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Aussenpolitik · USA und Russland✓ 3 Medien · Begründung und Dauer der Ausnahme unbestätigt

Trump nimmt Russland von neuen Sanktionen aus, die ein jüngst beschlossenes Gesetz vorsieht – mitten in der Krise mit Kiew

Le Temps, RTS und Google News Schweiz melden übereinstimmend, dass der US-Präsident am Freitagabend auf neue grosse Strafmassnahmen gegen Moskau verzichtet hat. Offen bleibt, wie er das begründet und wie lange die Ausnahme gilt.

Donald Trump hat am Freitagabend Russland von neuen, weitreichenden Sanktionen ausgenommen, die ein erst kürzlich verabschiedetes US-Gesetz vorsieht. Das melden Le Temps, RTS und die Schlagzeilenübersicht von Google News Schweiz übereinstimmend; die beiden welschen Medien ordnen den Schritt in eine akute Krise zwischen Washington und Kiew ein. Wie der Präsident die Ausnahme formal begründet hat, welche Massnahmen im Einzelnen ausgesetzt bleiben und für welchen Zeitraum, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Auch Reaktionen aus Kiew, Moskau oder Brüssel waren bis zum frühen Sonntagmorgen in den Meldungen nicht zu finden.

Wichtig ist, was die Meldung nicht besagt. Die Rede ist von neuen Sanktionen, die das Gesetz vorsieht, nicht von einer Aufhebung bestehender Massnahmen. US-Sanktionsgesetze räumen dem Präsidenten häufig die Möglichkeit ein, einzelne Vorschriften per Ausnahmeregel, einem sogenannten Waiver, für begrenzte Zeit auszusetzen. Ob es sich hier um einen solchen Waiver handelt, steht in den Berichten nicht; ebenso wenig, ob der Kongress Einspruch einlegen kann. Wir halten daher fest: belegt ist der Verzicht auf die neuen Massnahmen am Freitagabend, alles Weitere ist offen.

Für die Schweiz ist die Frage nicht abstrakt. Der Bundesrat hat seit 2022 die Sanktionspakete der EU gegen Russland weitgehend übernommen, das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) setzt sie um. Banken, Rohstoffhändler in Genf und Zug sowie Versicherer richten ihre internen Regeln zudem an amerikanischen Vorgaben aus, weil Zahlungen in Dollar fast immer über US-Banken laufen. Je weiter sich Washington und Brüssel in ihrem Kurs gegenüber Moskau voneinander entfernen, desto schwieriger wird es für diese Firmen, ihre Risiken einzuschätzen und Kunden aus dem betroffenen Raum zu prüfen.

Was als Nächstes zu beobachten ist: ob die US-Regierung den Wortlaut der Ausnahme veröffentlicht, ob die EU ihrerseits neue Schritte ankündigt und ob sich der Bundesrat oder das Seco zu den Folgen äussern. Bis dahin gilt für Schweizer Unternehmen unverändert die geltende Rechtslage, und die bisherigen Sanktionen der Schweiz gegenüber Russland bleiben in Kraft. Hinzu kommt der politische Rahmen: Die Meldung fällt in eine Woche, in der mehrere internationale Krisen gleichzeitig Schlagzeilen machen, von den Strassenprotesten in Frankreich bis zur Lage rund um die Strasse von Hormus. Gerade deshalb lohnt es sich, bei einer so folgenreichen Entscheidung abzuwarten, bis mehrere unabhängige Quellen den Wortlaut bestätigen, und Gerüchte über angebliche Absprachen im Hintergrund nicht weiterzutragen. Wer mit Russland-Bezug arbeitet, sollte sich auf die offiziellen Mitteilungen des Seco stützen und nicht auf Schlagzeilen.

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Ausland · Frankreich✓ 4 Medien · Teilnehmerzahlen unterscheiden sich stark

Frankreich: Hunderttausende protestieren gegen hohe Lebenshaltungskosten, am Rande kommt es zu Gewalt und Plünderungen

