—DAX · Schluss 9. Okt. nicht bestätigt

DailyDrop.

1,1206EUR/USD · EZB-Referenzkurs 9. Okt.
DAX—EUR/USD1.1206-10/9S&P 5007,811.54▲0.59%10/9WTI$91.85▲0.39%10/9Gold$4,216.30▲1.43%10/9
Nahost · Saudi-ArabienPresse ✓ 12 Medien · Schäden an Aramco unbestätigt

Huthi treffen den Flughafen Riad ein zweites Mal, Terminal in Flammen, Wirtschaftsministerin Reiche sitzt fest, Dammam ebenfalls Ziel

Nach zwölf Toten am Samstag schlägt am Sonntag erneut ein Geschoss am Flughafen der saudischen Hauptstadt ein. Die Huthi drohen weiteren Angriffen, Fluglinien und Regierungen warnen vor Reisen. Wie Washington reagiert, bleibt offen.

Der Flughafen King Khalid in Riad ist innerhalb von zwei Tagen zum zweiten Mal getroffen worden. Am Samstag starben bei einem Raketenangriff nach Angaben der saudischen Zivilluftfahrtbehörde mindestens zwölf Menschen, 309 wurden verletzt (Reuters, AP, Tagesschau, Zeit, Handelsblatt). Am Sonntag schlug nach Angaben des saudisch geführten Militärbündnisses erneut ein nicht identifiziertes Geschoss ein (BBC, PBS, 1News). Nach 1News und Detik traf es das Passagierterminal, dort brach ein Feuer aus. Die Zivilluftfahrtbehörde meldet für den Sonntag einen Toten und elf Verletzte (FinancialJuice); indische Medien berichten vom Tod eines Inders (Hindustan Times, Livemint).

Der erste Angriff gilt als der schwerste dieser Art: Business Times nennt ihn den tödlichsten saudischen Angriff seit zehn Jahren, das Bündnis spricht von einem Kriegsverbrechen (DW, Business Times). Unter den Verletzten sind viele Ausländer, darunter nach Economic Times elf Inder und nach Inquirer vier Filipinos. Fluglinien strichen Verbindungen. Nach der Financial Times sagten Chefs von Ölkonzernen ihre Teilnahme an einem Energiekongress in Riad ab; die Veranstalter wollten große Konferenzen zuvor trotzdem abhalten (Reuters).

Zu den Angriffen bekannten sich die Huthi, eine vom Iran unterstützte Miliz im Jemen (Reuters, Zeit). Sie erklärten außerdem, sie hätten den Flughafen von Dammam und Anlagen des Ölkonzerns Aramco im Osten des Landes getroffen (FinancialJuice). Das Bündnis meldet dort eine abgefangene Drohne, das Ziel Dammam bestätigen Handelsblatt und FinancialJuice. Schäden an Aramco sind unabhängig nicht bestätigt. Die Huthi warnten Fluglinien und Reisende erneut, saudische Flughäfen zu nutzen (Reuters, Zeit, CBS). Saudi-Arabien griff nach Handelsblatt und Zeit den Flughafen von Sanaa an; die Meldung geht nach Reuters auf ein Fernsehen zurück, das die Huthi betreiben.

Auch Deutschland ist betroffen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche konnte wegen der Angriffe nicht wie geplant aus Riad abreisen (Spiegel, Zeit, Handelsblatt). Wie und wann sie zurückkehrt, nannten die Meldungen nicht. Die Bundesregierung rät laut Spiegel schon seit Samstag von Flügen über Riad ab. Die britische Botschaft warnt vor allen nicht notwendigen Reisen nach Dschidda, Dammam und zu allen saudischen Flughäfen außer Medina (FinancialJuice, Post auf X); Kanada rät vom Flughafen Riad ab (Global News).

