—SMI · Freitagsschluss nicht bestätigt

DailyDrop.

—USD/CHF · Freitagsschluss nicht bestätigt
SMI—USD/CHF—S&P 5007,811.54▲0.59%10/9WTI$91.85▲0.39%10/9Gold$4,216.30▲1.43%10/9
Ukraine-Krieg · PolitikPresse ✓ 9 Medien · Umsetzung offen, Moskau schweigt

Trump verkündet eine «Energie-Waffenruhe», Kiew wartet auf Einzelheiten. Kurz danach trifft Russland ein Kraftwerk in Charkiw

Der US-Präsident schreibt auf Truth Social, beide Seiten hätten zugestimmt. Selenski sagt, ihm sei das neu; aus Moskau liegt bis Sonntagabend keine Bestätigung vor. Zugleich droht Washington laut «Financial Times» mit einem Stopp von Waffenlieferungen.

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntagnachmittag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gelte «ab sofort» eine Energie-Waffenruhe. Beide Seiten hätten zugestimmt, man solle sie nicht brechen. Das melden Reuters, BBC, Bloomberg, 24 heures und RTS übereinstimmend. Gemeint ist ein gegenseitiger Verzicht auf Angriffe auf Kraftwerke, Raffinerien und andere Energieanlagen. Zu Dauer und Kontrolle nannte Trump nichts. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski sagte laut Axios, die Erklärung sei ihm neu. Später schrieb er auf Telegram, es sei eine gute Nachricht für alle, wichtig sei, dass sie Wirklichkeit werde; Kiew warte auf Einzelheiten aus Washington (Reuters). Aus Moskau liegt bis Sonntagabend keine Bestätigung vor, laut Watson wussten auch Russen nichts davon. Schon am Vormittag hatte Selenski angeboten, die ukrainischen Schläge auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland die Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung beendet (Reuters, 24 heures, RSI). Dem US-Sender ABC sagte er, er werde Wahlen organisieren, falls Russland einer Waffenruhe von 60 Tagen zustimme. Trump hatte am Samstag verlangt, die Ukraine brauche einen neuen Präsidenten. Deutschland stellte sich danach laut Reuters hinter Selenski, und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützte laut FinancialJuice seinen Ruf nach einer Waffenruhe.

Wenig später meldete Selenski, Russland habe ein Kraftwerk in Charkiw getroffen und setze die Angriffe fort (Reuters, The Hill, Blick). Das Ausmass der Schäden ist nicht bestätigt. Bei russischen Angriffen auf zwei ukrainische Städte starben laut Reuters sechs Menschen. Zugleich wächst der Druck auf Kiew: Die «Financial Times» berichtet, Washington drohe damit, Waffenlieferungen zu blockieren, falls die Ukraine weiter russische Raffinerien angreife. Im US-Kongress regt sich Widerstand gegen das Dieselabkommen mit Moskau, das Trump am Freitag verkündet hatte und das zunächst über 300'000 Tonnen russischen Diesel vorsieht. Abgeordnete beider Parteien sagen laut «Financial Times», es finanziere Putins Kriegsmaschine und verstosse gegen US-Recht; ein einflussreicher republikanischer Senator hält es für möglicherweise rechtswidrig (Reuters). Auch Russland meldet Angriffe: Der Internetkonzern Yandex legte nach einem Drohnenangriff ein Rechenzentrum im Gebiet Wladimir still (Reuters), und an Moskauer Flughäfen wurde laut Watson der Betrieb wegen Drohnenalarms eingestellt. Der britische Premier Andy Burnham und Kanadas Premier Mark Carney unterstützen laut FinancialJuice eine Energie-Waffenruhe, die EU-Kommission will mehr Geld für Drohnen und Raketen der Ukraine bereitstellen. Für die Schweiz zählt vor allem der Energiepreis: Die Ölsorte WTI schloss am Freitag bei 91,85 Dollar. Die Schweiz übernimmt Sanktionen in der Regel von der EU; ob sich daran etwas ändert, ist offen. Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa sprach laut Bloomberg von «Gelegenheitsfenstern», den Krieg zu beenden. Wir beobachten heute, ob der Kreml die Waffenruhe bestätigt, wer sie kontrolliert und ob der Ölpreis am Montag reagiert. Ohne Bestätigung aus Moskau bleibt sie vorerst eine Behauptung Trumps.

