—DAX · Schluss 14. Okt. nicht bestätigt

DailyDrop.

—EUR/USD · Mittwoch nicht bestätigt
DAX—EUR/USD—S&P 500—WTI—Gold—
Politik · Bundestag · Ukraine · EU-GipfelPresse ✓ 12 Medien · Wortlaut nur in Auszügen

Merz sichert der Ukraine vor dem EU-Gipfel weitere Hilfe zu, der neue Landtag in Magdeburg verlangt mit AfD und BSW das Gegenteil, und Kiew fühlt sich von Washington im Stich gelassen

Der Kanzler versichert im Bundestag, die Unterstützung gehe nicht zulasten von Sozial- und Bildungsausgaben. Das Votum in Sachsen-Anhalt ist laut Spiegel weitgehend folgenlos, zeigt aber die Bruchlinie. In Kiew wächst der Zweifel an den USA.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Mittwoch im Bundestag eine Regierungserklärung zum EU-Gipfel abgegeben, der heute in Brüssel beginnt (Zeit, Spiegel, Handelsblatt, FAZ). Er bekräftigte, Deutschland werde die Ukraine weiter unterstützen. Das gehe nicht zulasten der Sozial- und Bildungsausgaben; „kein Euro“ fehle dort (Spiegel, Süddeutsche Zeitung, FAZ). Niemand solle innen- gegen außenpolitische Themen ausspielen, sagte er, nur mit Sicherheit könne Gerechtigkeit entstehen (Zeit). AfD-Co-Chef Chrupalla widersprach (Spiegel, Welt).

Einen zweiten Schwerpunkt setzte Merz beim Extremismus. Er forderte „schöpferische Anstrengungen“ und setzte auf gute Regierungsarbeit als Antwort (Tagesschau, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung). Die Zeit hält fest, dass er das Wort „Reformen“ nicht mehr benutzte. Nach Tagen voller Vorwürfe zwischen Union und SPD wirkte es in der Debatte, als wollten beide Seiten den Streit beenden: Die SPD verteidigte den Kanzler (FAZ). Die Welt berichtet, Merz habe in Richtung Linke und AfD gesagt, es sei ihm „unbegreiflich“, und dann den Papst zitiert; worauf sich das bezog, nennt die vorliegende Meldung nicht.

Am selben Tag trat in Magdeburg der neue Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen, den ein AfD-Politiker als Präsident leitet (Spiegel, Zeit, FAZ). Mit den Stimmen von AfD und BSW beschloss er einen Antrag, der ein sofortiges Ende aller Ukraine-Hilfen und der Sanktionen gegen Russland verlangt (Süddeutsche Zeitung, Reuters, T-Online, Welt). CDU, SPD, Grüne und Linke wiesen ihn scharf zurück (Süddeutsche Zeitung). Der Spiegel nennt den Beschluss politisch weitgehend folgenlos, die Sitzung dennoch aufschlussreich. Chrupalla brachte nach dem Handelsblatt Altkanzler Schröder als Verhandler mit Russland ins Spiel.

Kiew sieht sich unterdessen von Washington im Stich gelassen. Selenskyj sagte, es sei schmerzhaft, wenn Trump sich auf eine andere Seite stelle (Reuters, FAZ); er fühle sich verraten, die Ukraine verliere mit den USA einen starken Partner (Spiegel, n-tv). Die Ukraine kritisiert fehlende US-Unterstützung, NATO und EU widersprechen (Tagesschau). Anlass sind russische Raketenangriffe auf Kiew, vor denen die Partner nach Selenskyjs Worten nicht gewarnt hatten (Reuters, FAZ); nach seinen Angaben waren in der Ukraine 600.000 Menschen ohne Strom (Reuters). Dazu kommt Streit um Starlink: Die Ukraine wirft SpaceX vor, den militärischen Einsatz zu beschneiden (Reuters, Zeit, Spiegel). Musk betont, Starlink diene nur ziviler und defensiver Nutzung, das militärische Starshield stehe unter Kontrolle der US-Regierung (Zeit). In Polen und Bulgarien brannten Starlink-Anlagen (Spiegel, FAZ, T-Online).

