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Inland · Berlin✓ 5 Medien · Finanzierung und Verfassungsmäßigkeit laut Berichten offen

Linke, Grüne und SPD einigen sich in Berlin auf ein Sondierungspapier und empfehlen Koalitionsverhandlungen

Das Papier sieht die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände vor; Söder und die Junge Union reagieren mit scharfer Kritik und Forderungen nach Sanktionen.

Linke, Grüne und SPD haben sich in Berlin am Samstag auf ein gemeinsames Sondierungspapier geeinigt und empfehlen ihren Parteien, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Das berichten ZDF und Tagesspiegel. Das 30-seitige Papier trägt nach Angaben des Tagesspiegels den Titel „Mehr gemeinsam, mehr Berlin“. Kern ist die Vergesellschaftung: Wohnungskonzerne mit mehr als 10.000 Wohnungen sollen in eine Anstalt öffentlichen Rechts überführt werden, die Entschädigung soll höchstens 16 Milliarden Euro betragen. Die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach laut Berichten von rund 160.000 Wohnungen bei fünf Unternehmen; Genossenschaften und Wohnungen, die seit 2021 gebaut wurden oder entstehen, sind ausgenommen. Zudem soll binnen eines Jahres eine gesetzliche Grundlage für eine verbindliche WBS-Quote bei Bestandswohnungen geschaffen werden. Das Papier behandelt außerdem Mietenpolitik und den Landeshaushalt. Die Parteigremien müssen zustimmen, die Verhandlungen könnten Anfang November beginnen. Berlins CDU-Landeschef Stefan Evers kritisierte die Einigung scharf. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey von der SPD warnte laut Berichten vor schwerwiegenden Folgen der Vergesellschaftung; eine Koalition mit der Linken hatte sie nach einer dpa-Meldung vom 11. Oktober abgelehnt. Offen bleiben nach einem der Berichte die Finanzierung und die Verfassungsmäßigkeit.

Auf Bundesebene fiel die Reaktion der Union auf die Einigung der drei Parteien deutlich aus. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte SPD und Grüne nach Berichten von ZDF und Jüdischer Allgemeiner auf, die Gespräche mit der Linken zu beenden; er verwies darauf, dass es im Abgeordnetenhaus auch eine Mehrheit mit der CDU gebe. Am Sonntag sprach CSU-Chef Markus Söder beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn von einer „roten Front“ in Berlin und nannte ein solches Bündnis einen „neuen Sündenfall“. Er forderte eine „Brandmauer nach links“, wie Handelsblatt und Berliner Zeitung berichten. Laut Handelsblatt und t-online drohte er zudem mit Kürzungen im Länderfinanzausgleich, selbst „wegen mir auch nur für Berlin“; Berlin erhalte daraus schon etwa vier Milliarden Euro. Die Junge Union beschloss nach den Berichten eine Resolution, die ein soziales Ächten des Bündnisses, ein schnelleres Verbot geplanter Vergesellschaftungen und einen Ausschluss einer solchen Landesregierung von Informationen des Bundesverfassungsschutzes und des Bundeskriminalamts verlangt. Söder unterstützte den Vorschlag. Ein Koalitionsvertrag liegt nicht vor; die Sanktionen sind bislang Forderungen.

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Welt · Frankreich✓ 5 Medien · Zahlen zu Festnahmen und Verletzten weichen ab

Landesweiter Protesttag in Frankreich eskaliert: Plünderungen, Brände und Tausende Festnahmen

