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Politik · Industrie✓ 4 Medien · genaue Ausgestaltung unbestätigt

Berlin und Paris wollen das Verbrenner-Aus aufweichen

Merz und Macron einigen sich am Rande des EU-Gipfels: Mehr Spielraum für Benziner und Diesel, dazu ein Autopaket mit Blick auf China – doch Details und Zustimmung der übrigen Staaten stehen aus.

Deutschland und Frankreich haben sich auf eine Aufweichung des Verbrenner-Aus verständigt. Das gaben beide Regierungen am Freitag bekannt, wie die Tagesschau berichtet; auch WEB.DE und weitere Medien melden eine Einigung zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron. Insgesamt tauchte die Nachricht in unserer Auswertung bei vier Medien auf und war damit eine der meistverbreiteten Meldungen des Tages in Deutschland.

Hintergrund ist die EU-Regel, nach der ab 2035 in der Europäischen Union nur noch neue Pkw zugelassen werden sollen, die im Betrieb kein CO2 ausstoßen. Gerade die deutsche Autoindustrie, aber auch Teile der französischen, drängen seit Langem auf mehr Flexibilität: Die Nachfrage nach Elektroautos wächst langsamer als erhofft, die Konkurrenz aus China ist hart, und die Hersteller müssen Milliarden in zwei Antriebswelten gleichzeitig investieren. Dass sich die beiden größten Volkswirtschaften der EU nun gemeinsam positionieren, gibt dem Anliegen politisches Gewicht.

Wie weit die Lockerung geht, ist nach den vorliegenden Meldungen nicht abschließend geklärt. Eine Überschrift zum Thema spricht von „mehr Verbrenner, weniger China“ und nennt neue Details zu einem Autopakt zwischen Merz und Macron; was darin im Einzelnen steht, wird bislang nur von dieser einen Quelle beschrieben, wir geben deshalb keine Zahlen oder Jahreszahlen wieder. Klar ist nur: Es handelt sich um eine Verständigung zweier Regierungen, nicht um einen Beschluss der EU.

Dafür braucht es die Kommission, das Europäische Parlament und eine Mehrheit der Mitgliedstaaten. Umweltverbände und Länder, die früh auf Elektromobilität gesetzt haben, dürften Widerstand ankündigen; die Hersteller wiederum fordern Planungssicherheit und warnen vor einem Hin und Her bei den Regeln. Für Beschäftigte und Zulieferer in Deutschland geht es um viel, für Käufer zunächst um wenig: Heute kaufbare Autos sind von der Einigung nicht betroffen. Wir behalten die Verhandlungen im Blick und melden uns, sobald ein Text vorliegt, den mehrere Quellen bestätigen.

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Zahlen des Tages
2035Stichjahr der geltenden EU-Regel für Neuwagen ohne CO2 am Auspuff
2Regierungen (Berlin, Paris) haben sich geeinigt – ein EU-Beschluss steht aus
4Medien meldeten die Einigung in unserer Auswertung
Wort des Tages
Verbrenner-AusKlimapolitik

Umgangssprachlich für die EU-Vorgabe, dass ab 2035 nur noch Neuwagen ohne CO2-Ausstoß im Betrieb neu zugelassen werden.

Wirtschaft · Banken✓ 7 Medien · „offenbar“ – keine offizielle Bestätigung in unseren Quellen

EZB gibt UniCredit offenbar grünes Licht bei der Commerzbank

Die Europäische Zentralbank hat der italienischen Großbank UniCredit offenbar erlaubt, ihre Anteile an der Commerzbank auszubauen – bis hin zu einer vollständigen Übernahme. So lauten mehrere Schlagzeilen des Freitags; in der Auswertung kam das Thema auf sieben Medien und war damit das meistverbreitete Wirtschaftsthema des Tages. Ein Titel formuliert vorsichtig („erlaubt offenbar“), ein anderer deutlicher („gibt grünes Licht für volle Übernahme“). Eine offizielle Mitteilung der beteiligten Banken oder der Aufsicht liegt uns nicht vor. Für die Commerzbank, die nach Deutsche Bank zweitgrößte private Bank des Landes, wäre die Freigabe der Aufsicht ein wichtiger Schritt, aber noch keine Übernahme: Die Aufsichtserlaubnis erlaubt es UniCredit lediglich, die Schwelle zu überschreiten; ob und zu welchem Preis das Institut tatsächlich Aktien kauft oder ein Angebot macht, ist offen. Die Bundesregierung hat sich in der Vergangenheit skeptisch zu einem Verkauf geäußert, der Betriebsrat fürchtet um Arbeitsplätze. Ob sich daran etwas geändert hat, geht aus den vorliegenden Meldungen nicht hervor. Für Kunden ändert sich zunächst nichts. Für Anleger und Beschäftigte ist wichtig, wie die UniCredit-Spitze nun vorgeht und ob Berlin Widerstand ankündigt. Wir fassen nach, sobald eine der Banken oder die EZB sich selbst äußert.

