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DailyDrop.

—USD/CHF · Donnerstagsschluss nicht bestätigt
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Schweiz · AbstimmungPresse ✓ 9 Medien · Umfragewerte nicht bestätigt

Waffenexporte: Die Befürworter eröffnen den Abstimmungskampf, die erste Umfrage sieht das Nein knapp vorn

Am 29. November entscheidet die Schweiz über eine Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes. Die bürgerliche Allianz startete am Donnerstag ihre Kampagne; die Gegner verweisen auf die Ukraine, Israel und Saudi-Arabien.

Am 29. November entscheidet die Schweiz über eine Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes (SRF, NZZ, Blick, RTS, Tages-Anzeiger). Es ist ein Referendum gegen eine Gesetzesänderung des Parlaments; bei einem Nein bliebe das geltende Recht bestehen, und es zählt allein die Mehrheit der Stimmenden. Die Allianz Sicherheit Schweiz, in der sich das bürgerliche Lager und die Wirtschaft zusammenfinden, hat am Donnerstag ihre Kampagne für ein Ja eröffnet (RTS, 24 heures, SRF, Watson, swissinfo). Sie argumentiert, erleichterte Exportregeln seien zwingend für die Sicherheit des Landes (SRF); der Slogan lautet sinngemäss, moderne Sicherheit brauche moderne Gesetze (RTS). Nach Darstellung von Blick dürfte Kriegsmaterial künftig auch an Staaten gehen, die in Konflikte verwickelt sind. Auf der anderen Seite stehen Linke, Hilfsorganisationen und Kirchen (24 heures); sie sehen laut GMX das Ansehen der Schweiz in Gefahr. Das Referendumskomitee hatte seine Warnungen schon am Montag in Bern vorgestellt (SRF, Watson). Die Debatte dreht sich um Neutralität, Rüstungsindustrie und Armee (NZZ); 24 heures spricht von zwei Visionen der Schweiz, die aufeinanderprallen. Mehrere Medien haben Erklärstücke veröffentlicht, etwa mit der Frage, ob die Schweiz damit der Ukraine hilft (Blick, Tages-Anzeiger). Der Tages-Anzeiger bündelt den Streit in der Frage, ob es sich um ein «Anti-Ukraine-Gesetz» oder um einen Notanker für die Rüstungsindustrie handelt. In einem Streitgespräch der NZZ hält SVP-Nationalrat Mauro Tuena die Lockerung für die heimische Rüstungsindustrie für wichtig, während SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf vor mehr Schweizer Waffen in Konfliktgebieten warnt.

Die erste Umfrage von 20 Minuten und Tamedia, durchgeführt am 8. und 9. Oktober, sieht das Nein-Lager knapp vorn (Watson); auch der Tages-Anzeiger spricht von Skepsis in der Bevölkerung. Ein Argumententest der Gegner zeigt laut Watson, dass dabei Israel und die Ukraine eine Rolle spielen; Waffen für Israel befeuerten das Nein. Die genauen Prozentwerte für diese Vorlage konnten wir nicht bestätigen. Zusätzlichen Zündstoff liefert 20 Minuten: Die Schweiz liefere trotz des Kriegs in Saudi-Arabien Munition für 41 Millionen Franken; diese Angabe und den Zeitraum stützt kein zweites Medium. Den SVP-Verantwortlichen steht laut Watson noch Arbeit bevor, auch wegen der Neutralitätsinitiative von Christoph Blocher. Am Mittwoch teilte der Bundesrat ausserdem mit, die Schweiz beteilige sich an einem europäischen Rüstungsprogramm zur elektronischen Kriegsführung (SRF, nur dieses Medium). Am selben Abstimmungssonntag entscheidet das Volk über weitere Vorlagen, darunter das Feuerwerksverbot und die Mehrwertsteuer für die 13. AHV-Rente (20 Minuten, Tamedia). Bis zum Urnengang bleiben gut sechs Wochen. Beide Lager führen Sicherheit und Ansehen des Landes ins Feld, meinen damit aber Gegensätzliches. Wer zustimmt, hofft auf verlässlichere Exportregeln für die Industrie; wer ablehnt, will keine Schweizer Waffen in laufenden Kriegen. Offen ist, was die Revision für einzelne Lieferungen konkret bedeutet, etwa für Länder, die in Konflikte verwickelt sind, und wie die Behörden solche Fälle künftig beurteilen würden. Wir achten darauf, ob die nächsten Umfragen das Nein bestätigen und welche Argumente die Kampagnen in den Vordergrund stellen.