Bei einem landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten ist es in Frankreich am Samstag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Brennende Rathäuser, geplünderte Geschäfte und Straßenschlachten melden Tagesspiegel (dpa) und ORF. Nach einer Krisensitzung der Regierung nannte Premierminister Sébastien Lecornu laut ORF 1.200 Festnahmen und 150 verletzte Polizisten und sprach von „Gewalt von extremer Intensität“. Spätere Angaben des Innenministeriums nennen nach dpa mehr als 1.800 Festnahmen und über 500 verletzte Polizisten, Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte; in Paris allein wurden laut Kronehit 855 Menschen in Gewahrsam genommen. Die Regierung zählte rund 550.000 Teilnehmer, die Organisatoren rund 800.000, wie ORF berichtet; für Paris nannte das Innenministerium nach dpa 110.000. Lecornu machte eine „besonders gewalttätige Ultralinke“ verantwortlich, und der Innenminister sprach laut den Berichten von vermummten Randalierern aus dem linksextremen Spektrum. Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Gewalt. „Nichts rechtfertigt das, nichts erklärt das, nichts entschuldigt das“, zitiert ihn das ZDF; laut 20 Minuten sagte er außerdem, alle empfänden „Wut und Scham“, und Demonstrierende dürfe man nicht mit Randalierern verwechseln. Das ZDF meldet, er habe einen Runden Tisch angekündigt. Nach t-online sprach Lecornu davon, dass die Gewalt als „Aufwärmrunde“ vor den Präsidentschaftswahlen genutzt werde. Am Sonntag kam es nach den Berichten in Paris erneut zu Ausschreitungen, die Polizei setzte Tränengas ein. Die Angaben zu Festnahmen und Verletzten unterscheiden sich je nach Quelle und Zeitpunkt der Meldung.

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Welt · USA und Russland✓ 4 Medien · Dauer der Aussetzung und Gegenleistung nicht genannt

Trump setzt neue Russland-Sanktionen aus – Republikaner und Demokraten kritisieren die Entscheidung

US-Präsident Donald Trump hat ein im September verabschiedetes Sanktionspaket gegen Russland per Dekret ausgesetzt. Das berichten ORF, watson, taz und die Werra-Rundschau. Nach watson sah das Gesetz vor, dass Zölle und Sanktionen 30 Tage nach der Unterzeichnung automatisch greifen; Trump setzte sie kurz vor Ende dieser Frist aus und nannte als Grund das nationale Interesse der USA. Der Schritt folgt nach Angaben von watson nur eine Woche auf ein Dieselabkommen mit Russland und rund zwei Wochen vor den Kongresswahlen. Außenminister Marco Rubio soll die wirtschaftlichen Auswirkungen innerhalb von bis zu 60 Tagen prüfen.

Die Kritik kommt über Parteigrenzen hinweg. Der republikanische Senator Thom Tillis nannte die Entscheidung laut watson „mehr als unverantwortlich“, sein Parteikollege Ted Cruz sprach von einem „Fehler“, und der Abgeordnete Michael McCaul forderte Trump auf, den Schritt zurückzunehmen. Der demokratische Minderheitsführer Chuck Schumer sagte, Trump habe Wladimir Putin damit das beste Geburtstagsgeschenk gemacht, und bezeichnete das Dieselabkommen als „Pakt mit dem Teufel“. Die taz berichtet von überparteilicher Kritik am Umgang des Präsidenten mit der Ukraine. Wie lange die Aussetzung gelten soll und ob Washington von Moskau eine Gegenleistung erwartet, geht aus den Berichten nicht hervor.

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Welt · Ukraine-Krieg✓ 3 Medien · Angaben stammen von russischen Stellen

Russland meldet 1.015 abgeschossene ukrainische Drohnen – Brände und ein Toter in Sankt Petersburg

Russland hat für die Nacht zum Sonntag einen großen ukrainischen Drohnenangriff auf Sankt Petersburg und das Gebiet Leningrad gemeldet. Das Verteidigungsministerium in Moskau spricht laut VOL.AT und Blick von 1.015 abgefangenen Drohnen zwischen 19 Uhr am Samstag und 7 Uhr am Sonntag (MESZ); der Gouverneur nennt für die Region Sankt Petersburg 126 abgeschossene Drohnen. Nach russischen Angaben starb ein Mensch. Zur Zahl der Verletzten widersprechen sich die Meldungen: Der Gouverneur sprach von 15, die Agentur TASS von mindestens zehn. Brände brachen laut den Berichten am Ölterminal im Hafen, in einem Öllager und in Industriehallen aus. Das Logistikzentrum von Ozon und ein Rechenzentrum des Internetunternehmens VK wurden nach Angaben der Unternehmen getroffen, Trümmer sollen Stromausfälle verursacht haben. Der Flughafen Pulkowo setzte seinen Betrieb nach TASS zeitweise „aus Sicherheitsgründen“ aus, wie nau.ch berichtet. Die Ukraine hat den Angriff nach den vorliegenden Berichten zunächst nicht bestätigt. Das Ausmaß der Schäden war zum Zeitpunkt der Meldungen noch unklar.

