14'368.78SMI · Schlusskurs Montag, 19. Oktober · −0,16 %

DailyDrop.

—Dollar/Franken · kein Schlusskurs im Berichtszeitraum
SMI14,368.78▼0.16%10/19USD/CHF—S&P 500—WTI—Gold—
Wirtschaft · Konsumgüter✓ 4 Medien · Gründe in der Mitteilung nicht erläutert

Lindt & Sprüngli trennt sich per sofort von Konzernchef Adalbert Lechner, Dieter Weisskopf übernimmt interimistisch

Der Verwaltungsrat will bis zum zweiten Quartal 2027 einen neuen ständigen Chef ernennen; die Aktie hat in zwölf Monaten rund ein Viertel verloren.

Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli trennt sich mit sofortiger Wirkung von Konzernchef Adalbert Lechner. Das melden SRF, NZZ, Reuters und RTS am Montag. Nach SRF hat der Verwaltungsrat entschieden; der frühere Konzernchef Dieter Weisskopf übernimmt interimistisch. Weisskopf hat den Konzern nach Reuters von 2016 bis 2022 geleitet und war nach RTS zuletzt Vizepräsident des Verwaltungsrats. Lechner stand nach Reuters seit Oktober 2022 an der Spitze. Die NZZ hält fest, dass die Mitteilung des Unternehmens die Gründe für den Abgang nicht erläutert. Lindt will nach Reuters bis zum zweiten Quartal 2027 einen neuen ständigen Konzernchef ernennen.

Als Hintergrund nennt Reuters, dass Lindt im September die Umsatzprognose für 2026 zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt hat, wegen hoher Kakaopreise und schwächerer Nachfrage in Europa. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Viertel an Wert verloren. Analysten der Bank Vontobel sagten nach Reuters, der Verwaltungsrat hätte früher eingreifen können. Die NZZ widmet dem Konzern einen Kommentar und fordert einen Generationenwechsel: Alles hänge am 80-jährigen Firmenpatron Ernst Tanner, der seine Nachfolge vorbereiten solle. RTS berichtet, dass Weisskopf nach dem Wechsel an die Spitze zurückkehrt, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Politik · Bundesrat✓ 5 Medien · Weitere Kandidaturen offen

Natalie Rickli verzichtet auf eine Bundesratskandidatur und empfiehlt den Aargauer Jean-Pierre Gallati

Die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli verzichtet auf eine Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin. Das berichten SRF, NZZ, Tages-Anzeiger, Le Temps und Watson. Rickli gab ihren Entscheid nach Le Temps am Montag auf Instagram bekannt; sie will sich auf ihren Kanton konzentrieren. In einem Interview mit der NZZ nennt sie den Schritt einen «Vernunftsentscheid» und sieht ihre Verantwortung in Zürich. Stattdessen empfiehlt sie nach der NZZ einen Gesundheitsdirektor aus einem anderen Kanton; der Tages-Anzeiger nennt den Aargauer Jean-Pierre Gallati, der in den eigenen Reihen polarisiere und sich zu der Empfehlung nicht äussert. Nach Watson endet die Anmeldefrist der SVP Schweiz am Freitag, 23. Oktober, um 12 Uhr. Mit Rickli sagt eine weitere Favoritin ab. Die NZZ zählt Martullo-Blocher, Friedli, Rickli und Rüegsegger als Absagen auf; Watson meldet, dass der Schwyzer Regierungsrat André Rüegsegger nicht antritt. Als Kandidatin hat sich bisher Céline Amaudruz gemeldet. Der Tages-Anzeiger schreibt, die Zürcher SVP hoffe trotz der Absage weiter auf einen Bundesratssitz; als mögliche Kandidaten würden Benjamin Fischer und Thomas Matter gehandelt. Matter habe seiner Frau 2014 versprochen, nicht Bundesrat zu werden.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen

Wirtschaft · Arbeitsrecht✓ 3 Medien · Zahlen stammen aus internen Daten, Securitas bestreitet Systematik

