Die SPÖ-Landesparteichefs trafen sich am Sonntag, 4. Oktober, im Wiener Hotel Steigenberger zu einer von Andreas Babler selbst angesetzten Krisensitzung (Heute, ORF). Ergebnis ist ein Rückzug auf Raten: Babler bleibt vorerst Parteivorsitzender und Vizekanzler, die Geschäfte führen Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher als geschäftsführende Doppelspitze. Finanzminister Markus Marterbauer soll Anfang 2027 Vizekanzler werden, Babler soll danach als Minister weitermachen (ORF, VOL.AT, Kosmo). Marterbauer ist wegen einer Krebserkrankung in Behandlung, der Zeitpunkt hängt von seiner Genesung ab. Die Berichte nennen unterschiedliche Zeitpunkte für den formellen Abschied vom Parteivorsitz, die endgültige Führung soll ein Parteitag klären. Heute und Exxpress beschreiben, dass die Landesparteichefs fast einhellig Bablers Abgang wollten; das stützt sich teils auf ein nicht überprüfbares „Protokoll“.
Die SPÖ ist Juniorpartner der Dreierkoalition mit ÖVP und NEOS. Ein monatelanger Übergang an der Parteispitze birgt das Risiko, dass die Regierungsarbeit unter innerparteilichen Machtfragen leidet. Gleichzeitig steht die SPÖ in Umfragen schwach da: Börse-Express nennt 12 Prozent und Platz vier hinter den Grünen.
Für Sie ändert sich zunächst nichts: Die Regierung bleibt im Amt, Gesetzesvorhaben laufen weiter. Wie stabil die Koalition ist, zeigt sich erst bei den großen Reformthemen des Herbstes, etwa der Sozialhilfe.
Die Einigung sei ein geordneter Übergang: Babler bleibt handlungsfähig, die Partei bekommt Zeit für die Nachfolge, und die Regierung wird nicht gesprengt. So sehen es Teile der SPÖ-Landesorganisationen, die der Lösung eine Chance geben wollen.
Ein Rückzug auf Raten verlängere die Unsicherheit. Kritiker, darunter NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger, bemängeln mehrmonatige Übergangsprozesse; die FPÖ nutzt die Lage für die Forderung nach Neuwahlen.
Entscheidend ist nicht, wer im Jänner auf dem Papier Vizekanzler ist, sondern ob die SPÖ bis dahin an der Regierungsarbeit mitwirkt, statt sich mit sich selbst zu beschäftigen. Beobachten Sie drei Dinge: ob die Gremien die Doppelspitze zügig bestätigen, ob Marterbauers Gesundheit den Zeitplan hält und ob ÖVP und NEOS bei Reformen Tempo verlangen.
ORF (orf.at), VOL.AT, Heute, Kosmo, profil (4.–5. Okt. 2026)
SPÖ einigt sich auf Rückzug auf Raten: Babler bleibt vorerst, Holzleitner und Kucher führen die Geschäfte
Nach einem Krisentreffen der Landesparteichefs in Wien soll Andreas Babler Parteivorsitz und Vizekanzleramt schrittweise abgeben, Minister bleibt er. Kanzler Christian Stocker (ÖVP) hält an der Dreierkoalition fest und schließt Neuwahlen aus.
Die SPÖ hat sich am Sonntag, 4. Oktober, bei einem Krisentreffen im Wiener Hotel Steigenberger auf einen gestaffelten Abgang ihres Vorsitzenden Andreas Babler geeinigt, berichten ORF, Heute und VOL.AT. Babler bleibt vorerst Parteichef und Vizekanzler. Die laufenden Geschäfte führen künftig die Frauenvorsitzende und Ministerin Eva-Maria Holzleitner und Klubobmann Philip Kucher als geschäftsführende Doppelspitze; die Parteigremien sollen das noch formell beschließen. Anfang 2027 soll Finanzminister Markus Marterbauer das Vizekanzleramt übernehmen, Babler soll als Minister im Amt bleiben.
Marterbauer ist laut den Berichten wegen einer Krebserkrankung in Behandlung, der genaue Zeitpunkt hängt von seiner Genesung ab. Über die endgültige Führung soll ein Parteitag entscheiden. Heute und Exxpress schildern, fast alle Landesparteichefs hätten Bablers Abgang verlangt, er habe Bedingungen gestellt; Heute stützt sich dabei auf ein „Protokoll“ der Sitzung, das sich nicht unabhängig prüfen lässt. Die SPÖ liegt laut Börse-Express in einer Umfrage bei 12 Prozent, hinter den Grünen. Stocker schloss Neuwahlen aus und sagte, die Koalition funktioniere (Heute, Salzburg24).