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Zahlen des Tages
60 TageWaffenruhe, an die Selenski laut ABC Wahlen knüpft
6 Totebei russischen Angriffen auf zwei Städte (Reuters)
91,85 $WTI je Fass, Schluss am Freitag
Naher Osten · SicherheitPresse ✓ 10 Medien · Schäden an Aramco unbestätigt

Huthi treffen den Flughafen von Riad ein zweites Mal. Ölkonzerne sagen einen Kongress ab, Washington erwägt ein Eingreifen

Der Flughafen King Khalid in Riad ist innerhalb von zwei Tagen zum zweiten Mal getroffen worden. Beim Raketenangriff vom Samstag starben nach Angaben der saudischen Behörden 12 Menschen, über 300 wurden verletzt (AP, NPR, CBS). Am Sonntag schlug laut dem saudisch geführten Militärbündnis erneut ein unbekanntes Geschoss ein, nach Bloomberg und RTS brach ein Feuer aus; die Zivilluftfahrtbehörde meldet für den Sonntag einen Toten und elf Verletzte (FinancialJuice). Die Huthi, eine vom Iran unterstützte Miliz im Jemen, reklamieren die Angriffe (SRF, RSI, Watson). Sie sagen auch, sie hätten den Flughafen von Dammam und Anlagen des Ölkonzerns Aramco getroffen; Saudi-Arabien bestätigte das nicht, das Bündnis meldet eine abgefangene Drohne in der Ostprovinz. SRF ordnet ein, die Huthi zielten auf das Geschäftsmodell des Königreichs als Drehscheibe für Reisende und Konferenzen: Laut «Financial Times» sagten BP und andere Ölkonzerne ihre Teilnahme an einem Energiekongress in Riad ab. Das Bündnis kündigt nach dem Guardian eine «entschiedene» Antwort an, die USA erwägen ein Eingreifen. Die britische Botschaft rät von nicht notwendigen Reisen zu allen saudischen Flughäfen ausser Medina ab. Russland verurteilte den Angriff laut Ifax, Pakistan kümmert sich um verletzte Landsleute (FinancialJuice). Die Aussenminister Saudi-Arabiens und Irans sprachen nach saudischen Staatsmedien über die Lage. Am Montag zählen: ob der Flughafen wieder öffnet, wie der Ölpreis reagiert (laut Bloomberg stieg er im Sonntagabendhandel) und ob Washington Schläge ankündigt.

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Wort des Tages
DrehscheibeWirtschaft

Ort, an dem Verkehr, Handel oder Treffen aus vielen Richtungen zusammenlaufen. Riad will sich so als Flug- und Kongressstandort etablieren.


Märkte · EnergieQuelle ✓ Börsenschlusskurse (9. Okt.) · Presse ✓ 2 Medien

Wall Street schliesst die Woche im Plus. Zum Wochenstart steigt der Ölpreis nach den Angriffen auf Riad

Die US-Börsen haben die Woche am Freitag im Plus beendet. Der S&P 500 gewann 0,59 Prozent auf 7'811,54 Punkte, die Nasdaq 0,64 Prozent auf 27'366,17 Punkte und der Dow Jones 0,83 Prozent auf 51'654,95 Punkte. Gold legte 1,43 Prozent auf 4'216,3 Dollar je Unze zu, die Ölsorte WTI 0,39 Prozent auf 91,85 Dollar je Fass. Im Sonntagabendhandel stieg der Ölpreis nach den Angriffen auf Saudi-Arabien, der Dollar legte leicht zu (Bloomberg). Die saudische Börse gab nach dem Angriff auf den Flughafen von Riad nach (Reuters).

Den Schlussstand des Schweizer Leitindex SMI und den Dollar-Franken-Kurs vom Freitag konnten wir bei keinem zweiten Medium bestätigen; die Kästen oben zeigen deshalb einen Strich. Heute öffnet die SIX Swiss Exchange wieder. Im Fokus stehen der Ölpreis und die Frage, ob die Energie-Waffenruhe hält. Bloomberg schreibt, Anleihehändler warteten auf die US-Inflationsdaten. Die Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok wird laut Reuters vom Krieg im Nahen Osten und von hohen Schulden geprägt. Für Schweizer Sparer wirken Kursgewinne zeitversetzt über die Pensionskassen. Wie sich der Ölpreis entwickelt, lässt sich vorher nicht sagen; eine Prognose ist das nicht.

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Schweiz · SicherheitPresse ✓ 7 Medien · Teilnehmerzahl uneinheitlich

Bern: Unbewilligte Demo gegen Imperialismus und Kapitalismus bleibt ohne grössere Zwischenfälle

Genau ein Jahr nach der Gaza-Kundgebung, die in Bern eskalierte, ist am Sonntagnachmittag erneut eine nicht bewilligte Demonstration durch die Innenstadt gezogen. Aufgerufen hatten laut Blick und 24 heures anonyme linksradikale Kreise unter dem Motto «Smash Imperialism». Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und sperrte den Zugang zum Zentrum (RSI); die Berner Zeitung spricht von einem Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Zur Zahl der Teilnehmenden gehen die Angaben auseinander: SRF und RSI nennen rund tausend, RTS und swissinfo mehrere hundert. Die Kundgebung endete laut Blick und swissinfo friedlich. RSI meldet einzelne Sachbeschädigungen; eine Person mit mehreren Messern wurde angehalten.

Die NZZ beschreibt die Botschaften als radikal, etwa den Ruf «Tout le monde déteste la police». Blick hatte vorab von bösen Erinnerungen bei Polizei und Gewerbe geschrieben. Diesmal blieb es ruhig. Für Bernerinnen und Berner heisst das: Die Innenstadt ist heute wieder normal zugänglich. Offen bleibt, ob es zu Anzeigen kommt und wie Stadt und Polizei Bilanz ziehen. Wir beobachten, ob die Behörden unbewilligte Kundgebungen künftig anders handhaben.