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Zahlen des Tages
29. Nov.Abstimmungstermin über die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes (SRF, NZZ, RTS)
8.–9. Okt.Befragungstage der ersten Umfrage von 20 Minuten und Tamedia (Watson)
41 Mio. Fr.Munition für Saudi-Arabien laut 20 Minuten (nur dieses Medium)
Schweiz · PolitikPresse ✓ 8 Medien · Ticket der SVP noch offen

SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz kandidiert für Parmelins Nachfolge im Bundesrat, ihre grösste Hürde ist die eigene Partei

Die Genfer Politikerin hat am Donnerstag in Genf ihre Kandidatur bekannt gegeben (SRF, Le Temps, RTS, NZZ, RSI). Die Vizepräsidentin der SVP Schweiz ist die erste offizielle Bewerberin um die Nachfolge von Wirtschaftsminister Guy Parmelin (RTS). Mit 47 Jahren wäre sie die erste SVP-Bundesrätin und die erste Bundesrätin mit kleinen Kindern (20 Minuten). Der Kanton Genf stellt seit dem Rücktritt von Micheline Calmy-Rey 2011 keinen Bundesrat mehr (NZZ). Die höchste Hürde ist laut 20 Minuten die eigene Partei: Die Fraktion muss sie zuerst auf das offizielle Ticket setzen, das laut Le Temps am 20. November bestimmt wird. Roger Köppel hält sie für ungeeignet (RTS), und Le Temps spricht von Rissen in der Partei. Laut 24 heures zögert die Deutschschweizer SVP, während sich die lateinischen Parteimitglieder hinter der Vertreterin der Romandie sammeln. Amaudruz wies in Interviews Zweifel an der Vereinbarkeit von Amt und Mutterschaft zurück (RTS, 20 Minuten) und äusserte sich zu einer Alkoholfahrt (Tages-Anzeiger, 24 heures). Es überrasche sie, dass man sie zehn Jahre lang für fähig gehalten habe und ausgerechnet jetzt nicht mehr (Tages-Anzeiger). Ohne eine französischsprachige Kandidatur auf dem SVP-Ticket wäre es eine Demütigung für die Romandie, sagte sie laut 24 heures. In Genf fällt die Unterstützung nach Le Temps verhalten aus; die Wirtschaft verlangt Rückhalt für die Bilateralen III. Wir achten darauf, ob weitere Bewerber antreten und wie die Deutschschweizer Fraktion reagiert.

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Wort des Tages
TicketPolitik

Der offizielle Wahlvorschlag einer Fraktion für eine Bundesratswahl, meist mit zwei Personen. Die Bundesversammlung ist daran nicht gebunden.


Ukraine-Krieg · PolitikPresse ✓ 14 Medien · Angaben zu US-Geheimdiensthilfe nicht bestätigt

Selenski nimmt die Angriffe auf russische Raffinerien wieder auf, der Streit mit Trump um Starlink und Geheimdienstdaten verschärft sich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat das Ende der Angriffspause auf russische Raffinerien angekündigt (SRF, 24 heures, RSI, Bloomberg; Reuters nach der Financial Times). Die von Donald Trump erwähnte Energie-Waffenruhe habe nur die Ukraine eingehalten, schreibt RSI. Reuters meldet unter Berufung auf den Gouverneur ein Feuer in der Raffinerie von Rjasan nach einem Drohnenangriff. Selenski sprach ausserdem von vier zerstörten russischen Su-34 in Woronesch (Blick); Bild und n-tv sprechen von sechs getroffenen Maschinen. Hinter dem Schritt steht ein offener Konflikt mit Washington: Kiew wirft der Trump-Regierung vor, ihm Informationen zur Abwehr russischer Raketen vorzuenthalten; das Weisse Haus bestreitet das, und die Europäer fürchten, im Stich gelassen zu werden (Le Temps). Selenski fühlt sich von Trump verraten (Blick, Tages-Anzeiger, SRF); es sei schmerzhaft, wenn Trump eine andere Seite wähle, sagte er am Mittwoch (Reuters). Hinzu kommt ein Streit um Starlink: Elon Musk sagte, es sei Zeit für Selenskis Abgang (Le Matin, AFP), und führt Verlangsamungen auf die US-Regierung zurück (Le Dauphiné).

