Friedensnobelpreis 2026 geht an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay
Der Friedensnobelpreis 2026 geht an die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay. Das Nobelkomitee würdigt „ihre Bemühungen um die Förderung des Friedens und des Völkerrechts“ (Berliner Zeitung, watson, taz, Spektrum, Tages-Anzeiger). Pillay, 1941 in Durban geboren, wuchs unter der Apartheid auf, war Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Es gab 287 Vorgeschlagene, 208 Personen und 79 Organisationen. Bei der Bekanntgabe war sie nicht erreichbar, das Komitee bat sie öffentlich um Rückruf. Die Verleihung ist am 10. Dezember in Oslo.
Die Wahl rückt die strafrechtliche Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Völkermord in den Mittelpunkt, zu einem Zeitpunkt, an dem Völkerrecht in mehreren Konflikten unter Druck steht.
Für Österreich als Sitz internationaler Organisationen ist die Stärkung des Völkerrechts ein zentrales außenpolitisches Thema.
Befürworter sehen eine Auszeichnung für unabhängige Justiz und Menschenrechte statt für politische Deals.
Kritiker, etwa Donald Trump, wenden ein, der Preis gehe an eine wenig bekannte Person und nicht an jemanden, der Kriege beendet habe.
Der Preis ist auch eine Aussage über Verfahren statt Verhandlungsrunden. Wie viel Aufmerksamkeit er auf das Völkerrecht lenkt, zeigt sich an den Reaktionen der Regierungen in den nächsten Tagen.
DailyDrop Ausgabe Österreich Nr. 6 · Morgenausgabe · Sa., 10. Okt. 2026