In Frankreich sind am Samstag erneut Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten auf die Strasse gegangen. Die Tribune de Genève und 24 heures berichten von rund 800'000 Teilnehmenden, wobei sich diese Zahl ausdrücklich auf Angaben der Organisatoren stützt. Der Tages-Anzeiger spricht von Zehntausenden und schreibt, die meisten Kundgebungen seien friedlich verlaufen; zugleich nennt er in der Überschrift Gewalt und Plünderungen, die sich im Verlauf des Tages ausgeweitet hätten. Eine offizielle Zahl der Behörden lag in den vorliegenden Meldungen nicht vor. 24 heures zitiert einen Demonstranten mit den Worten, man versuche, die Leute vom Demonstrieren abzuhalten, doch das funktioniere nicht. 20 Minuten hatte bereits zuvor über neue Massenproteste berichtet und die wichtigsten Fragen und Antworten dazu zusammengestellt; der Titel zitiert den Protestruf «Wir haben die Schnauze voll!». Aus den Berichten geht hervor, dass die Wut sich gegen steigende Preise und die Lage der Haushalte richtet. Für die Schweiz ist das Thema nah: Genf, Basel und das Jura sind mit Frankreich eng verflochten, Zehntausende Grenzgänger pendeln täglich. Beeinträchtigungen im Grenzverkehr melden die Medien bisher nicht. Die Unterschiede zwischen den Zahlen sind eine übliche Folge verschiedener Zählweisen: Organisatoren zählen meist höher, Polizeibehörden tiefer. Wer die Dimension einschätzen will, sollte fragen, wer gezählt hat.

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Inland · Politik✓ 3 Medien · Reaktionen aus Parteien und Wirtschaft stehen aus

Milliardär Alfred Gantner will Firmen besteuern, die im Ausland rekrutieren: 1,35 Milliarden Franken pro Jahr für die Haushalte

Der Unternehmer und Milliardär Alfred Gantner schlägt vor, Unternehmen zur Kasse zu bitten, die Personal im Ausland anwerben. Nach den Berichten von 24 heures, der Tribune de Genève und Google News Schweiz könnte die Abgabe rund 1,35 Milliarden Franken pro Jahr einbringen. Das Geld soll an die Haushalte zurückfliessen, und die Idee soll nach der Zusammenfassung den Zuzug bremsen. Ob es sich um eine Lenkungsabgabe mit Rückverteilung, eine Steuer oder ein anderes Modell handelt und wie hoch der Satz pro rekrutierte Person wäre, lassen die Vorschauen offen.

Der Vorschlag kommt in einer Phase, in der die Zuwanderung politisch aufgeladen ist. Die SVP hat an ihrer Delegiertenversammlung in Bulle am Samstag erneut den Kurs gegen die Bilateralen III bekräftigt, und im Parlament wie in den Kantonen wird über Fachkräfte, Wohnungsmarkt und Infrastruktur gestritten. Ein Modell, das Firmen finanziell in die Pflicht nimmt, trifft damit auf bestehende Fronten: Wirtschaftsverbände warnen traditionell vor zusätzlichen Kosten.

Ob Parteien den Gedanken aufnehmen und ob er mit dem Personenfreizügigkeitsabkommen vereinbar wäre, lassen die Berichte offen.

Für Leserinnen und Leser gilt: Es handelt sich um die Idee einer Einzelperson, nicht um eine Vorlage. Bevor ein solcher Vorschlag Wirkung entfalten kann, braucht es eine Volksinitiative oder einen parlamentarischen Vorstoss, Vernehmlassungen und am Ende eine Abstimmung.

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Panorama · Berge✓ 4 Medien · Zahl der Evakuierten wird unterschiedlich angegeben

Titlis-Bahn fällt aus: Helikopter bringen mehrere Hundert Personen vom Berg ins Tal, die Zahlen weichen voneinander ab

Am Samstagnachmittag ist die Bahn Titlis Connect zwischen Stand im Kanton Nidwalden und dem Gipfel ausgefallen. 24 heures und die Tribune de Genève schreiben, Helikopter hätten 120 Personen evakuiert, rund 200 Menschen hätten das Gebiet verlassen müssen. Blick und Google News Schweiz melden unter Berufung auf den Betreiber, wegen einer technischen Störung stehe die Bahn still und rund 200 Personen würden per Helikopter ausgeflogen. Die Zahlen unterscheiden sich also je nach Zeitpunkt und Quelle.

Über die Ursache der Störung liegt nur die Angabe des Betreibers vor, es handle sich um einen technischen Defekt. Ob Verletzte zu beklagen sind, ob Passagiere in den Kabinen festsassen und wann die Bahn wieder fährt, geht aus den Meldungen nicht hervor. Die Titlis-Region ist ein viel besuchtes Ausflugsziel, besonders an einem Herbstwochenende mit Gästen aus dem In- und Ausland.

Evakuierungen aus der Luft sind bei Seilbahnstörungen ein übliches, aber aufwendiges Verfahren: Jede Rettung hängt vom Wetter, von der Zahl verfügbarer Helikopter und von der Reihenfolge ab, in der Personen am Berg betreut werden.

Wer in den kommenden Tagen eine Fahrt plant, sollte vor der Anreise auf der Webseite des Betreibers den Betriebsstatus prüfen. Offene Fragen an den Betreiber betreffen die Ursache, die Dauer der Reparatur und mögliche Entschädigungen für Gäste, deren Ausflug ins Wasser fiel.