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Sport · Fussball und Formel 1Presse ✓ 6 Medien

Basel verliert zum Debüt von Trainer Jokanovic 0:3 in Vaduz. Verstappen gewinnt in Singapur, Derron wird Dritte in Hawaii

Der FC Basel hat das Debüt seines neuen Trainers Slavisa Jokanovic in der zehnten Runde der Super League beim FC Vaduz 0:3 verloren (Blick, SRF, Watson). St. Gallen schlug Schlusslicht Lausanne-Sport 1:0 nach einem Penalty von Görtler in der 29. Minute (RTS, SRF, Blick), die Young Boys gewannen 2:0 gegen die Grasshoppers (Blick). In Hawaii wurde die Zürcherin Julie Derron bei ihrem Debüt an der Ironman-Weltmeisterschaft Dritte (NZZ, Le Temps).

In der Formel 1 gewann Max Verstappen den Grossen Preis von Singapur, seinen zweiten Sieg in Serie, vor Charles Leclerc und Kimi Antonelli (24 heures, SRF, Blick). Antonelli bleibt WM-Spitzenreiter und kann laut Blick und SRF schon in zwei Wochen in Austin Weltmeister werden. In der Premier League gewann Manchester City 3:0 bei Liverpool; der Waadtländer Dan Ndoye traf für Nottingham Forest, die Partie ging aber verloren (SRF, RTS). Wir schreiben das nicht als Prognose: Ein Debüt sagt wenig über eine Saison.

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Kurz gefasst
  • Friedli nennt nach ihrer Absage andere SVP-Politiker für den Bundesrat und schweigt zu einem prominenten NamenWatson
  • Freiburg schlägt Schalke 2:1 und übernimmt die Tabellenführung der Bundesliga; der Schweizer Gantenbein trifft vergeblichSRF · Blick · Tages-Anzeiger
  • Katie Zacharia wird Sprecherin des Weissen Hauses, Trump dankt Karoline LeavittCNBC · The Independent · Daily Beast
  • Pakistan: Der Präsident verhängt den Notstand in der Provinz, die Imran Khans Partei regiertReuters
  • Nepal: Sturzflut nach Erdrutsch, fünf Vermisste, die Armee ist im EinsatzSRF · Reuters · AP
  • Sudan: Mindestens 72 Goldgräber bei Luftangriff getötet, so eine MenschenrechtsgruppeReuters · BBC
  • Amazon verhandelt laut WSJ über den Kauf des KI-Start-ups Decart für rund 7 Milliarden DollarReuters · FinancialJuice
  • Konsumentenstimmung in der Schweiz bleibt auf historisch tiefem NiveauSRF
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Russland und die Ukraine haben der Energie-Waffenruhe zugestimmt.» Nicht belegt. Belegt ist nur Trumps Post. Selenski sagt, ihm sei das neu, Moskau hat sich nicht geäussert, und Russland traf danach ein Kraftwerk in Charkiw.
«Die USA greifen in Saudi-Arabien oder im Jemen ein.» Nicht bestätigt. Der Guardian schreibt, Washington erwäge ein Eingreifen; entschieden ist nichts.
«Die Huthi haben Aramco-Anlagen getroffen.» Nicht belegt. Es ist eine Behauptung der Huthi. Das Bündnis meldet nur eine abgefangene Drohne in der Ostprovinz.

Stimmen im Netz

  • Wolodymyr Selenski, Präsident der Ukraine Telegram · 10/11Selenski schrieb auf Telegram, die Ankündigung einer Energie-Waffenruhe durch den US-Präsidenten sei eine gute Nachricht für alle; wichtig sei, dass sie Wirklichkeit werde.
  • Papst Leo XIV. X · 10/11Der Papst teilte auf X mit, ein Knoten in der Lunge sei in einem frühen Stadium entdeckt worden (SRF).
  • Donald Trump, US-Präsident Truth Social · 10/11Trump schrieb auf Truth Social, ab sofort gelte eine Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine, beide Seiten hätten zugestimmt.

Aussagen wie gepostet, nicht geprüft.

Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABETrump verkündet eine «Energie-Waffenruhe», Kiew wartet auf Einzelheiten. Kurz danach trifft Russland ein Kraftwerk in CharkiwUkraine-Krieg · PolitikHuthi treffen den Flughafen von Riad ein zweites Mal. Ölkonzerne sagen einen Kongress ab, Washington erwägt ein EingreifenNaher Osten · SicherheitWall Street schliesst die Woche im Plus. Zum Wochenstart steigt der Ölpreis nach den Angriffen auf RiadMärkte · EnergieBern: Unbewilligte Demo gegen Imperialismus und Kapitalismus bleibt ohne grössere ZwischenfälleSchweiz · SicherheitBasel verliert zum Debüt von Trainer Jokanovic 0:3 in Vaduz. Verstappen gewinnt in Singapur, Derron wird Dritte in HawaiiSport · Fussball und Formel 1