Die Financial Times berichtet laut Reuters, die USA erwögen, einen Teil der eingefrorenen russischen Vermögen freizugeben, um Friedensgespräche wieder in Gang zu bringen; diese Angabe stützt keine zweite Quelle. Der Ukraine fehlen laut ihrem Finanzminister 2027 rund 40 Milliarden Dollar für den Militärbedarf (SRF). Russland hat laut Satellitenbildern in wenigen Wochen eine grosse Drohnenbasis nahe der Ukraine gebaut (Reuters, Berliner Zeitung). In Deutschland fordern AfD und BSW ein Ende der Hilfe für Kiew (Reuters, nur dieses Medium). In Brüssel will der EU-Gipfel Angriffe auf Schiffe vor Bulgarien verurteilen (SRF); die NZZ sieht die Europäer bei Energiepreisen und anderen Fragen zerstritten und ohne Beschlüsse. Wir achten heute auf Antworten aus Washington und von Musk.

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Naher Osten · EnergiePresse ✓ 8 Medien · Opferzahlen nicht einheitlich

Huthi greifen Aden und Saudi-Arabien an, die IEA beschleunigt die Freigabe der Ölreserven

Die Huthi-Miliz hat am Donnerstag den Präsidentenpalast in Aden mit Raketen beschossen; der Ministerpräsident und die Minister blieben unverletzt (Reuters, Watson, BBC). Laut dem jemenitischen Informationsminister starben zwei Menschen (BBC). Die von Saudi-Arabien geführte Koalition erklärte, die Huthi hätten versucht, Dutzende Flughäfen, Ölanlagen und Häfen im Königreich anzugreifen (Reuters, FinancialJuice). Watson schreibt, die Angriffe häuften sich und Riad stehe vor einer folgenreichen Entscheidung; die NZZ hält Saudi-Arabien trotz Rüstungskäufen für 80 Milliarden Dollar weiter für verwundbar. Reuters meldet, die EU und die Golfstaaten hätten einen Gipfel in Saudi-Arabien verschoben. Die Huthi warnen Fluggesellschaften erneut, der saudische Luftraum und die Flughäfen seien unsicher (FinancialJuice, nur diese Quelle).

Auf den Ölmarkt reagierte die Internationale Energieagentur: Ihr Gouverneursrat beschloss, die restlichen 100 Millionen Barrel der Notfallfreigabe vom März zu beschleunigen, darunter über 20 Millionen Barrel Diesel (Reuters, Bloomberg, FinancialJuice). Insgesamt übersteige die Freigabe nun 400 Millionen Barrel; bisher seien rund 330 Millionen geflossen (Reuters, FinancialJuice). Hintergrund ist die Krise in der Strasse von Hormus (FinancialJuice, Reuters). Brent schloss laut FinancialJuice bei 105,92 Dollar, 14 Cent tiefer (nur diese Quelle). Die NZZ schreibt, irakisches Öl gelange zunehmend per Lastwagen durch Syrien ans Mittelmeer statt durch Hormus. Die Knappheit bei Flugbenzin erreicht Europa: In Frankfurt tankt die Lufthansa vorsorglich mehr (SRF, Tages-Anzeiger, Reuters), und der Bund gibt Reserven für Zürich frei. Wir achten heute auf weitere Angriffe und den Ölpreis.