Heute kommen die Staats- und Regierungschefs in Brüssel zusammen; es gehe um viel Geld, den Umgang mit China und den russischen Angriffskrieg (Spiegel). Nach der Financial Times, die Reuters aufgriff, erwägen die USA, einen Teil eingefrorener russischer Vermögenswerte freizugeben, um Friedensgespräche wieder anzustoßen; europäische Vertreter lehnen das ab. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
3,7 %US-Verbraucherpreise im September zum Vorjahr (Spiegel, FAZ, Reuters)
2,9 %durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2027, Empfehlung des Schätzerkreises (Handelsblatt, n-tv, Zeit)
über 9.000bestätigte Ebola-Fälle in der DR Kongo (Zeit, FAZ, Handelsblatt)
Justiz · Ukraine · EnergiePresse ✓ 11 Medien · Vorwürfe laut Anklage

In Hamburg beginnt der Nord-Stream-Prozess: Ein ukrainischer Ex-Offizier muss sich wegen Kriegsverbrechen verantworten, die Verteidigung nennt die Pipeline eine Waffe

In Hamburg begann am Mittwoch, gut vier Jahre nach den Explosionen, der Prozess um die Sprengung der Nord Stream-Pipelines (Zeit, Handelsblatt, Spiegel, BBC, FT). Angeklagt ist der Ukrainer Serhij K., ein früherer Offizier. Die Bundesanwaltschaft hält ihn für den Drahtzieher: Er soll die Gruppe angeführt haben, die Sprengsätze an den Leitungen in der Ostsee anbrachte (Handelsblatt, FT). Die Anklage wirft ihm Kriegsverbrechen vor und geht davon aus, dass er als Offizier und in Kenntnis staatlicher Stellen handelte (Handelsblatt, Zeit, n-tv).

Die Verteidigung kündigte an, dass er nicht aussagen wird (Zeit, FAZ), und beantragte, das Verfahren einzustellen (Zeit). Nord Stream sei „von Anfang an eine Waffe“ gewesen, sagt sie (Süddeutsche Zeitung); den Ermittlern wirft sie vor, den Fall im Sinne Moskaus zu sehen (FAZ). Im Kern geht es um die Frage, ob die Sprengung ein Kriegsverbrechen war oder der legitime Akt eines angegriffenen Landes (Süddeutsche Zeitung).

Politisch dürfte der Prozess die Debatte über die Ukraine-Hilfen befeuern (Tagesschau). Außenminister Wadephul sagte, man gehe mit jedem Ergebnis um (Zeit); das Handelsblatt kommentiert, im Saal gehe Recht vor Staatsräson. Ein Urteil ist nicht absehbar, weitere Verhandlungstage nannten die Meldungen nicht.

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Wort des Tages
KriegsverbrechenRecht

Schwere Verstöße gegen das Recht im bewaffneten Konflikt, etwa gezielte Angriffe auf zivile Ziele. Ob die Sprengung der Leitungen darunterfällt, ist im Prozess umstritten.


Wirtschaft · Luftfahrt · PortugalPresse ✓ 8 Medien · Summe laut Reuters

Lufthansa gewinnt das Bieterrennen um 44,9 Prozent an der portugiesischen TAP, in Frankfurt wird zugleich das Kerosin knapp

Die Lufthansa hat von Portugals Regierung den Zuschlag für einen Anteil von 44,9 Prozent an der Staatsairline TAP erhalten (Zeit, Spiegel, Handelsblatt, n-tv, Tagesschau). Sie setzte sich damit gegen Air France-KLM durch (n-tv, Zeit). Hintergrund ist die Teilprivatisierung der TAP, die Portugals Regierung vorantreibt (Handelsblatt, Zeit). Reuters beziffert den Preis auf 1,3 Milliarden Dollar; die deutschen Meldungen nennen keine Summe. Die FAZ ordnet den Schritt in den Expansionskurs der Lufthansa in Europa ein. Ob Wettbewerbsbehörden noch zustimmen müssen, ließen die Meldungen offen.