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Sport · Bundesliga✓ 3 Medien · Nachfolge im Sportbereich offen

Markus Krösche verlässt Eintracht Frankfurt mit sofortiger Wirkung als Sportvorstand

Markus Krösche ist als Vorstand Sport von Eintracht Frankfurt zurückgetreten, mit sofortiger Wirkung und auf eigenen Wunsch. Das teilte der Verein am Sonntag mit, wie Bundesliga.com, t-online und Goal berichten. Der Aufsichtsrat entsprach seiner Bitte. Axel Hellmann übernimmt Krösches Aufgaben kommissarisch und rückt vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden auf. Über die langfristige Besetzung des Sportbereichs will der Klub in den kommenden Wochen entscheiden. Der Rücktritt kommt wenige Tage nach dem 1:0-Heimsieg gegen Köln. Die Gründe für den Schritt nennen die Berichte nicht. Krösche war fünf Jahre bei der Eintracht; in diese Zeit fällt der Gewinn der Europa League. Nach Angaben der Berichte hatte es in den vergangenen Monaten mehrfach Gerüchte über einen Abschied gegeben. Die Angaben zu den Vertragsmodalitäten unterscheiden sich zwischen den Meldungen.

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Kurz gefasst
  • Vier Tote auf kanadischer MilitärbasisBei einem Feuer auf dem Stützpunkt Wainwright in Alberta starben vier Menschen (Handelsblatt, SRF).
  • Brighton schlägt Crystal Palace 5:0Diego Gómez traf aus 51 Metern von der Mittellinie (Sport1, Blick).
  • US-Daten für die Ukraine fließen wiederNach einer mehrtägigen Unterbrechung erhält Kiew laut Präsident Selenskyj wieder Geheimdienstinformationen zur Raketenabwehr: „Jetzt funktioniert es“ (Spiegel, Welt).
  • Stromausfall an der WestküsteIn fünf Kreisen Schleswig-Holsteins waren rund 40.000 Haushalte ohne Strom; nach einer Explosion in einem Umspannwerk bei Friedrichstadt ist der Großteil wieder versorgt (NDR, ZEIT).
  • Kallas verurteilt SiedlerangriffDie EU-Außenbeauftragte fordert Konsequenzen nach einem Angriff israelischer Siedler auf einen Konvoi europäischer Diplomaten im Westjordanland (ZEIT, Spiegel).
  • AfD-Mann lehnt eigene Wahl abAndreas Bluhm kreuzte in Cloppenburg auf dem Formular das falsche Kästchen an und verlor so seinen Sitz im Stadtrat (Spiegel, Stern).
  • Ostwind stoppt InselfährenNiedrigwasser an der Nordsee legt mitten in den Herbstferien Fähren lahm, die Verbindung nach Juist fällt auch am Montag aus (NDR, SZ).
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

Berlin hat bereits eine rot-grün-rote Regierung. Linke, Grüne und SPD empfehlen Koalitionsverhandlungen; laut ZDF und Tagesspiegel müssen die Parteigremien zustimmen, Verhandlungen könnten Anfang November beginnen.
Die USA haben die Russland-Sanktionen aufgehoben. Nach ORF, watson und taz hat Trump das Paket per Dekret ausgesetzt; Rubio soll die Folgen binnen bis zu 60 Tagen prüfen.
Die Gewalt in Frankreich ging allein von Linksextremen aus. Lecornu und der Innenminister machen laut ZDF und t-online die Ultralinke verantwortlich; Macron unterscheidet Demonstrierende von Randalierern, und die Zahlen zu Festnahmen unterscheiden sich je nach Quelle.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Politik, Wirtschaft, Recht und Sicherheit, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABELinke, Grüne und SPD einigen sich in Berlin auf ein Sondierungspapier und empfehlen KoalitionsverhandlungenInland · BerlinLandesweiter Protesttag in Frankreich eskaliert: Plünderungen, Brände und Tausende FestnahmenWelt · FrankreichTrump setzt neue Russland-Sanktionen aus – Republikaner und Demokraten kritisieren die EntscheidungWelt · USA und RusslandRussland meldet 1.015 abgeschossene ukrainische Drohnen – Brände und ein Toter in Sankt PetersburgWelt · Ukraine-KriegMarkus Krösche verlässt Eintracht Frankfurt mit sofortiger Wirkung als SportvorstandSport · Bundesliga