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Märkte · WirtschaftPresse ✓ 10 Medien · US-Schlusskurse nicht bestätigt

KI-Ausverkauf und Schuldensorgen um CoreWeave belasten die Märkte, Anleger flüchten in Anleihen, der SMI schliesst im Plus

Der Ausverkauf bei Aktien mit Bezug zu künstlicher Intelligenz setzte sich am Donnerstag fort. In der Nacht verbuchten die asiatischen Börsen deutliche Verluste (Watson, Tages-Anzeiger, Reuters), nachdem zwei Meldungen aus den USA die Sorge vor einer Blase geweckt hatten (Tages-Anzeiger); die heissen US-Inflationszahlen vom Mittwoch hatten die Zinssorgen verstärkt (Reuters). Im Mittelpunkt steht der Cloud-Anbieter CoreWeave: Seine Aktien und Anleihen gaben weiter nach, weil Anleger um die Schulden fürchten (Reuters, Bloomberg, FT). Nvidia-Chef Jensen Huang sagte laut FinancialJuice, CoreWeave brauche keine finanzielle Rückendeckung von Nvidia. Der S&P 500 hatte am Morgen im Terminhandel 0,3 Prozent verloren (Bloomberg), und Cash meldet das Ende einer langen Phase ohne grössere Korrektur. Gefragt waren Anleihen, ihre Renditen fielen deutlich (Bloomberg, FinancialJuice). Die US-Erzeugerpreise stiegen im September so stark wie seit viereinhalb Jahren nicht (Reuters); Bloomberg führt das auf Öl- und Gaskosten zurück. Die Detailhandelsumsätze übertrafen die Erwartungen (Reuters). Schlusskurse der US-Börsen konnten wir nicht bestätigen, die Sitzung lief bei Redaktionsschluss noch; die Nasdaq meldete zudem eine Netzwerkstörung bei Datenfeeds (Reuters, nur dieses Medium).

In Zürich schloss der SMI laut unserem Kursfeed bei 14'349,51 Punkten, 1,55 Prozent höher; ein zweites Medium bestätigt die Zahl nicht. Den Dollar-Franken-Kurs konnten wir nicht belegen, deshalb zeigt der rechte Kasten oben einen Strich. Daly von der US-Notenbank hält Zinserhöhungen für wahrscheinlich nötig, aber nicht dringend, und der Dollar gab von einem 18-Monats-Hoch nach (Reuters). Für Sparer in der Schweiz bleiben die Zinsen tief: Auf Konten der Säule 3a liegt der Durchschnitt laut Moneyland bei nur noch 0,21 Prozent (Blick, Finanz und Wirtschaft, finews). Bitcoin fiel kurzzeitig unter 80'000 Dollar (Bloomberg, nur dieses Medium). Für Pensionskassen und Sparer wirken solche Ausschläge zeitversetzt.

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Kurz gefasst
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Ein Video zeigt, wie ein saudisches Passagierflugzeug nach einem Huthi-Angriff explodiert.» Falsch. Die AFP stuft das Video als KI-generiert ein und widerlegte zudem ein weiteres KI-Video, das mit Huthi-Angriffen auf saudische Flughäfen verknüpft wurde.
«Die USA haben Kiew die Geheimdienstinformationen abgeschnitten.» Nicht belegt. Die Ukraine wirft Washington vor, ihr Informationen zur Raketenabwehr vorzuenthalten; das Weisse Haus bestreitet das (Le Temps).
«Die UBS verlegt ihren Sitz in die USA oder fusioniert mit einer US-Bank.» Nicht belegt. Das Wall Street Journal berichtet von geprüften Szenarien; eine Entscheidung oder Stellungnahme der UBS liegt uns nicht vor (Blick, 20 Minuten).
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEWaffenexporte: Die Befürworter eröffnen den Abstimmungskampf, die erste Umfrage sieht das Nein knapp vornSchweiz · AbstimmungSVP-Nationalrätin Céline Amaudruz kandidiert für Parmelins Nachfolge im Bundesrat, ihre grösste Hürde ist die eigene ParteiSchweiz · PolitikSelenski nimmt die Angriffe auf russische Raffinerien wieder auf, der Streit mit Trump um Starlink und Geheimdienstdaten verschärft sichUkraine-Krieg · PolitikHuthi greifen Aden und Saudi-Arabien an, die IEA beschleunigt die Freigabe der ÖlreservenNaher Osten · EnergieKI-Ausverkauf und Schuldensorgen um CoreWeave belasten die Märkte, Anleger flüchten in Anleihen, der SMI schliesst im PlusMärkte · Wirtschaft