Am Frankfurter Flughafen ist zugleich weniger Kerosin verfügbar als üblich (Zeit, Spiegel, Handelsblatt, FAZ). Der Spiegel nennt als Grund eine reduzierte Kapazität der Pipelines. Flugausfälle soll es nicht geben; die Lufthansa tankt ihre Maschinen vorsorglich schon vor der Ankunft zusätzlich (Zeit, Handelsblatt). Wie lange die Knappheit anhält, geht aus den Meldungen nicht hervor. Das Handelsblatt berichtet nach exklusiven Daten, dass Flugtickets in Deutschland trotz des Golfkrieges wieder billiger werden (Einzelquelle).

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Politik · Steuern · GesundheitPresse ✓ 9 Medien · Steuersätze nicht bestätigt

Kabinett bringt eine abgeschwächte Zuckersteuer auf den Weg, in der Union wächst der Widerstand

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Gesetzentwurf für eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke beschlossen (FAZ, Zeit, Spiegel, Tagesschau, Handelsblatt). Union und SPD hatten lange um die Details gerungen; zwischenzeitlich hatte das Kanzleramt das Vorhaben gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten (Handelsblatt). Die Abgabe der Hersteller richtet sich künftig nach dem Zuckergehalt, kleine Produzenten sind ausgenommen (Zeit, Handelsblatt). Der Spiegel spricht von einer „Light-Variante“. Die Steuersätze nennen die vorliegenden Meldungen nicht.

Die Steuer soll dem Bundeshaushalt Einnahmen bringen und Hersteller zu neuen Rezepturen bewegen (Handelsblatt, FAZ); Foodwatch erwartet bessere Rezepturen (Zeit). Kritik kommt aus der Union: Hessens Ministerpräsident Rhein nannte die Steuer ein „falsches Signal“ und eine „Teuer-Steuer“ (FAZ, Handelsblatt). Nach dem Handelsblatt, das hier allein steht, wollen mehr als 20 Unionsabgeordnete nicht zustimmen, Fraktionschef Frei warne vor einem Koalitionsbruch. Nun ist der Bundestag am Zug. Auch Zigaretten sollen teurer werden (FAZ, Handelsblatt).

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Märkte · USA · ZinsenPresse ✓ 10 Medien · Indexstände nicht bestätigt

US-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent, Anleger setzen auf Zinserhöhungen, Technologiewerte brechen weltweit ein

Die Verbraucherpreise in den USA lagen im September 3,7 Prozent über dem Vorjahr, mehr als erwartet (Spiegel, FAZ, n-tv, Reuters). Treiber waren die Kraftstoffpreise; die Kerninflation fiel nach Reuters ebenfalls fester aus. Bloomberg spricht vom schnellsten Anstieg seit April. Der Spiegel weist darauf hin, dass das Präsident Trump kurz vor den Zwischenwahlen unter Druck setzt. Am Markt stiegen die Wetten auf Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed: Ihr Vertreter Daly hält weitere Erhöhungen für wahrscheinlich, aber nicht dringlich, Bowman sieht Zeit zum Abwarten (Reuters). Der Dollar gab von einem 18-Monats-Hoch nach (Reuters).

An der Wall Street gaben vor allem Technologiewerte nach; die Financial Times nennt Nvidia, Oracle und CoreWeave unter den Verlierern, Bloomberg verweist auf Sorgen um Zinsen und die Finanzierung von KI-Investitionen. Die Bank of America geriet zusätzlich wegen einer Strafe von mehr als 1,2 Milliarden Dollar unter Druck (Zeit, Handelsblatt, Bloomberg). In Asien setzte sich der Ausverkauf am frühen Donnerstag fort, Technologiewerte in Südkorea und Japan fielen (Reuters, FT, Bloomberg). Wie der DAX am Mittwoch schloss, konnten wir aus zwei Quellen nicht bestätigen; die Ohren der Titelseite zeigen deshalb „—“. Xetra öffnet heute um 9 Uhr.