US-Präsident Trump sagte nach dem ersten Angriff laut Spiegel: „Wir handeln schnell.“ Welche Schritte er meint, wurde nicht gemeldet. Der Iran-Krieg bleibt der Rahmen: Spiegel sieht in den Angriffen die Gefahr eines offenen Krieges, SRF einen Angriff auf das Geschäftsmodell Saudi-Arabiens als Drehscheibe für Reisende und Konferenzen. Die Außenminister Saudi-Arabiens und des Irans sprachen nach saudischen Staatsmedien über die Lage (FinancialJuice).

Für den Montag zählen drei Dinge: ob der Flughafen Riad wieder öffnet, wie der Ölpreis reagiert und ob Washington Schläge ankündigt. Saudische Aktien gaben nach (Reuters), der Ölpreis stieg im Sonntagabend-Handel (Bloomberg). Als letzter Börsenschluss gilt der Freitag: WTI 91,85 Dollar, 0,39 Prozent im Plus. Heizöl und Diesel können in Deutschland teurer werden, Xetra öffnet um 9 Uhr.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
12 / 1Tote am Samstag / am Sonntag laut saudischer Zivilluftfahrtbehörde
309Verletzte nach dem ersten Angriff
91,85 $WTI-Ölpreis, Schluss am Freitag
Außenpolitik · USA · UkrainePresse ✓ 12 Medien · Zustimmung Moskaus nicht belegt

Trump verkündet eine „Energie-Waffenruhe“ zwischen Russland und der Ukraine, Kiew wartet auf Einzelheiten, Russland trifft ein Kraftwerk

Der Hintergrund ist der Streit um den Dieselhandel mit Moskau. Trump hatte am Freitag russische Dieselmengen angekündigt, Selenskyj nannte das eine „Investition in den Krieg“, am Samstag forderte Trump einen neuen Präsidenten in Kiew. Berlin stellte sich danach hinter Selenskyj (Reuters).

Am Sonntag gegen 14.30 Uhr UTC erklärte Trump, Russland und die Ukraine hätten sich auf eine „Energie-Waffenruhe“ geeinigt, „mit sofortiger Wirkung“ (Reuters, USA Today, PBS, Tagesschau, Spiegel, Zeit, FAZ). Selenskyj sagte zunächst, für ihn sei das neu (NBC, Spiegel). Später begrüßte er die Ankündigung und wartete auf Einzelheiten aus Washington (Reuters, Straits Times). Zugleich meldete Kiew einen russischen Schlag auf ein Kraftwerk in Charkiw (ABC, Ukrajinska Prawda, Tagesschau).

Die Ukraine stellte eine Bedingung: Sie stoppt ihre Angriffe auf russische Raffinerien, wenn Russland die Angriffe auf Energieanlagen einstellt (Reuters). Bei russischen Angriffen starben am Sonntag sechs Menschen in zwei Städten (Reuters). Ob der Kreml der Waffenruhe zustimmt, geht aus den vorliegenden Meldungen nicht hervor. Großbritanniens Premier Burnham, Kanadas Premier Carney und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen unterstützen den Gedanken einer Energie-Waffenruhe (FinancialJuice, Evening Standard). Außenminister Wadephul fordert nach Trumps Äußerungen mehr Druck auf Putin (Zeit).

Die Financial Times berichtet, die USA drohten Kiew mit einem Stopp von Waffenlieferungen, falls die Angriffe auf Raffinerien weitergehen; bestätigt ist das nur durch diese Quelle. Ein republikanischer Senator hält Trumps Dieselgeschäft mit Russland für womöglich rechtswidrig (Reuters). Selenskyj bot im ABC-Interview Wahlen an, falls Russland einer 60-tägigen Waffenruhe zustimmt (Reuters).

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Wort des Tages
Energie-WaffenruheDiplomatie

Ein Waffenstillstand, der nur Kraftwerke, Raffinerien und andere Energieanlagen schützt, nicht die Front. Er soll Strom, Heizung und Treibstoff sichern.


