Chinas Ausfuhren stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 36,3 Prozent, gerechnet in Dollar (AP, Al Jazeera, Clarín, FinancialJuice). Analysten hatten im Mittel mit 25,5 Prozent gerechnet (FinancialJuice). In Yuan gerechnet beträgt das Plus 29,6 Prozent (FinancialJuice, Infobae, La Vanguardia). Die Importe wuchsen nach Clarín um 31 Prozent, die Financial Times führt das auch auf teures Öl zurück. Als Motor nennen Financial Times, Zeit Online und La Vanguardia den KI-Boom, vor allem Chips und Elektroautos. Der Handelsüberschuss nähert sich laut Bloomberg 940 Milliarden Dollar; Handelsblatt und Boursorama sehen die Marke von einer Billion in Reichweite. Laut Handelsblatt wachsen die Ausfuhren nach Deutschland und in die EU weiter.
China exportiert viel, weil die Nachfrage im Inland schwach ist (Clarín, Handelsblatt). Das erhöht den Druck auf Handelspartner, die ein wachsendes Ungleichgewicht beklagen. Der Internationale Währungsfonds forderte bei seiner Jahrestagung in Bangkok, China solle weniger von Exporten abhängen (El Economista).
Ob und wie die Schweiz betroffen ist, geht aus den Meldungen nicht hervor. Für Firmen, die mit China oder der EU Handel treiben, lohnt der Blick auf die Gespräche in Brüssel.
Der Boom zeigt die Stärke der chinesischen Industrie und die weltweite Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz.
Ein Überschuss dieser Grösse ist ein Ungleichgewicht, das bei den Handelspartnern Gegenmassnahmen provozieren dürfte.
Gesichert ist der Zuwachs von 36,3 Prozent in Dollar und 29,6 Prozent in Yuan, beides laut Zollbehörde. Die Chip-Zahl der South China Morning Post (45 Milliarden Dollar, plus 136 Prozent) stützt kein zweites Medium. Wir achten auf die Reaktion der EU und darauf, ob der KI-Boom die Ausfuhren auch im Herbst trägt.
AP · Al Jazeera · New York Times · Reuters · Financial Times · Bloomberg · Handelsblatt · Zeit Online · Clarín · FinancialJuice · La Vanguardia · BFMTV · El Economista (14. Okt.)
Chinas Exporte wachsen im September um 36 Prozent, der Handelsüberschuss steuert auf eine Billion Dollar zuChinas Exporte wachsen im September um 36 Prozent, der Handelsüberschuss steuert auf eine Billion Dollar zu
Die Zollbehörde meldet den grössten Sprung seit der Pandemie, getragen vom Boom bei künstlicher Intelligenz. Das Handelsblatt erwartet mehr Druck auf die EU-Verhandler vor dem Gipfel in Brüssel.
Chinas Ausfuhren sind im September gegenüber dem Vorjahr um 36,3 Prozent gestiegen, gerechnet in Dollar (AP, Al Jazeera, Clarín, FinancialJuice). Analysten hatten im Mittel 25,5 Prozent erwartet (FinancialJuice). Laut Al Jazeera ist es der grösste Sprung seit der Corona-Pandemie, die New York Times spricht vom schnellsten Wachstum in fast jedem Monat seit dem Ende der Finanzkrise. In Yuan gerechnet legten die Exporte um 29,6 Prozent zu (FinancialJuice, Infobae, La Vanguardia); der Unterschied zwischen den beiden Zahlen erklärt sich durch den Wechselkurs von Yuan und Dollar. Die Zollbehörde veröffentlichte die Werte am Mittwochvormittag Ortszeit. Die Importe wuchsen laut Clarín um 31 Prozent; Reuters schreibt, sie hätten sich beschleunigt, und die Financial Times führt das auch auf die hohen Ölpreise zurück. Als Motor nennen Financial Times, Zeit Online und La Vanguardia den KI-Boom, vor allem Chips und Elektroautos. Die South China Morning Post beziffert die Chip-Ausfuhren auf 45 Milliarden Dollar, ein Plus von 136 Prozent; diese Zahl stützt kein zweites Medium. Für die ersten neun Monate meldet die Zollbehörde ein Exportplus von 16,4 Prozent in Yuan (FinancialJuice). Ihr stellvertretender Minister sagte laut FinancialJuice, der Ausblick für das vierte Quartal bleibe unverändert, für das ganze Jahr blieben aber Unsicherheiten, auch durch geopolitische Konflikte.
Der Handelsüberschuss steuert damit auf einen Rekord zu (New York Times). Bloomberg schreibt, er nähere sich 940 Milliarden Dollar; Handelsblatt und Boursorama sehen die Marke von einer Billion in Reichweite. Ein Grund ist die schwache Nachfrage im Inland, die China auf den Export setzen lässt (Clarín, Handelsblatt). Dazu passt, dass Chinas Inflation im September bei 0,9 Prozent lag, erwartet waren 1,0 Prozent (n-tv, nur dieses Medium). Das Handelsblatt hält in einem Kommentar fest, Peking mache sich damit abhängig von einer Nachfrage, die nicht ewig anhalte. AP verweist darauf, dass der Druck wachse, den Handel wieder auszugleichen. Europa spürt es besonders: Die Ausfuhren nach Deutschland und in die EU legten weiter zu (Handelsblatt), und BFMTV nennt für die ersten neun Monate ein Defizit der EU-Staaten gegenüber China von 247 Milliarden Euro, ein Plus von 26 Prozent. Der Internationale Währungsfonds forderte bei seiner Jahrestagung in Bangkok, China solle weniger von Exporten abhängen (El Economista). Die South China Morning Post schreibt, chinesische Elektroautohersteller träfen zugleich Massnahmen aus Brüssel und Peking, nämlich eine EU-Quote und die Kürzung einer Mehrwertsteuer-Rückerstattung; Analysten senkten deshalb ihre Gewinnprognosen. ASML-Finanzchef Roger Dassen warnte laut De Telegraaf, strengere US-Exportbeschränkungen würden Chinas technologischen Aufstieg nicht stoppen. Ob und wie die Schweiz betroffen ist, geht aus den Meldungen nicht hervor. Wir achten heute auf Reaktionen der EU und darauf, ob der KI-Boom die Ausfuhren auch im Herbst trägt.