Die Berliner SPD und die Berliner Grünen haben am Montag, 19. Oktober, beschlossen, mit der Linken Koalitionsverhandlungen aufzunehmen (Tagesschau, Handelsblatt, FAZ). Der SPD-Landesvorstand stimmte laut Handelsblatt mit 26:3 zu. Die Grünen entschieden am Abend auf einem kleinen Parteitag; nach dem Handelsblatt gab es von 45 Delegierten offiziell zwei Gegenstimmen, später war von vermutlich vier die Rede, weil einige Stimmkarten übersehen worden waren. Die Linke hat nach der Tagesschau noch nicht abgestimmt. Grundlage ist das Sondierungspapier der Spitzenkandidaten Elif Eralp, Graf und Steffen Krach. Giffey warnte vor einer Vergesellschaftung von Wohnungen (Handelsblatt), Banaszak kritisierte Vergleiche zwischen AfD und Linken (FAZ).
Mit den Beschlüssen wechseln die drei Parteien von Sondierungen zu förmlichen Verhandlungen; erst ein Koalitionsvertrag, dem die Gremien zustimmen müssen, würde eine Regierung begründen. Weil die Linke als Wahlsiegerin am Zug ist, hängt der Zeitplan an ihrer noch ausstehenden Entscheidung.
Für Berlinerinnen und Berliner ändert sich vorerst nichts: Der amtierende Senat bleibt im Amt, solange kein neuer Koalitionsvertrag steht. Wer von Mietenpolitik, Wohnungsbestand oder Landeshaushalt betroffen ist, findet die Verhandlungsthemen im Sondierungspapier.
Befürworter in SPD und Grünen sehen im Sondierungspapier eine tragfähige Grundlage. Die Grünen-Delegierten stimmten nach dem Handelsblatt mit großer Mehrheit zu, und Banaszak verwahrte sich laut FAZ gegen Vergleiche zwischen AfD und Linken.
Kritiker verweisen auf die Risiken des Bündnisses: Giffey warnte vor den Folgen einer Vergesellschaftung (Handelsblatt), die Union griff das Vorhaben zuvor scharf an, und im SPD-Landesvorstand gab es drei Gegenstimmen. In der SPD-Fraktion war der Widerstand nach dem Handelsblatt zuvor gewachsen.
Bestätigt sind die Zustimmung von SPD-Landesvorstand und Grünen-Parteitag. Offen sind die Entscheidung der Linken, der Starttermin der Verhandlungen und der Umgang mit der Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände. Zu beobachten ist, wann die Linke abstimmt und ob die SPD-Fraktion dem Kurs folgt.
Tagesschau (Abstimmungen von SPD und Grünen, 19.10.2026) · Handelsblatt (26:3-Votum und Grünen-Parteitag, 19.10.2026) · FAZ (Liveblog, 19.10.2026)
Berliner SPD und Grüne stimmen für Koalitionsverhandlungen mit der Linken – SPD-Landesvorstand mit 26:3Berliner SPD und Grüne stimmen für Koalitionsverhandlungen mit der Linken – SPD-Landesvorstand mit 26:3
Ein kleiner Parteitag der Grünen folgt mit breiter Mehrheit; die Linke als Wahlsiegerin hat noch nicht abgestimmt.
Die Berliner SPD und die Berliner Grünen haben am Montag beschlossen, mit der Linken Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Das berichten Tagesschau, Handelsblatt und FAZ. Zuerst stimmte der SPD-Landesvorstand zu; das Handelsblatt nennt ein Votum von 26:3. Am Abend folgten die Grünen: Auf einem kleinen Parteitag sprach sich nach dem Handelsblatt eine breite Mehrheit der 45 Delegierten für Verhandlungen aus, offiziell gab es zwei Gegenstimmen, später war von vermutlich vier die Rede, weil einige Stimmkarten übersehen worden waren. Die Abstimmung bei der Linken, die die Wahl gewonnen hat, steht nach der Tagesschau noch aus; das Handelsblatt schreibt, die Partei lasse sich noch Zeit. Grundlage ist das Sondierungspapier der Spitzenkandidaten Elif Eralp (Linke), Graf (Grüne) und Steffen Krach (SPD), das am Samstag vorgelegt worden war. Dem Votum gingen laut Handelsblatt Wochen der Kritik voraus: Erst griff die Union das mögliche Bündnis an, dann wuchs in der SPD-Fraktion der Widerstand.
Die Entscheidung fällt in eine Debatte über die Rolle der Linken. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey von der SPD warnte nach dem Handelsblatt vor den Folgen einer Vergesellschaftung von Wohnungen. Grünen-Chef Felix Banaszak kritisierte laut FAZ-Liveblog Vergleiche zwischen AfD und Linken. Mit den Beschlüssen wechseln die drei Parteien von Sondierungen zu förmlichen Verhandlungen; ein Koalitionsvertrag liegt nicht vor und müsste von den Parteigremien noch gebilligt werden. Einen Termin für den Beginn der Gespräche nennen die Berichte nicht.