Innenpolitik · KoalitionPresse ✓ 6 Medien · Ergebnis der Klausur offen

CDU-Spitze berät in Klausur über den Weg aus der Krise, Söder will Merz stärken und fordert Abweichler zum Austritt auf, neun Landesminister protestieren gegen die Zuckersteuer

Das CDU-Präsidium zieht sich in Berlin zu einer Klausur zurück, um nach dem Wahldebakel im Osten über Konsequenzen zu beraten (Spiegel, Handelsblatt, Tagesschau). Generalsekretärin Franziska Hoppermann dämpft die Erwartungen an die Klausur (Zeit). Die Tagesschau sieht Kanzler Merz vor einer schwierigen Aufgabe, die FAZ schreibt, die Partei müsse aus der Not eine Tugend machen. Ergebnisse lagen bis zum frühen Montag nicht vor.

CSU-Chef Markus Söder sagte, er wolle den Kanzler weiter stärken (Zeit). In der ARD-Sendung „Caren Miosga“ forderte er CDU-Abweichler zum Austritt auf und nannte ein Verhalten „ziemlich schäbig“ (Zeit, WELT); wen er meint, nannten die Meldungen nicht. Die Koalition steht unter Druck (Tagesschau): Der CDU-Politiker Gordon Schnieder lehnt einen SPD-Vorschlag zur Rente ab (Zeit). Neun CDU-Landesminister schrieben an Merz und lehnen die geplante Zuckersteuer ab (Zeit, Handelsblatt). Ein Ende der Koalition ist in den Meldungen nicht zu finden.

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Außenpolitik · PolenPresse ✓ 9 Medien · Identität des Verdächtigen nicht gemeldet

Polen: Festnahme nach mutmaßlich geplantem Anschlag auf Regierungschef Tusk, Sicherheitsbehörden berufen Krisensitzung ein

Die polnische Polizei hat nach eigenen Angaben Hinweise auf einen möglichen Anschlag auf Ministerpräsident Donald Tusk und den Verteidigungsminister erhalten (Reuters, AP). Sicherheitsbehörden beriefen ein Krisentreffen ein (Spiegel, Zeit, Handelsblatt). Am Abend meldeten BBC, Tagesschau, Spiegel und die Süddeutsche Zeitung, ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Wer er ist und wie weit seine Pläne gediehen, nannten die Meldungen nicht.

Tusk hatte zuvor erklärt, Messerangriffe auf Jugendliche in Polen seien von der Verherrlichung von Gewalt im Netz getrieben (BBC). Ex-Präsident Andrzej Duda sprach nach Onet von „großem Aufheben“. Am selben Tag verlor Tusks Lager die Bürgermeisterwahl in Krakau: Ein parteiloser Kandidat setzte sich gegen Tusks Kandidatin durch (Notes from Poland, Rzeczpospolita, WP).

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Sport · BundesligaPresse ✓ 8 Medien · Spielstände laut Spielberichten

Köln gewinnt das Rheinderby, Gladbacher Fans randalieren, Freiburg übernimmt die Tabellenführung, Unions U19-Trainer Härtel tritt zurück, Verstappen siegt in Singapur

Der 1. FC Köln schlug Borussia Mönchengladbach im Rheinderby 2:1, entschieden durch ein Tor von Said El Mala (FAZ, Zeit, Spiegel). Gladbacher Fans randalierten, das Spiel wurde kurz unterbrochen, weil Böller und Raketen flogen (Zeit, Express, Spiegel). Der SC Freiburg gewann in Unterzahl mit 2:1 gegen Schalke 04, Joker Goto traf spät, und Freiburg verdrängte Borussia Dortmund von der Spitze (Spiegel, Zeit, FAZ, Eurosport, sport.de). Jens Härtel trat nach Vorwürfen wegen diskriminierender Aussagen und einem DFB-Strafantrag als U19-Trainer von Union Berlin zurück (Zeit, WELT, n-tv, T-Online).