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Zahlen des Tages
7Medien berichteten über die Freigabe
100 %mögliche Beteiligung laut Überschrift („volle Übernahme“)

Europa · Ukraine✓ 3 Medien · Höhe der Hilfe ist eine Forderung, kein Beschluss

Selenskyj wirbt in Brüssel um EU-Milliarden – und Trump legt nach

Beim EU-Gipfel in Brüssel hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Berichten von Spiegel und Google News um weitere Hilfen geworben. Er fordere, so mehrere Medien, rund 70 Milliarden Euro von der EU; die Ukraine ringt demnach darum, ihr Haushaltsloch für das kommende Jahr zu stopfen. Das ist eine Forderung, kein Beschluss. Zugleich fragt ein Medium, ob die Unterstützung für die Ukraine in Europa zu bröckeln beginne – eine Einschätzung, keine belegte Tatsache.

Belastet wird der Gipfel durch Streit mit Washington: Laut Handelsblatt hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an Selenskyj erneuert, während die EU deeskalieren will. Trump sagte zudem, er sei nicht für eine Drosselung des Starlink-Satelliteninternets verantwortlich, die die Ukraine in Bedrängnis bringt (Zeit, Handelsblatt). Die Tagesschau meldet unmittelbar vor Selenskyjs Auftritt, Russland stelle weitere Unternehmen aus westlichem Besitz unter Kreml-Kontrolle.

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Zahlen des Tages
70 Mrd. €geforderte EU-Hilfe laut Berichten
Ukraine · Krieg✓ 3 Medien (Papst) · Starlink-Spur: Behörden prüfen noch

Papst bittet Putin um Waffenruhe in Oleschky

Papst Leo XIV. hat Wladimir Putin aufgefordert, in der abgeriegelten Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine eine Waffenruhe zuzulassen. Er sei besorgt über die Lage dort, berichten Zeit, Handelsblatt und Google News. Ob der Kreml reagiert, ist offen.

In Polen prüfen Behörden nach Spiegel-Berichten eine Spur zur türkischen Mafia im Fall des Brandes in einer Starlink-Internetstation. Der Anschlag sollte wohl die ukrainische Armee schwächen; Polen hatte zunächst Russland verantwortlich gemacht. Beide Lesarten sind bislang Ermittlungsansätze, keine Feststellungen.

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Inland · Parteien✓ 2 Medien · Zahlen und Zitate aus Spiegel, Zeit

Junge Union: Winkel bleibt Chef, Wüst attackiert Gespräche mit der Linken

Johannes Winkel bleibt Vorsitzender der Jungen Union. Beim Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU wurde er am Freitagabend wiedergewählt (Spiegel, Zeit). Zuvor hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst SPD und Grüne aufgefordert, die Sondierungen mit der Linken in Berlin zu beenden, und vor Linken und AfD gewarnt (Zeit, Handelsblatt, Google News).

Die Berliner Linke-Fraktionsspitze rückte unterdessen von der Abgeordneten Vanessa Emde ab, die wegen umstrittener Aussagen zu Israel aufgefallen war. In Sachsen-Anhalt will die BSW-Spitze bei der Ministerpräsidentenwahl die Enthaltung für Siegmund empfehlen.

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Kurz gefasst
  • Eurowings prüft KurzarbeitHohe Kerosinkosten; Dubai-Flüge ab Köln und Stuttgart gestrichen (Tagesschau, Zeit)
  • Reiche für DirektzahlungenWirtschaftsministerin spricht sich nach dem „Tankrabatt“ für Direktzahlungen aus (Tagesschau)
  • Bund und NvidiaBundesregierung plant KI-Kooperation mit dem US-Chiphersteller (Tagesschau)
  • Galeria sucht InvestorNach dem Insolvenzantrag beginnt die Käufersuche (Zeit, Handelsblatt)
  • Bundesbank optimistischIWF-Tagung: Chancen auf längeres Wachstum (Zeit, Handelsblatt)
  • Baas will neues SystemTK-Chef fordert Abschaffung von privater und gesetzlicher Kasse (Zeit)
  • Trumps Sprecherin gehtKatie Zacharia räumt nach wenigen Tagen ihren Posten (Tagesschau, Zeit)
  • US-Börsen im MinusAusverkauf bei KI-Aktien; Rede von Fed-Chef Warsh (Handelsblatt)
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

Trumps neue Sprecherin Katie Zacharia ist zurückgetreten. Bestätigt: Tagesschau und Spiegel melden ihren Abgang; Zeit/Handelsblatt hatten zuvor berichtet, Trump öffne die Tür dafür.
Die EZB hat die volle Commerzbank-Übernahme genehmigt. Mehrere Medien melden die Freigabe, „offenbar“; eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor, und eine Freigabe ist noch keine Übernahme.
Russland steckt hinter dem Anschlag auf das Starlink-Terminal in Polen. Polen machte Russland verantwortlich; laut Spiegel prüfen Behörden auch eine Spur zur türkischen Mafia. Ungeklärt.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Politik, Wirtschaft, Recht und Sicherheit, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEBerlin und Paris wollen das Verbrenner-Aus aufweichenPolitik · IndustrieEZB gibt UniCredit offenbar grünes Licht bei der CommerzbankWirtschaft · BankenSelenskyj wirbt in Brüssel um EU-Milliarden – und Trump legt nachEuropa · UkrainePapst bittet Putin um Waffenruhe in OleschkyUkraine · KriegJunge Union: Winkel bleibt Chef, Wüst attackiert Gespräche mit der LinkenInland · Parteien