Medizin-Nobelpreis 2026 geht an Hegemann, Nagel und Deisseroth für die Optogenetik
Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 geht an Peter Hegemann (71, Humboldt-Universität Berlin), Georg Nagel (73, Universität Würzburg) und Karl Deisseroth (54, Stanford University). Das Karolinska-Institut würdigt ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik (ZDFheute, Ärzteblatt, Spektrum, Euronews). Hegemann und Nagel fanden in einer Grünalge das lichtempfindliche Protein Kanalrhodopsin; damit lassen sich Nervenzellen per Licht steuern. Nagels Arbeit entstand laut Ärzteblatt am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt. Der Preis ist mit zwölf Millionen Kronen dotiert, die Verleihung findet am 10. Dezember statt.
Die Optogenetik ist ein Standardwerkzeug der Hirnforschung geworden: Forschende können damit untersuchen, welche Nervenzellen welche Funktion haben, und neue Therapieansätze für Hirn- und Sehstörungen erproben.
Für Patientinnen und Patienten ist das Grundlagenforschung; Therapien auf dieser Basis sind noch selten. Österreichische Bezüge zum Preis hat DailyDrop nicht gesehen.
Die Auszeichnung belohnt Grundlagenforschung, deren Nutzen sich erst Jahrzehnte nach der Entdeckung zeigte.
Beobachter fragen, wann aus dem Werkzeug breit einsetzbare Behandlungen werden; bisher gibt es nur wenige Anwendungen am Menschen.
Die Entscheidung passt zum Muster, dass der Preis Methoden würdigt, die ganze Forschungsfelder öffnen. Interessant wird, wie schnell klinische Studien nachziehen.
DailyDrop Ausgabe Österreich Nr. 2 · Morgenausgabe · Di., 6. Okt. 2026