In der Premier League gewann Manchester City beim FC Liverpool in Überzahl, die Gastgeber-Fans buhten City nach dem Urteil im Finanzskandal aus (Spiegel, FAZ, SPORT1). Erling Haaland traf laut Transfermarkt im fünften Spiel in Folge. In der Formel 1 siegte Max Verstappen in Singapur; Kimi Antonelli hat beim nächsten Rennen in Austin den ersten Matchball um den Titel (Spiegel, Zeit, FAZ, BBC). Lewis Hamilton erlitt nach dem Rennen einen Schwächeanfall (BILD, Speedweek).

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Kurz gefasst
  • Mexiko: Hurrikan Simon nähert sich der Küste, Präsidentin Sheinbaum ruft Anwohner zum Bleiben in Gebäuden aufReuters (Einzelquelle)
  • Pakistan: Präsident verhängt Notstand in der Provinz, die Imran Khans Partei regiertReuters (Einzelquelle)
  • Nepal: Flutwelle nach Erdrutsch im Norden, fünf Vermisste, Dörfer evakuiertFAZ · AP · Reuters
  • Indonesien bringt acht Orang-Utans nach Waldbränden auf Borneo in SicherheitReuters · BBC
  • Amazon verhandelt laut WSJ über den Kauf des KI-Startups Decart für rund sieben Milliarden DollarReuters · FinancialJuice
  • VW-Chef fordert engere Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland gegen chinesische AutosFT · Reuters · Zeit
  • Wall Street schloss am Freitag im Plus: S&P 500 7.811,54 (+0,59 %), Nasdaq 27.366,17 (+0,64 %), Dow Jones 51.654,95 (+0,83 %)Börsenschluss
  • Gold stieg auf 4.216,3 Dollar (+1,43 %), WTI schloss bei 91,85 Dollar (+0,39 %)Börsenschluss
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

„Die Energie-Waffenruhe gilt seit Sonntag.“ Trump verkündet sie; Kiew wartet auf Einzelheiten, Russland traf nach der Ankündigung ein Kraftwerk. Eine Zusage Moskaus nannten die vorliegenden Meldungen nicht.
„Die USA stoppen die Waffenlieferungen an die Ukraine.“ Die Financial Times berichtet von einer Drohung wegen der Raffinerieangriffe. Eine Entscheidung wurde nicht gemeldet.
„Die Huthi haben Aramco-Anlagen schwer beschädigt.“ Das behaupten die Huthi (FinancialJuice). Schäden an Aramco sind unabhängig nicht bestätigt.

Stimmen im Netz

  • Donald Trump Truth Social · 10/11Trump erklärte auf Truth Social, Russland und die Ukraine hätten eine „Energie-Waffenruhe“ vereinbart, und mahnte, sie nicht zu brechen.
  • Wolodymyr Selenskyj Telegram · 10/11Selenskyj schrieb auf Telegram, die Ankündigung einer Energie-Waffenruhe durch den US-Präsidenten sei „eine gute Nachricht für alle“.

Aussagen wie gepostet, nicht geprüft.

Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Politik, Wirtschaft, Recht und Sicherheit, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEHuthi treffen den Flughafen Riad ein zweites Mal, Terminal in Flammen, Wirtschaftsministerin Reiche sitzt fest, Dammam ebenfalls ZielNahost · Saudi-ArabienTrump verkündet eine „Energie-Waffenruhe“ zwischen Russland und der Ukraine, Kiew wartet auf Einzelheiten, Russland trifft ein KraftwerkAußenpolitik · USA · UkraineCDU-Spitze berät in Klausur über den Weg aus der Krise, Söder will Merz stärken und fordert Abweichler zum Austritt auf, neun Landesminister protestieren gegen die ZuckersteuerInnenpolitik · KoalitionPolen: Festnahme nach mutmaßlich geplantem Anschlag auf Regierungschef Tusk, Sicherheitsbehörden berufen Krisensitzung einAußenpolitik · PolenKöln gewinnt das Rheinderby, Gladbacher Fans randalieren, Freiburg übernimmt die Tabellenführung, Unions U19-Trainer Härtel tritt zurück, Verstappen siegt in SingapurSport · Bundesliga