SRF-Recherche: Securitas soll in der Zentralschweiz mehr als 20'000-mal gegen das Arbeitsgesetz verstossen haben

Die Sicherheitsfirma Securitas hat in der Zentralschweiz nach einer Recherche von SRF tausendfach gegen das Arbeitsgesetz verstossen. Das melden SRF, 20 Minuten und Watson am Montag. Grundlage sind interne Daten der Regionaldirektion Luzern: Zwischen 2023 und 2025 sind demnach mehr als 20'000 Verstösse verzeichnet, betroffen sind rund 900 Mitarbeitende. Es geht vor allem um nicht eingehaltene Ruhezeiten und Nachtschichten von bis zu mehr als 14 Stunden, auch in Asylunterkünften. SRF schildert den Fall eines Mitarbeiters in einem Gefängnis, dessen Nachtschicht 14,5 Stunden dauerte. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sieht nach SRF den Anschein einer systematischen Verletzung des Gesetzes. Securitas räumt Fehler ein, kann die Zahl von mehr als 20'000 Verstössen anhand eigener Daten aber nicht nachvollziehen und weist den Vorwurf systematischer Verstösse zurück.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Politik · Abstimmung 29. November✓ 4 Medien · Folgen für die Bundeseinnahmen umstritten

Gegner der Mitte-Initiative zur Ehepaar-Besteuerung warnen vor «Steuerchaos» – Abstimmung am 29. November

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Initiative der Mitte zur Besteuerung von Ehepaaren ab, in der Romandie «pour des impôts équitables». Die Gegner haben ihre Argumente am Montag in Bern vorgestellt, wie Le Temps, 24 heures und RTS berichten. Nach Le Temps wirft das Komitee der Mitte vor, ein «Steuerchaos» zu schaffen; 24 heures nennt als Argumente ein Nebeneinander verschiedener Systeme und eine Bevorzugung reicher Ehepaare. Der Text betrifft nur die direkte Bundessteuer: Die Einkommen der Ehegatten würden zusammengerechnet, aber Ehepaare dürften nicht schlechter gestellt sein als andere. Handelt der Gesetzgeber drei Jahre nach der Abstimmung nicht, gilt sofort die günstigere Doppelberechnung. Die Gegner schätzen den Einnahmenausfall nach RTS auf 700 Millionen bis 3 Milliarden Franken. Die FDP erinnert daran, dass das Volk die Individualbesteuerung am 8. März mit 54,2 Prozent angenommen hat. Le Matin zitiert eine Umfrage, nach der 51 Prozent die Initiative ablehnen und 38 Prozent zustimmen.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen

Welt · Brasilien✓ 5 Medien · Debatte brachte kaum Aussagen zu den Programmen

Lula und Flávio Bolsonaro beschimpfen sich im ersten Fernsehduell eine Woche vor der Stichwahl vom 25. Oktober

