—SMI · Wochenende, kein Börsenschluss im Berichtszeitraum

DailyDrop.

—Dollar/Franken · Wochenende, kein Schluss im Berichtszeitraum
SMI—USD/CHF—S&P 500—WTI—Gold—
Ausland · Frankreich✓ 13 Medien · Zahlen zu Festnahmen und Beteiligung stiegen im Tagesverlauf und weichen je nach Quelle ab

Frankreich: Nach den Krawallen vom Samstag nennt die Regierung mindestens 1800 Festnahmen (AP), Macron wendet sich am Sonntagabend an die Nation

Die Zahl der Festnahmen stieg im Tagesverlauf von rund 1200 über mindestens 1800 auf fast 2400, die Teilnehmerzahl bleibt umstritten: 550'000 nach Regierungsangabe, 800'000 nach den Organisatoren.

Bei der landesweiten Mobilisation gegen die hohen Lebenshaltungskosten ist es am Samstag, 17. Oktober, in Frankreich zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Zahlen zu den Festnahmen stiegen im Lauf des Tages und stammen vom Premierminister, von der Polizeipräfektur und vom Innenministerium, jeweils zu verschiedenen Zeitpunkten. Am Samstagabend nannte Premierminister Sébastien Lecornu nach CBC und franceinfo rund 1200 Festnahmen und 150 verletzte Polizisten. Die Nachrichtenagentur AP meldet nach NPR mindestens 1800 Festnahmen, davon 855 in Paris nach Angaben der Polizeipräfektur. Am Sonntag sprach Innenminister Laurent Nuñez nach CNN und The National von mehr als 2000 Festnahmen und mehr als 600 verletzten Polizisten. Die jüngste Bilanz des Innenministeriums beziffert die Festnahmen laut France 24, Al Jazeera und ICI auf 2397 und die verletzten Polizisten und Gendarmen auf 997, sieben von ihnen schwer. Auch Le Temps nennt 2397 Festnahmen. Zur Beteiligung gehen die Angaben auseinander: Nuñez schätzt sie nach RTE und CNN auf rund 550'000 Menschen, die Gewerkschaft CGT und die Organisatoren nennen nach RTE und ICI 800'000. Die Bewegung ist nach Angaben von Euronews in sozialen Netzwerken als Protest gegen steigende Treibstoffpreise entstanden, hat sich danach auf die Lebenshaltungskosten ausgeweitet und mit den Protesten von Schülerinnen und Schülern verbunden.

Präsident Emmanuel Macron wandte sich am Sonntagabend in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung, wie franceinfo, RTE, Al Jazeera und France 24 berichten. Le Temps schreibt am Sonntagabend, Frankreich sei nach dem Chaos am Rand der Kundgebungen sprachlos und suche nach Erklärungen. Die Folgen reichen bis an die Schweizer Grenze: In Annemasse bei Genf wurden am Samstagabend elf Geschäfte geplündert und verwüstet, wie die Tribune de Genève und ODS Radio melden. Vier Personen wurden nach diesen Berichten festgenommen, die Ausschreitungen dort folgten auf eine Demonstration am selben Tag. Bürgermeister Gabriel Doublet verurteilte die Plünderungen und rief die Eltern zur Wachsamkeit auf. Die Berichte halten damit zwei verschiedene Ebenen fest, die nationale Bilanz des Innenministeriums und die lokale Lage in der Grenzregion. Ob die Kundgebungen in den nächsten Tagen weitergehen und ob die Regierung weitere Zahlen veröffentlicht, ist in den vorliegenden Berichten nicht festgehalten.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Inland · Bundesrat✓ 8 Medien · Weitere Kandidaturen offen, Fraktion entscheidet am 20. November

Céline Amaudruz will als erste SVP-Frau in den Bundesrat, in der Partei zeigt sich ein Gegensatz zwischen Romands und Zürchern

