Saudi-Arabien hat die Sperre des Flughafens King Khalid in Riad verlängert; laut Livemint bleibt er bis 17. Oktober geschlossen, CNA schreibt „diese Woche“. Zuvor hatte die jemenitische Huthi-Miliz seit dem Wochenende mehrfach Flughäfen des Landes mit Raketen und Drohnen angegriffen. Der schwerste Treffer erfolgte am Samstag, 10. Oktober; nach CNA starben 14 Menschen, Philstar nennt zwölf, mehr als 300 wurden verletzt. Am Montag fing die saudisch geführte Koalition laut Saudi Gazette eine ballistische Rakete über Riad ab, die Huthi sprachen von einem Angriff auf den Flughafen. Reuters meldet eine Stornoquote von 46,4 Prozent an allen saudischen Flughäfen. Die UNO verurteilte die Angriffe auf zivile Flughäfen. Reuters berichtet zudem, Ölmanager seien aus dem Programm eines Energiekongresses in Riad gestrichen worden.
Riads Flughafen ist das Herz der saudischen Infrastruktur, und das Land ist der größte Ölexporteur der Region. Gelingt es den Huthi wiederholt, die Luftabwehr zu durchdringen, wächst das Risiko für Flugverkehr, Ölanlagen und Seewege. Der Konflikt hängt mit dem größeren Streit um Iran zusammen.
Wer eine Reise nach Saudi-Arabien plant, sollte Flüge und Reisewarnungen des Außenministeriums prüfen. Für Autofahrerinnen und Autofahrer zählt der Ölpreis: Bleibt Brent bei rund 106 Dollar, bleiben Diesel und Benzin teuer.
Saudi-Arabien und seine Verbündeten sagen, sie verteidigten zivile Infrastruktur gegen Terror und behielten sich Vergeltung vor.
Die Huthi nennen die Angriffe eine Antwort auf saudische Luftschläge im Jemen; Kritiker sehen eine gefährliche Ausweitung des regionalen Krieges.
Entscheidend ist, ob die Luftabwehr hält und ob eine Waffenruhe möglich wird; Riads Versuch, vor einem Investorengipfel Ruhe zu schaffen, spricht für Verhandlungen. Zu beobachten sind der Ölpreis, die Lage am Flughafen bis 17. Oktober und die Haltung Irans.
CNA, Livemint, Reuters, ORF, Tagesschau, Saudi Gazette, Zeit, Kronen Zeitung (12. Okt. 2026)
Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien: Flughafen Riad bleibt bis 17. Oktober gesperrt, am Montag erneut RaketenalarmHuthi-Angriffe auf Saudi-Arabien: Flughafen Riad bleibt bis 17. Oktober gesperrt, am Montag erneut Raketenalarm
Neu gegenüber gestern: Saudi-Arabien verlängert die Sperre des Hauptstadtflughafens, die Militärkoalition fängt eine weitere Rakete ab, der Ölpreis bleibt hoch. Die Opferzahlen unterscheiden sich je nach Quelle.
Saudi-Arabien hat die Schließung des Flughafens King Khalid in Riad verlängert. Laut Livemint bleibt er bis 17. Oktober gesperrt, CNA spricht von „dieser Woche“ (CNA, Livemint, Reuters). Auslöser sind wiederholte Raketen- und Drohnenangriffe der jemenitischen Huthi-Miliz seit dem Wochenende. Der schwerste Schlag traf am Samstag, 10. Oktober, den Abflugbereich; seither starben nach Angaben von CNA 14 Menschen, die Zeitung Philstar nennt zwölf Tote, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Am Montag meldete die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition, eine auf Riad abgefeuerte ballistische Rakete sei abgefangen worden; die Huthi erklärten, sie hätten den Flughafen mit einer ballistischen Rakete angegriffen (Saudi Gazette, GMA, Tagesschau, ORF). In Riad waren Explosionen zu hören, die Bewohner waren zuvor vor einer „feindlichen Bedrohung“ gewarnt worden. Fluglinien strichen ihre Verbindungen: Reuters meldet für alle saudischen Flughäfen eine Stornoquote von 46,4 Prozent, die Kronen Zeitung spricht von 1.500 gestrichenen Flügen (nur diese Quelle). Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die seit dem Wochenende in Saudi-Arabien festsaß, konnte laut Zeit die Rückreise antreten. Die Huthi kontrollieren die jemenitische Hauptstadt Sanaa und kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die von Saudi-Arabien geführte Allianz (ORF).
Die Lage hat wirtschaftliche Folgen. Der Preis für Brent, die Referenzsorte für Nordseeöl, lag am Montag bei rund 106 US-Dollar je Fass (FinancialJuice, The Hill); die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Spitzenmanager der Ölbranche seien nach den Angriffen aus dem Programm eines Energiekongresses in Riad gestrichen worden. Die Agentur AP meldet, Saudi-Arabien untersuche, warum die Luftabwehr den ersten Angriff nicht verhindert hat. Iran, das als Förderer der Huthi gilt, bot an, zwischen der Miliz und Riad zu vermitteln (nur Straits Times). UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk verurteilte die Angriffe auf zivile Flughäfen (Saudi Gazette, Asharq Al-Awsat). Die Huthi behaupten, die saudische Luftwaffe habe binnen 24 Stunden 119 Luftangriffe geflogen; das ist nicht bestätigt (Republika, Detik). Für Österreich zählen vor allem Treibstoffpreise und Reisen in die Region; ob österreichische Gäste betroffen sind, ist DailyDrop nicht bekannt. Wie lange der Konflikt anhält, ist offen: Riad will laut ANSA eine Waffenruhe mit den Huthi vor einem Investorengipfel erreichen und setzt dabei auf Pakistan (nur ANSA).
Auch außerhalb der Region sind die Folgen spürbar. Die US-Botschaft riet ihren Staatsangehörigen laut Detik zur Vorsicht bei der Wahl saudischer Flughäfen. Indonesische Reiseveranstalter verschoben Pilgerfahrten nach Mekka und Medina, Malaysia Airlines strich Flüge (Detik, Republika). Drei von vier verletzten Philippinern lagen am Montag laut Manila Times auf der Intensivstation. Die Türkei, Pakistan, Ägypten und Saudi-Arabien verurteilten die Angriffe (Reuters). Warum Raketen durchkommen, erklärt Livemint mit gemischten Angriffen aus Drohnen und Raketen, die schwer abzufangen seien. Ein Nahost-Experte sagte im Kurier, Trump habe den Krieg gegen die Huthi „sehr schnell aufgegeben“ (nur Kurier). Ob Washington eingreift, ist offen.