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Kurz gefasst
  • Champions League: Bayern holt bei Viking Stavanger ein 3:3, Kane trifft doppelt, Olise sieht Rot; Stuttgart gewinnt in Bratislava, Dortmund verliert in BodøSpiegel · Zeit · FAZ · Süddeutsche Zeitung
  • Netflix streicht rund 1.000 Stellen, etwa sechs Prozent der BelegschaftSpiegel · Reuters · Handelsblatt · Zeit
  • Rewe darf 38 Tegut-Märkte übernehmen, das Kartellamt stellt BedingungenHandelsblatt · Zeit · hessenschau
  • Signa-Gründer Benko darf mit Fußfessel in den Hausarrest wechselnTagesschau · Zeit · FAZ
  • Kabinett beschließt Eckpunkte für eine Altersgrenze von 13 Jahren bei sozialen Medien, mit ÜbergangsregelnTagesschau · FAZ · Zeit · Handelsblatt
  • Regierung setzt Pflegekommission ein, die Reform soll bis Mitte 2027 stehenZeit · Handelsblatt · Spiegel
  • Ebola in der DR Kongo: mehr als 9.000 bestätigte FälleZeit · Handelsblatt · FAZ
  • Nordkorea meldet den Test von Marschflugkörpern, laut KCNA vom U-Boot ausZeit · Handelsblatt · Reuters
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

„Musk hat Starlink für die Ukraine aus politischem Kalkül gedrosselt.“ Ein ukrainischer Berater sieht „kein Zufall“ und Trump im Visier (Frankfurter Rundschau). Musk betont, Starlink diene nur ziviler und defensiver Nutzung (Zeit); Ex-Minister Fedorow sagt, Musk lasse den Dienst wiederherstellen (n-tv, Einzelquelle). Ein Beleg für ein Motiv liegt nicht vor.
„Kiew hat den Nord-Stream-Angeklagten zum Schweigen verpflichtet.“ So lautet eine Schlagzeile der FAZ, andere Medien haben das nicht. Die Verteidigung kündigte an, dass er nicht aussagen wird (Zeit). Warum er schweigt, belegen die Meldungen nicht.
„Ein Flugzeug nach Nürnberg wurde entführt.“ Ein Entführungsalarm am Flughafen löste einen Großeinsatz aus. Ob ein Tippfehler beim Notfallcode die Ursache war, prüfen die Ermittler (Spiegel, Süddeutsche Zeitung). Eine Entführung ist in den Meldungen nicht belegt.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Politik, Wirtschaft, Recht und Sicherheit, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEMerz sichert der Ukraine vor dem EU-Gipfel weitere Hilfe zu, der neue Landtag in Magdeburg verlangt mit AfD und BSW das Gegenteil, und Kiew fühlt sich von Washington im Stich gelassenPolitik · Bundestag · Ukraine · EU-GipfelIn Hamburg beginnt der Nord-Stream-Prozess: Ein ukrainischer Ex-Offizier muss sich wegen Kriegsverbrechen verantworten, die Verteidigung nennt die Pipeline eine WaffeJustiz · Ukraine · EnergieLufthansa gewinnt das Bieterrennen um 44,9 Prozent an der portugiesischen TAP, in Frankfurt wird zugleich das Kerosin knappWirtschaft · Luftfahrt · PortugalKabinett bringt eine abgeschwächte Zuckersteuer auf den Weg, in der Union wächst der WiderstandPolitik · Steuern · GesundheitUS-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent, Anleger setzen auf Zinserhöhungen, Technologiewerte brechen weltweit einMärkte · USA · Zinsen