Die Genfer SVP-Nationalrätin und Vizepräsidentin der Partei, Céline Amaudruz, hat am 15. Oktober in Genf ihre Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin bekannt gegeben. Das melden unter anderem der Tages-Anzeiger, cash, nau.ch, bluewin und 20 Minuten. Sie ist nach diesen Berichten die erste bestätigte Kandidatin und wäre bei einer Wahl die erste SVP-Frau im Bundesrat. Die SVP-Bundeshausfraktion entscheidet am 20. November, wen sie auf ihr offizielles Ticket setzt; die Vereinigte Bundesversammlung wählt am 9. Dezember. Innerhalb der Partei ist die Kandidatur nicht unumstritten. Die Berichte halten fest, dass Amaudruz bei gesellschaftspolitischen Fragen mehrfach gegen die Parteilinie gestimmt hat. Die Westschweizer Sektionen stehen laut 24 heures und Tribune de Genève hinter ihr, der Zürcher Flügel äussert Vorbehalte. Die Sonntagspresse beschreibt nach den Zusammenfassungen von 24 heures und Tribune de Genève einen Röstigraben innerhalb der SVP, und die NZZ überschreibt ihren Beitrag mit der Feststellung, Amaudruz müsse zuerst den Röstigraben überwinden. Wer ausser ihr antritt, ist in den Berichten offen.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen

Digital · Datenschutz✓ 7 Medien · Zahl der betroffenen Versicherten unbestätigt

Cyberangriff auf den Software-Lieferanten PK Softech: Daten der Bundespensionskasse Publica und weiterer Kassen könnten abgeflossen sein

Ein Cyberangriff auf den Softwarelieferanten PK Softech AG könnte Daten der Pensionskasse des Bundes Publica betreffen. Publica bestätigte den Namen der Firma gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, wie cash berichtet. PK Softech hat den Angriff nach Angaben von SRF und cash Ende September festgestellt und Strafanzeige erstattet; die Bundesanwaltschaft ermittelt. Als möglicherweise abgeflossen nennt Publica laut netzwoche und SRF Adress- und Kontaktdaten, AHV-Nummern, Angaben zu Lohn, Vorsorgeguthaben und Rente sowie zu Ehepartnern und Kontonummern. Die Vorsorgegelder selbst seien nicht betroffen, der laufende Betrieb sei nicht beeinträchtigt, hält Publica fest. Welche Daten tatsächlich abgeflossen sind, ist nach den Berichten offen.

Der Kreis der Betroffenen wächst: Nach netzwoche und bluewin haben auch die Migros-Pensionskasse und die Pensionskasse der Stadt Zürich über mögliche Datenlecks informiert, und im Kanton Bern sind laut netzwoche die Bernische Pensionskasse und die Bernische Lehrerversicherungskasse möglicherweise betroffen. finews und die NZZ berichten, dass der Angriff weitere Kreise zieht; die NZZ schreibt, die Daten von weit über 100'000 Versicherten könnten in den Händen von Kriminellen sein, betont aber, dies sei noch unklar. Eine Zahl der betroffenen Versicherten nennt keine der Kassen. Ob Lösegeld gefordert wurde, wollte Publica unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Politik · Abstimmung 29. November✓ 7 Medien · Umfragewerte stammen aus der ersten Welle

SVP-Delegierte fassen in Bulle die Parolen für den 29. November: Nein zur Mehrwertsteuer für die AHV, Ja zum Kriegsmaterialgesetz

Die SVP Schweiz hat an ihrer Delegiertenversammlung am Samstag, 17. Oktober, in Bulle FR die Parolen für die Abstimmung vom 29. November gefasst. Die Delegierten lehnen laut SRF, cash und nau.ch die Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der AHV ab. Beim Kriegsmaterialgesetz sagen sie Ja, und die Volksinitiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare» unterstützen sie ebenfalls. Die NZZ überschreibt ihren Bericht mit dem Satz, die SVP feiere sich selbst, die Partei spricht in ihrer Mitteilung vom «Kampf gegen die Linken und Heimatmüden».

