der Leitzins der EZB entscheidend.

Optimisten verweisen auf die gesunkene Rendite nach niedrigeren Energiepreisen und den Sparhaushalt.

Skeptiker sehen in der politischen Blockade in Paris das eigentliche Risiko, weil Einsparungen schwer durchsetzbar sind.

Der Renditeabstand ist das Signal, das man verfolgen sollte, nicht die einzelne Prozentzahl. Weitet er sich über 1,6 Punkte hinaus, wächst der Druck auf die EZB und auf Paris.

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