Die Zahl der Festnahmen stieg am 17. und 18. Oktober: Premierminister Sébastien Lecornu nannte am Samstagabend rund 1200 Festnahmen und 150 verletzte Polizisten (CBC, franceinfo). AP meldet nach NPR mindestens 1800 Festnahmen, 855 davon in Paris. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Sonntag von mehr als 2000 Festnahmen und mehr als 600 verletzten Polizisten (CNN, The National). France 24, Al Jazeera und ICI melden zuletzt 2397 Festnahmen und 997 verletzte Polizisten und Gendarmen, sieben davon schwer. Die Regierung zählte rund 550'000 Teilnehmende (RTE, CNN), die CGT und die Organisatoren 800'000 (RTE, ICI). Macron wandte sich am Sonntagabend an die Nation (franceinfo, RTE, Al Jazeera, France 24). In Annemasse bei Genf wurden elf Geschäfte geplündert, vier Personen kamen in Haft (Tribune de Genève, ODS Radio).
Wenn Regierung und Organisatoren die Beteiligung um 250'000 Personen unterschiedlich beziffern, hängt das Bild des Tages davon ab, wessen Zahl man liest. Dasselbe gilt für die Festnahmen, deren Zahl im Lauf von rund 1200 über 1800 bis auf 2397 stieg. Für die Politik zählt, ob die Bilanz von den Ausschreitungen oder von den Forderungen nach tieferen Lebenshaltungskosten bestimmt wird.
Wer in Genf, Basel oder im Jura mit Frankreich zu tun hat, findet in den Berichten bisher keine Meldung zu Einschränkungen im Grenzverkehr. Für Berufspendler lohnt es sich, die Lage in den Grenzstädten wie Annemasse an den kommenden Tagen im Blick zu behalten.
Die Zahlen der Regierung rücken die Ausschreitungen in den Vordergrund: Festnahmen und verletzte Einsatzkräfte stehen in der Bilanz des Innenministeriums an erster Stelle. Aus dieser Sicht ist der Tag vor allem eine Frage von Recht und Ordnung.
Die Organisatoren und die CGT betonen die Zahl von 800'000 Teilnehmenden, die Euronews mit steigenden Treibstoffpreisen und den Lebenshaltungskosten verbindet. Le Temps schreibt, Frankreich suche nach Erklärungen. Aus dieser Sicht steht die Wut über Preise und Haushaltslage im Zentrum.
Gesichert ist: Die Festnahmen stiegen von rund 1200 über mindestens 1800 auf 2397, die verletzten Einsatzkräfte von 150 über mehr als 600 auf 997, und Macron wandte sich am Sonntagabend an die Nation. In Annemasse wurden elf Geschäfte geplündert. Nicht gesichert ist, wie viele Menschen friedlich demonstrierten, da Regierung und Organisatoren unterschiedlich zählen. Heute ist zu beobachten, ob das Innenministerium neue Zahlen nennt und ob Kundgebungen angekündigt werden.
franceinfo (18.10.), ICI (18.10.), NPR/AP (17.10.), CBC (17.10.), CNN (18.10.), The National (18.10.), France 24 (18.10.), Al Jazeera (18.10.), RTE (18.10.), Le Temps (18.10.), Euronews (16.10.), Tribune de Genève (18.10.), ODS Radio (18.10.)
Frankreich: Nach den Krawallen vom Samstag nennt die Regierung mindestens 1800 Festnahmen (AP), Macron wendet sich am Sonntagabend an die NationFrankreich: Nach den Krawallen vom Samstag nennt die Regierung mindestens 1800 Festnahmen (AP), Macron wendet sich am Sonntagabend an die Nation
Die Zahl der Festnahmen stieg im Tagesverlauf von rund 1200 über mindestens 1800 auf fast 2400, die Teilnehmerzahl bleibt umstritten: 550'000 nach Regierungsangabe, 800'000 nach den Organisatoren.
Bei der landesweiten Mobilisation gegen die hohen Lebenshaltungskosten ist es am Samstag, 17. Oktober, in Frankreich zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Zahlen zu den Festnahmen stiegen im Lauf des Tages und stammen vom Premierminister, von der Polizeipräfektur und vom Innenministerium, jeweils zu verschiedenen Zeitpunkten. Am Samstagabend nannte Premierminister Sébastien Lecornu nach CBC und franceinfo rund 1200 Festnahmen und 150 verletzte Polizisten. Die Nachrichtenagentur AP meldet nach NPR mindestens 1800 Festnahmen, davon 855 in Paris nach Angaben der Polizeipräfektur. Am Sonntag sprach Innenminister Laurent Nuñez nach CNN und The National von mehr als 2000 Festnahmen und mehr als 600 verletzten Polizisten. Die jüngste Bilanz des Innenministeriums beziffert die Festnahmen laut France 24, Al Jazeera und ICI auf 2397 und die verletzten Polizisten und Gendarmen auf 997, sieben von ihnen schwer. Auch Le Temps nennt 2397 Festnahmen. Zur Beteiligung gehen die Angaben auseinander: Nuñez schätzt sie nach RTE und CNN auf rund 550'000 Menschen, die Gewerkschaft CGT und die Organisatoren nennen nach RTE und ICI 800'000. Die Bewegung ist nach Angaben von Euronews in sozialen Netzwerken als Protest gegen steigende Treibstoffpreise entstanden, hat sich danach auf die Lebenshaltungskosten ausgeweitet und mit den Protesten von Schülerinnen und Schülern verbunden.
Präsident Emmanuel Macron wandte sich am Sonntagabend in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung, wie franceinfo, RTE, Al Jazeera und France 24 berichten. Le Temps schreibt am Sonntagabend, Frankreich sei nach dem Chaos am Rand der Kundgebungen sprachlos und suche nach Erklärungen. Die Folgen reichen bis an die Schweizer Grenze: In Annemasse bei Genf wurden am Samstagabend elf Geschäfte geplündert und verwüstet, wie die Tribune de Genève und ODS Radio melden. Vier Personen wurden nach diesen Berichten festgenommen, die Ausschreitungen dort folgten auf eine Demonstration am selben Tag. Bürgermeister Gabriel Doublet verurteilte die Plünderungen und rief die Eltern zur Wachsamkeit auf. Die Berichte halten damit zwei verschiedene Ebenen fest, die nationale Bilanz des Innenministeriums und die lokale Lage in der Grenzregion. Ob die Kundgebungen in den nächsten Tagen weitergehen und ob die Regierung weitere Zahlen veröffentlicht, ist in den vorliegenden Berichten nicht festgehalten.