Die erste Abstimmungsumfrage von Leewas für 20 Minuten und Tamedia stammt vom 7. und 8. Oktober und beruht auf 11'239 Befragten. nau.ch und bluewin melden für das Kriegsmaterialgesetz 47 Prozent Nein, 44 Prozent Ja und 9 Prozent Unentschlossene. Die höhere Mehrwertsteuer für die AHV lehnen laut nau.ch 60 Prozent ab. Bei der Feuerwerksinitiative nennen 20 Minuten und die Aargauer Zeitung 68 Prozent Ja und 30 Prozent Nein; der Bundesrat empfiehlt ein Nein, der Nationalrat lehnte sie mit 131 zu 50 Stimmen ab, der Ständerat mit 40 zu 3.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen

Verkehr · Bahn✓ 5 Medien · Vergleich mit dem Vorjahr unklar

Die SBB zählen 97 hitzebedingte Gleisverformungen in diesem Sommer, ein Experte der ETH Zürich warnt vor Entgleisungen

Die SBB haben im Sommer 2026 97 Verformungen von Gleisen wegen der Hitze erfasst, wie 24 heures, Blick, Le Matin, 20 minutes und RTS melden. Die Zahl haben die SBB nach 24 heures gegenüber der SonntagsZeitung bestätigt. Ein Experte der ETH Zürich warnt nach 24 heures und Le Matin vor dem Risiko von Entgleisungen. Die SBB sehen laut 24 heures keine unmittelbare Entgleisungsgefahr und verweisen auf ihr Überwachungsnetz aus Messfahrzeugen, Sensoren und Kontrolleuren. Sie haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bei Bedarf zusätzliche Massnahmen festlegen soll. Zum Vorjahresvergleich machen die Medien widersprüchliche Angaben.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Kurz gefasst
  • Tennis in ShanghaiAlejandro Davidovich Fokina gewinnt das Masters-1000-Turnier mit 1:6, 7:6 (5), 6:4 gegen seinen Landsmann Rafael Jódar, sein erster Titel auf dieser Stufe (ESPN, Fox Sports).
  • Schweizer CupDie Young Boys gewinnen in der 2. Runde beim Erstligisten AC Taverne 5:0 (nau.ch, SRF).
  • KanadaBei einer Explosion mit anschliessendem Grossbrand auf der Militärbasis Wainwright in Alberta sind nach Premierminister Carney mindestens vier Soldaten gestorben, weitere Quellen sprechen von sieben Toten (Al Jazeera, ABC News).
  • Premier LeagueBrighton schlägt Crystal Palace 5:0, Diego Gómez trifft aus rund 50 Metern von der Mittellinie (ESPN, Sky Sports).
  • FeuerwerksinitiativeIn der ersten Umfragewelle sagen 68 Prozent Ja und 30 Prozent Nein (20 Minuten, Aargauer Zeitung).
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

In Frankreich seien am Samstag 800'000 Menschen auf die Strasse gegangen. Die Zahl stammt von den Organisatoren und der CGT (RTE, ICI). Die Regierung schätzt rund 550'000 Teilnehmende (RTE, CNN).
Die Edelweiss-Maschine habe über den Alpen Kerosin abgelassen, weil sie in Gefahr gewesen sei. Edelweiss nennt als Grund das zu hohe Landegewicht und sagt, es habe keine Gefahr bestanden (20 Minuten, Tages-Anzeiger).
Das Feuerwerksverbot sei so gut wie beschlossen. Die erste Umfragewelle sieht 68 Prozent Ja und 30 Prozent Nein (20 Minuten, Aargauer Zeitung); Bundesrat, Nationalrat und Ständerat lehnen die Initiative ab. Abgestimmt wird am 29. November.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEFrankreich: Nach den Krawallen vom Samstag nennt die Regierung mindestens 1800 Festnahmen (AP), Macron wendet sich am Sonntagabend an die NationAusland · FrankreichCéline Amaudruz will als erste SVP-Frau in den Bundesrat, in der Partei zeigt sich ein Gegensatz zwischen Romands und ZürchernInland · BundesratCyberangriff auf den Software-Lieferanten PK Softech: Daten der Bundespensionskasse Publica und weiterer Kassen könnten abgeflossen seinDigital · DatenschutzSVP-Delegierte fassen in Bulle die Parolen für den 29. November: Nein zur Mehrwertsteuer für die AHV, Ja zum KriegsmaterialgesetzPolitik · Abstimmung 29. NovemberDie SBB zählen 97 hitzebedingte Gleisverformungen in diesem Sommer, ein Experte der ETH Zürich warnt vor EntgleisungenVerkehr · Bahn