Am Dienstagabend traf eine Rakete der jemenitischen Huthi-Miliz ein Verwaltungsgebäude des Ölkonzerns Aramco in Dhahran; es brannte, Tote oder Verletzte gab es laut Energieministerium nicht (Salzburger Nachrichten, Bloomberg). Reuters hatte zuvor von lauten Explosionen nahe der Aramco-Zentrale berichtet. Schon tagsüber hatte die saudisch geführte Koalition die Zivilbevölkerung rund um ein Öldepot am Rand von Sanaa zur Evakuierung aufgerufen und die Anlage dann angegriffen (Reuters, Guardian, BBC, Financial Times). Der Guardian nennt es den bisher größten Schlag gegen Energieanlagen der Huthi. Die Huthi drohten laut BBC mit Angriffen auf Riad und Dammam. In Riad wurden laut Zivilschutz vier Menschen durch Trümmer abgefangener Raketen verletzt (nur FinancialJuice). Trump warf den Huthi vor, den Ölpreis vor den US-Zwischenwahlen treiben zu wollen (Reuters, Financial Times). Brent schloss laut FinancialJuice bei 105,69 Dollar.
Aramco ist das Rückgrat der saudischen Wirtschaft, und im Osten des Landes liegen wichtige Anlagen der Ölindustrie. Dass Raketen dort ein Verwaltungsgebäude erreichen, zeigt, wie weit die Reichweite der Huthi inzwischen geht. Zugleich beginnt die Koalition, gezielt Energieanlagen der Gegenseite anzugreifen. Beides erhöht die Gefahr, dass die Förderung, Häfen und Schifffahrtswege in die Auseinandersetzung hineingezogen werden.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer zählt der Ölpreis: Bleibt Brent über 100 Dollar, bleiben Diesel und Benzin teuer. Wer eine Reise in die Golfregion plant, sollte Flugverbindungen und die Reisewarnungen des Außenministeriums prüfen. Der Flughafen Wien-Schwechat meldete laut Kurier weniger Passagiere, auch wegen gestrichener Verbindungen.
Saudi-Arabien und seine Verbündeten sagen, sie verteidigten sich gegen Angriffe auf zivile und wirtschaftliche Ziele und träfen nur Anlagen, die den Huthi für ihre Waffen dienen.
Die Huthi nennen ihre Angriffe eine Antwort auf saudische Luftschläge im Jemen. Beobachter warnen, dass Schläge auf Energieanlagen beider Seiten den Krieg ausweiten und am Ende die Zivilbevölkerung und die Weltwirtschaft treffen.
Der Treffer in Dhahran ist weniger wegen des Schadens wichtig als wegen des Signals: Die Huthi können den Kern der saudischen Ölwirtschaft erreichen, und Riad antwortet jetzt mit Schlägen auf Ölanlagen. Das erhöht die Gefahr einer Spirale. Zu beobachten sind in den nächsten Tagen die Ölpreise, ob die Huthi ihre Drohung gegen Riad und Dammam wahrmachen und ob Washington vor der Wahl militärisch eingreift. Trumps Behauptung, Iran stecke dahinter, ist bisher nicht belegt.
Salzburger Nachrichten, Bloomberg, Reuters, Guardian, BBC, Financial Times, ORF, Kurier, FinancialJuice, Truth Social (13./14. Okt. 2026)
Huthi-Angriff setzt Aramco-Gebäude in Dhahran in Brand, Saudi-Arabien greift Öldepot bei Sanaa anHuthi-Angriff setzt Aramco-Gebäude in Dhahran in Brand, Saudi-Arabien greift Öldepot bei Sanaa an
Neu gegenüber gestern: Eine Rakete trifft ein Verwaltungsgebäude des saudischen Staatskonzerns, die Militärkoalition schlägt auf Energieanlagen der Huthi zurück. Trump wirft den Huthi vor, den Ölpreis vor den US-Wahlen treiben zu wollen.
Der Krieg zwischen den Huthi und Saudi-Arabien hat am Dienstag eine neue Stufe erreicht. Am Abend traf eine Rakete der jemenitischen Miliz ein Verwaltungsgebäude des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Dhahran im Osten des Landes; es geriet in Brand. Tote oder Verletzte gab es nach Angaben des saudischen Energieministeriums nicht (Salzburger Nachrichten, Bloomberg). Reuters hatte zuvor unter Berufung auf mehrere Quellen von lauten Explosionen nahe der Aramco-Zentrale berichtet. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition meldete mehrere abgefangene Raketen: Bloomberg nennt als Ziele Riad und Khamis Mushait, FinancialJuice zusätzlich Dhahran. In Riad wurden nach Angaben des Zivilschutzes vier Menschen durch herabfallende Trümmer verletzt und 15 Häuser leicht beschädigt (nur FinancialJuice). Reuters hatte schon in der Nacht auf Dienstag berichtet, das saudische Warnsystem sei vor den tödlichen Angriffen auf den Flughafen Riad stumm geblieben; ob es diesmal rechtzeitig warnte, ist nicht bestätigt.
Schon tagsüber hatte die Koalition die Huthi in ihrer Hauptstadt getroffen. Sie forderte Zivilisten auf, die Umgebung eines Öldepots am Rand von Sanaa zu verlassen, und griff die Anlage dann an (Reuters, Guardian, BBC, Financial Times). Der Guardian spricht vom bisher größten Schlag gegen Energieinfrastruktur der Huthi; die Koalition erklärt, die Anlage habe deren Angriffen gedient (Reuters, FinancialJuice). Die Huthi drohten laut BBC mit Vergeltung gegen die Städte Riad und Dammam. Der ORF hatte die Angriffe als Ausweitung des Iran-Kriegs auf Saudi-Arabien eingeordnet. Reuters berichtet zudem unter Berufung auf Beamte, Iran verlagere seine Taktik und wolle Angriffe auf die Schifffahrt vor der US-Wahl verstärken (nur Reuters). Im Jemen selbst verschärfen sich laut Reuters in der Stadt Taiz der Beschuss und der Preisauftrieb; die Zivilbevölkerung trägt auch hier die Folgen.
US-Präsident Donald Trump warf den Huthi vor, mit den Angriffen den Ölpreis vor den Zwischenwahlen am 3. November hochtreiben zu wollen, und sprach von einem Handeln wohl im Auftrag Irans; Belege nannte er nicht (Reuters, Financial Times, Truth Social). Auf Truth Social erinnerte er daran, die USA hätten die Huthi vor einem Jahr bombardiert, bis diese um ein Ende baten. Vergeltung kündigte er laut Kurdistan24 und Chosunbiz an, Chosunbiz zufolge erst nach der Wahl. Der Ölpreis blieb hoch: Brent-Futures schlossen am Dienstag bei 105,69 US-Dollar je Fass (−0,9 Prozent), WTI bei 94,14 Dollar (+0,43 Prozent; beide Werte nur FinancialJuice). Im asiatischen Handel am Mittwoch zogen die Preise nach Reuters wieder an, weil Händler das saudische Angebotsrisiko und den russischen Dieselfluss abwägen. Bloomberg TV nannte bei einer Ausweitung des Konflikts 120 Dollar als mögliche Marke und diskutierte, ob die Angriffe die USA in die Verteidigung des Königreichs ziehen könnten. Für Österreich zählen Spritpreise und Reisen: Der Flughafen Wien-Schwechat verzeichnete laut Kurier weniger Passagiere, auch wegen gestrichener Verbindungen in der Krise (nur Kurier). Ob Washington eingreift, ist offen.