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Sport · Hockey, Fussball, Ski✓ 4 Medien · Einzelheiten zum Verletzungsstand offen

Ambri schlägt Servette 6:3, Manzambi trifft für Aston Villa, Sion übersteht Cham und Hirscher verzichtet auf Sölden

In der National League hat Ambri am Samstagabend Servette 6:3 geschlagen und damit die Siegesserie der Genfer beendet; Blick und Google News Schweiz melden, Ambri bleibe in der Spitzengruppe. Im Fussball erzielte der Genfer Johan Manzambi per Kopf das 1:0 für Aston Villa bei Newcastle, sein drittes Tor in vier Einsätzen von Beginn an (24 heures, Tribune de Genève). Beide Medien erwähnen zudem, dass er den Platz vorzeitig verlassen musste; Grund und Schwere sind in den Vorschauen nicht ausgeführt.

Im Schweizer Cup kam der FC Sion in der zweiten Runde in Cham (Zug) bei Regen weiter, nachdem die Walliser bis zur 93. Minute unter Druck standen. Im Ski alpin gab 24 heures bekannt, dass Marcel Hirscher nicht zum Saisonauftakt in Sölden antritt. Der 37-jährige Österreicher mit niederländischer Lizenz hat nach den ersten Trainings beschlossen, die Rückkehr zu verschieben. Wann er zurückkehrt, ist offen. Auch im Tennis gibt es Neuigkeiten aus Basel: Novak Djokovic tritt nach 15 Jahren Pause bei den Swiss Indoors an, wie Le Quotidien Jurassien meldet. Das Turnier in der Heimat von Roger Federer gilt als eines der wichtigsten Hallenturniere Europas.

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Kurz gefasst
  • Djokovic in BaselNovak Djokovic tritt nach 15 Jahren erstmals wieder an den Swiss Indoors an (Le Quotidien Jurassien).
  • Papst Leo XIV.Der Papst sollte das Spital am Samstag verlassen (RTS, Google News Schweiz).
  • Demokraten in TexasJames Talarico lässt die Demokraten von einem Sieg im Südstaat träumen (Watson, Google News Schweiz).
  • Proteste in IndienWachsender Protest gegen Jugendarbeitslosigkeit und mutmasslichen Prüfungsbetrug (Blick, Google News Schweiz).
  • NeuenburgRekord im Rahmen des Brustkrebs-Monats: eine Törtchen-Spezialität mit 82,5 Zentimetern Durchmesser (24 heures, Tribune de Genève).
  • Formel 1Der Brasilianer Rafael Câmara, 21, fährt nächste Saison für Haas (24 heures, Tribune de Genève).
  • SommertrüffelDie Hitze hat in einer Trüffelei in Bavois VD die Ernte gestoppt (24 heures).
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

Trump hebe mit seiner Entscheidung alle Sanktionen gegen Russland auf. Nein. Le Temps, RTS und Google News Schweiz sprechen von einer Ausnahme von neuen Sanktionen, die ein Gesetz vorsieht; von einer Aufhebung bestehender Massnahmen ist nicht die Rede.
In Frankreich seien am Samstag 800'000 Menschen auf die Strasse gegangen. Die Zahl stammt von den Organisatoren (Tribune de Genève, 24 heures). Der Tages-Anzeiger spricht von Zehntausenden; eine Behördenzahl liegt nicht vor.
Die Titlis-Bahn habe 200 Personen per Helikopter ausgeflogen. Blick und Google News Schweiz nennen rund 200 laut Betreiber; 24 heures und die Tribune de Genève schreiben von 120 per Helikopter evakuierten Personen, rund 200 hätten das Gebiet verlassen müssen.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABETrump nimmt Russland von neuen Sanktionen aus, die ein jüngst beschlossenes Gesetz vorsieht – mitten in der Krise mit KiewAussenpolitik · USA und RusslandFrankreich: Hunderttausende protestieren gegen hohe Lebenshaltungskosten, am Rande kommt es zu Gewalt und PlünderungenAusland · FrankreichMilliardär Alfred Gantner will Firmen besteuern, die im Ausland rekrutieren: 1,35 Milliarden Franken pro Jahr für die HaushalteInland · PolitikTitlis-Bahn fällt aus: Helikopter bringen mehrere Hundert Personen vom Berg ins Tal, die Zahlen weichen voneinander abPanorama · BergeAmbri schlägt Servette 6:3, Manzambi trifft für Aston Villa, Sion übersteht Cham und Hirscher verzichtet auf SöldenSport · Hockey, Fussball, Ski