US-Präsident Donald Trump schrieb am Sonntagnachmittag auf Truth Social, ab sofort gelte im Krieg zwischen Russland und der Ukraine eine Energie-Waffenruhe; beide Seiten hätten zugestimmt, man solle sie nicht brechen (Reuters, BBC, Bloomberg, 24 heures, RTS). Gemeint ist ein Verzicht auf Angriffe auf Energieanlagen, Dauer und Kontrolle nannte er nicht. Selenski sagte laut Axios, die Erklärung sei ihm neu, und schrieb später auf Telegram, es sei eine gute Nachricht, wenn sie Wirklichkeit werde; Kiew warte auf Einzelheiten. Aus Moskau gibt es bis Sonntagabend keine Bestätigung. Kurz nach der Ankündigung traf Russland nach ukrainischen Angaben ein Kraftwerk in Charkiw (Reuters, The Hill, Blick). Die «Financial Times» berichtet, Washington drohe mit einem Stopp von Waffenlieferungen, falls die Ukraine weiter russische Raffinerien angreife. Selenski hatte am Vormittag angeboten, diese Schläge einzustellen, wenn Russland die Angriffe auf die Energieversorgung beende.
Beide Seiten treffen die Energie des Gegners: Russland Strom und Heizung der Ukraine, die Ukraine Treibstoffversorgung und Einnahmen Russlands. Eine echte Waffenruhe würde Zivilisten entlasten und den Ölpreis dämpfen. Eine nur behauptete Waffenruhe verwischt dagegen, wer sich woran hält.
Für die Schweiz zählt vor allem der Energiepreis: Diesel und Heizöl folgen dem Rohölpreis mit Verzögerung. Die Schweiz übernimmt Sanktionen in der Regel von der EU; ob sich an der Haltung Washingtons oder Brüssels etwas ändert, ist offen.
Eine begrenzte Waffenruhe ist ein erster Schritt, der Städte entlastet und Verhandlungen öffnen kann.
Ohne Zustimmung aus Moskau und ohne Kontrolle ist die Ankündigung wertlos und setzt Kiew unter Druck, eigene Schläge einzustellen.
Belegt ist Trumps Post, nicht ein Abkommen. Wir achten auf drei Dinge: ob der Kreml zustimmt, ob jemand die Einhaltung überwacht und ob Washington die Drohung mit dem Stopp der Waffenlieferungen wahr macht. Der Ölpreis am Montag ist ein Stimmungsbild, keine Antwort auf diese Fragen.
Reuters · BBC · Bloomberg · 24 heures · RTS · Watson · Blick · The Hill · Financial Times (11. Okt.)
Trump verkündet eine «Energie-Waffenruhe», Kiew wartet auf Einzelheiten. Kurz danach trifft Russland ein Kraftwerk in CharkiwTrump verkündet eine «Energie-Waffenruhe», Kiew wartet auf Einzelheiten. Kurz danach trifft Russland ein Kraftwerk in Charkiw
Der US-Präsident schreibt auf Truth Social, beide Seiten hätten zugestimmt. Selenski sagt, ihm sei das neu; aus Moskau liegt bis Sonntagabend keine Bestätigung vor. Zugleich droht Washington laut «Financial Times» mit einem Stopp von Waffenlieferungen.
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntagnachmittag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gelte «ab sofort» eine Energie-Waffenruhe. Beide Seiten hätten zugestimmt, man solle sie nicht brechen. Das melden Reuters, BBC, Bloomberg, 24 heures und RTS übereinstimmend. Gemeint ist ein gegenseitiger Verzicht auf Angriffe auf Kraftwerke, Raffinerien und andere Energieanlagen. Zu Dauer und Kontrolle nannte Trump nichts. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski sagte laut Axios, die Erklärung sei ihm neu. Später schrieb er auf Telegram, es sei eine gute Nachricht für alle, wichtig sei, dass sie Wirklichkeit werde; Kiew warte auf Einzelheiten aus Washington (Reuters). Aus Moskau liegt bis Sonntagabend keine Bestätigung vor, laut Watson wussten auch Russen nichts davon. Schon am Vormittag hatte Selenski angeboten, die ukrainischen Schläge auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland die Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung beendet (Reuters, 24 heures, RSI). Dem US-Sender ABC sagte er, er werde Wahlen organisieren, falls Russland einer Waffenruhe von 60 Tagen zustimme. Trump hatte am Samstag verlangt, die Ukraine brauche einen neuen Präsidenten. Deutschland stellte sich danach laut Reuters hinter Selenski, und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützte laut FinancialJuice seinen Ruf nach einer Waffenruhe.
Wenig später meldete Selenski, Russland habe ein Kraftwerk in Charkiw getroffen und setze die Angriffe fort (Reuters, The Hill, Blick). Das Ausmass der Schäden ist nicht bestätigt. Bei russischen Angriffen auf zwei ukrainische Städte starben laut Reuters sechs Menschen. Zugleich wächst der Druck auf Kiew: Die «Financial Times» berichtet, Washington drohe damit, Waffenlieferungen zu blockieren, falls die Ukraine weiter russische Raffinerien angreife. Im US-Kongress regt sich Widerstand gegen das Dieselabkommen mit Moskau, das Trump am Freitag verkündet hatte und das zunächst über 300'000 Tonnen russischen Diesel vorsieht. Abgeordnete beider Parteien sagen laut «Financial Times», es finanziere Putins Kriegsmaschine und verstosse gegen US-Recht; ein einflussreicher republikanischer Senator hält es für möglicherweise rechtswidrig (Reuters). Auch Russland meldet Angriffe: Der Internetkonzern Yandex legte nach einem Drohnenangriff ein Rechenzentrum im Gebiet Wladimir still (Reuters), und an Moskauer Flughäfen wurde laut Watson der Betrieb wegen Drohnenalarms eingestellt. Der britische Premier Andy Burnham und Kanadas Premier Mark Carney unterstützen laut FinancialJuice eine Energie-Waffenruhe, die EU-Kommission will mehr Geld für Drohnen und Raketen der Ukraine bereitstellen. Für die Schweiz zählt vor allem der Energiepreis: Die Ölsorte WTI schloss am Freitag bei 91,85 Dollar. Die Schweiz übernimmt Sanktionen in der Regel von der EU; ob sich daran etwas ändert, ist offen. Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa sprach laut Bloomberg von «Gelegenheitsfenstern», den Krieg zu beenden. Wir beobachten heute, ob der Kreml die Waffenruhe bestätigt, wer sie kontrolliert und ob der Ölpreis am Montag reagiert. Ohne Bestätigung aus Moskau bleibt sie vorerst eine Behauptung Trumps.