Eine Woche vor der Stichwahl in Brasilien haben sich Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro im ersten Fernsehduell heftig beschimpft. Das berichten Le Temps, 24 heures, RTS, RSI und franceinfo. Die Stichwahl findet am 25. Oktober statt; Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, war nach RTS beim ersten Wahlgang am 4. Oktober vorne. Nach Le Temps nahmen Schimpfwörter breiten Raum ein, Vorschläge traten zurück. Franceinfo zufolge nannte Lula seinen Rivalen einen «Clown» und «notorischen Lügner», nachdem dieser Fragen zu einer Korruptionsermittlung nicht beantwortet hatte. Bolsonaro hielt das Wort «korrupt» in die Kamera und sagte, Brasilien werde Lula in Rente schicken. Umstritten war auch die Rolle von Lulas Frau Janja, die Bolsonaro als Quelle überhöhter Staatsausgaben darstellte. Lula verlangte Auskunft über eine Ermittlung zur Finanzierung eines Films über Bolsonaros Vater.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Kurz gefasst
  • Roche stoppt Investitionen in DeutschlandDer Basler Pharmakonzern setzt neue Investitionsentscheide in Deutschland aus und begründet das mit den Sparplänen der Bundesregierung im Gesundheitswesen (Blick, 20 Minuten).
  • Tanken in ÖsterreichImmer mehr Schweizer Autofahrer tanken im Nachbarland, wo der Liter teils bis zu 42 Rappen weniger kostet (Blick, 20 Minuten).
  • Orioniden am DonnerstagDie Sternschnuppen erreichen in der Nacht auf Donnerstag ihren Höhepunkt mit mehr als 20 Meteoren pro Stunde (Watson).
  • Genf warnt vor BetrugsmailsDie Genfer Steuerverwaltung warnt vor gefälschten E-Mails, die eine Rückerstattung von Steuern versprechen (Le Temps).
  • Douay verlässt den Lausanne HCDer französische Stürmer Floran Douay hatte nur einen kurzen Vertrag; der Klub verlängert ihn nach einem Monat nicht (24 heures, SRF).
  • KI-Eingaben belasten GerichteMit ChatGPT verfasste Eingaben erhöhen nach 24 heures die Arbeitslast der Schweizer Gerichte.
  • TAS-Entscheid Ende NovemberDas Sportschiedsgericht TAS will Ende November über den Rekurs im Final des Afrika-Cups 2025 zwischen Marokko und Senegal entscheiden (24 heures).
  • Musk verspricht US-Kindern SpaceX-AktienElon Musk kündigt an, jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie zu schenken (24 heures, Tages-Anzeiger).
Sieben Minuten jeden Morgen, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

Lindt hat Konzernchef Lechner wegen eines Skandals entlassen. Die Mitteilung nennt nach der NZZ keine Gründe; Reuters verweist auf die zweite Prognosesenkung des Jahres und schwächere Nachfrage in Europa.
Die SVP hat sich bereits auf eine Bundesratskandidatin festgelegt. Nach Watson endet die Anmeldefrist der SVP Schweiz erst am Freitag, 23. Oktober, um 12 Uhr; Rickli und Rüegsegger haben abgesagt, Céline Amaudruz hat sich gemeldet.
Securitas hat die Vorwürfe der SRF-Recherche bestätigt. Das Unternehmen räumt nach SRF Fehler ein, kann die Zahl von mehr als 20'000 Verstössen aber nicht nachvollziehen und bestreitet systematische Verstösse.

Stimmen im Netz

  • Natalie Rickli Instagram · 10/19Die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli gibt auf Instagram ihren Verzicht auf eine Bundesratskandidatur bekannt (Le Temps).
  • Elon Musk X · 10/19Elon Musk kündigt auf X an, jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie zu schenken (24 heures).
  • Dan Ives YouTube (Bloomberg Television) · 10/19Analyst Dan Ives sagt bei Bloomberg Television, die Quartalszahlen der Tech-Konzerne könnten den KI-Trend bestätigen.
  • Noah Smith Substack (Noahpinion) · 10/19Noah Smith fragt in seinem Newsletter, ob eine Million KI-Agenten Superintelligenz erzeugen können.

Aussagen wie gepostet, nicht geprüft.

Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABELindt & Sprüngli trennt sich per sofort von Konzernchef Adalbert Lechner, Dieter Weisskopf übernimmt interimistischWirtschaft · KonsumgüterNatalie Rickli verzichtet auf eine Bundesratskandidatur und empfiehlt den Aargauer Jean-Pierre GallatiPolitik · BundesratSRF-Recherche: Securitas soll in der Zentralschweiz mehr als 20'000-mal gegen das Arbeitsgesetz verstossen habenWirtschaft · ArbeitsrechtGegner der Mitte-Initiative zur Ehepaar-Besteuerung warnen vor «Steuerchaos» – Abstimmung am 29. NovemberPolitik · Abstimmung 29. NovemberLula und Flávio Bolsonaro beschimpfen sich im ersten Fernsehduell eine Woche vor der Stichwahl vom 25. OktoberWelt · Brasilien